NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

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Du bist neu hier? Eine erste Einführung hilft dir weiter!


Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Mittwoch, 14. Juni 2017

Neue Projekte, neue Wege



Liebe Leserinnen und Leser,

Es ist still geworden bei NebelALLraunen. Doch keine Sorge. Ich bin keineswegs mit meiner Magie am Ende und es wird noch jede Menge von mir zu lesen geben. Der Grund für die Stille in meinen Blogs ist, dass mein Fokus derzeit auf neuen Projekten und jeder Menge praktischen Kemetismus, sowie Schamanismus liegt. Dazu kommt, dass die Übersichtlichkeit meiner Online-Artikel, nach Jahren des Schreibens, etwas zu wünschen übrig lässt. Um ein bisschen Ordnung in gesammelter Form zur Verfügung zu stellen, bewege ich mich mehr und mehr in Richtung Printmedien. Und nicht zuletzt setze ich mich mit Öffentlichkeitsarbeit für interreligiöse Verständigung ein.

Einige von euch werden sicherlich bereits meinen ersten Beitrag "Ewige Symbole" in der "der Kessel, Zeitschrift für Naturverehrung, Vielgötterei, Magie und Hexenkunst" gelesen haben. Weitere werden in Kürze veröffentlicht werden.
Daneben bin ich dabei aus der Fülle alten und neuen Materials mehr als ein Buch zusammenzustellen. Es liegt noch viel Arbeit vor mir. 
Rituellen Schmuck und Kunstgegenstände von mir, könnt ihr jetzt auf Etsy, oder direkt über poeta-immortalis@web.de, erwerben.


Eine Zusammenfassung meiner neuesten Projekte:







Mittwoch, 22. Februar 2017

Warum Veganismus nicht die Lösung aller Probleme ist

Viele Veganer proklamieren gerne, dass Veganismus die Lösung aller Probleme der westlichen Konsumgesellschaft sei. Ich bin da, insbesondere aus schamanischen Erfahrungen heraus, gänzlich anderer Meinung. 
Ich musste bei Geistreisen auf die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzengeister immer wieder feststellen, dass es Nutzpflanzen oft sogar schlechter geht, als Nutztieren. Wenn man also nun vegetarisch oder vegan wird, dann ist vorprogrammiert, dass sich das Problem der Ausbeutung auf Kosten der Natur dieser gequälten Geister einfach verschieben wird. Der Fleischmarkt hierzulande verkauft seine Bestände in aller Ruhe in Drittweltländer, die darauf angewiesen sind, während man einen neuen Markt mit neuen Ausbeutungsstrategien unter dem Label "VEGAN" aufbaut. Die Folgen: Regenwälder werden nach, wie vor, oder gar stärker abgeholzt, um neue Felder und Plantagen zu schaffen. Die Umrüstung auf neue Produktionsmittel verschlingt weiterhin in Massen die Rohstoffe dieses Planeten und reißt Wälder und Wiesen mit sich in den Abgrund. Auch das Experimentieren und kennzeichnungsfreie Rumpfuschen in der DNA von Pflanzen wird, mit nicht absehbaren Folgen durch eine höhere Nachfrage nach veganen Lebensmitteln ansteigen. "VEGAN", bedeutet nunmal nicht , dass biologisch und ohne Gentechnik angebaut wurde. Die alten, ungesunden Fettmacher, wie Erdnussflips bekommen einfach nur ein neues Label aufgedruckt und das wars. 
Vegan zu leben mag vielleicht dem ein oder anderen Tier dazu verhelfen nicht in die Maschinerie eines künstlich verkürzten Lebens zu geraten, das von Angst und Leid erfüllt ist, aber es wird dazu führen, dass die besagten Nutztiere gar nicht erst geboren werden. Nimmt man die Utopie an, dass alle Menschen sich vegan ernähren würden, so wäre die logische Konsequenz das Aussterben von Rind, Schwein und Huhn. Das, was Einsatz für die Rechte der Tiere anfing, würde zu ihrem Untergang werden.
Doch was kann man stattdessen tun? Was wäre eine Alternative zur veganen Lebensweise, die der Konsumgesellschaft wirklich Contra geben könnte?
Es wäre unnötig und eine gedankenlose Vernichtung uralten Kulturguts gänzlich auf die Viehzucht und das Essen von Fleisch zu verzichten.Wer den Zorn und das Unverständnis seiner Ahnen heraufbeschwören will, der soll tun, was er nicht lassen kann. Doch das eigentliche Problem liegt bei der Angst der Gesellschaft vor dem Tod. Er wird, wo es nur geht, versteckt und in makaber grinsende Mortadellaformen gepresst. Würde man die Herstellungsprozesse unserer Nahrung durch und durch transparent gestalten und auch im Alltag demonstrieren, würde sich die Nachfrage nach Fleisch auf ganz natürliche Art und Weise herunterregulieren, bis das Gleichgewicht wiederhergestellt ist. Das Druckmittel, womit man die Forderung nach transparenter Ernährung verknüpfen sollte, wäre eine autonome Selbstversorgung, mit allem, was man zum Leben braucht. Nur mit dem völligen Ausbleiben des Konsums, kann man den Drahtziehern der Ausbeutung in Wirtschaft und Politik den Wind aus den Segeln nehmen.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Verifizierung von Ergebnissen im modernen Schamanismus II - Die Heilung

Woran merkt der Schamane bei seiner Heilarbeit, dass er Erfolg hat?


  1. Analyse durch eine schamanische Geistreise in (Trommel-)Trance
  2. Durch Sinneseindrücke: Die meisten behandelnde Schamanen benutzen Wahrnehmungen, die außerhalb der fünf alltäglichen Sinneswahrnehmungen liegen und z.B. Dinge, wie "erspüren", "durchleuchten", "riechen" oder "schmecken" des Krankheitsgeistes nahe kommen können.
  3. Durch Beobachtung des Patienten/der Patientin ODER Erfragen, wie sich der Patient/die Patientin fühlt - Bestimmte Gefühle, Emotionen und Körperreaktionen sind charakteristisch für einzelne Stadien einer Behandlungsmethode, anhand derer man feststellen kann, ob es wirkt und welche Phase gerade vorliegt. Ein Erfolg oder die Notwendigkeit eine andere Methode anzuwenden, kann daran abgelesen werden. Genau, wie in der Schulmedizin, so wirkt auch nicht jede schamanische "Medizin" bei jedem Menschen gleich.
  4. Durchdringendes Hochgefühl/Gefühl der Erleichterung am Ende der Behandlung - Das aus meiner Erfahrung heraus zuverlässigste Merkmal einer erfolgreich abgeschlossenen Behandlung ist das durchdringende spirituelle Hochgefühl. Es ist geschafft. (Dieser Effekt wird durch die Geister hervorgerufen, die einen zum Schamanen berufen haben.)




Verifizierung von Ergebnissen im modernen Schamanismus I - Die Wissenssuche

Woher weiß man eigentlich, dass das, was man im Schamanismus macht, "echt", also auch im herkömmlichen Sinn, real ist?


Das ist eine Frage, die jeder moderne Schamane etwas anders beantworten würde, sodass ich hierbei nur von meiner Sicht der Dinge, meinen Techniken zur Wahrheitsfindung sprechen kann. Viele Schamanen unterscheiden bei ihren Ergebnissen zwischen "echten Ergebnissen" und "Mindfuck". Sie sehen also einen Teil ihrer Ergebnisse als Fantasie und Einbildung an. Unser Verstand kann schon ziemlich kreativ sein. Dennoch ist alles, was wir auf einer Geistreise erleben, eine Wiedergabe der Realität. Manchmal ist es eben auch ein Aspekt, der nicht direkt zur Frage oder Zielstellung passt, dafür aber Aussagen zur aktuellen Lebenssituation in sich trägt.  Ich würde, nach meiner Erfahrung, eine andere Einteilung vorschlagen: Und zwar in objektive und subjektive Ergebnisse. Objektive Ergebnisse sind empirisch entstanden und jederzeit durch Dritte reproduzierbar. Subjektive Ergebnisse haben nicht diesen allgemeingültigen Wert, vermitteln aber dennoch wertvolle Informationen, die für das persönliche Vorankommen und eine gesunde Weiterentwicklung hilfreich sind oder sich später als nützlich erweisen können. Darum sollte man als Schamanisierender/e gründliche Aufzeichnungen führen, die auch subjektive Elemente erhalten, damit nachschlagen kann, wenn sie relevant werden. Das passiert nach einiger Zeit der regelmäßigen Praxis ganz von allein. Oft stellt sich, scheinbarer "Mindfuck" irgendwann als spirituelle oder lebensverändernde Aufgabe von hoher Wichtigkeit heraus. 



Wie kommt man zu objektiven Ergebnissen?

  • Man bereist sein Ziel "blind", also ohne es zu kennen - das Ziel wird dabei durch einen Code ersetzt (verhindert, dass der Verstand 
  • Vergleich verschiedener unabhängiger Ergebnisse: Nach Geistreise in einer Gruppe - entweder direkt vor Ort oder auch per Internet mit Niederschrift ohne vorheriger Absprache
  • Man baut Kontrollfragen ein, deren Antwort man nicht kennt, aber weiß, wo man die Antwort nachlesen kann. Die Kontrollfrage sollte grob zum Zielthema passen, um nicht abzulenken. Außerdem sollte man keine Aversion oder Unmöglichkeit mit der Testfrage verbinden, damit man sich nicht selbst gegen den Test sperrt.  - Die Recherche/Kontrolle ergibt einen Anhaltspunkt, ob die restlichen Ergebnisse objektiv (bei Treffer) oder subjektiv (bei Fehler) zu bewerten sind; mehrfache Testfragen  während der Geistreise ermöglichen auch einzelne Abschnitte der Geistreise als subjektiv oder objektiv zu bewerten, auch wenn man allein reist
  • Realitätscheck: Gibt es, trotz objektiver Arbeitsweise zusätzlich Indizien und Hinweise, die das erhaltene Ergebnis unterstützen, wenn nicht sogar Beweise? - Eine anschließende wissenschaftliche Beweisführung ist sinnvoll, um repräsentative, vorzeigbare Informationen zu erhalten


Mittwoch, 7. Dezember 2016

Hierarchie der Divinationsmittel

Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Oft werde ich gefragt, welche Divinationstechnik (also "Wahrsagetechnik") man in welchem Fall einsetzen sollte. Eine pauschale Antwort kann ich darauf jedoch nicht geben, da es ganz darauf ankommt, was für ein Fall dabei vorliegt. Einerseits können sich Zeichen ohne aktives Zutun im Alltag oder dem rituellen Kontext offenbaren, andererseits führt man sie aktiv herbei, um Antworten auf Fragen zu erhalten, die einen beschäftigen. Wir haben also Fragen, Aussagen und Aufforderungen, die auf einen einströmen und dabei den Laien mächtig verwirren und überfordern können, sowie den umgekehrten Fall. Beide haben ähnliche Anforderungen und beruhen auf den gleichen Prinzipien: Einer Hierarchie der Divinationsmittel.
Dabei gilt generell: Kleine bis triviale Anliegen mit besonders starker persönlicher Komponente werden auf einer niedrigen hierarchischen Ebene kommuniziert; große, bis global bedeutsame Anliegen auf einer hohen Ebene (siehe Bild). Da die Manifestationskräfte für weltweit bedeutsame, überpersönliche Dinge entsprechend groß sein müssen, ist auch die Dimension der dahinterstehenden Akteure groß. Demnach ist es für Anfänger auf dem Gebiet ratsam sich in der unteren Hälfte umzuschauen. Da das Aussagepotential so mancher Divinatoria (besonders ab der Numerologie aufwärts) hoch ist, ist umfangreiches Hintergrundwissen erforderlich, wie zum Beispiel bei Tarot: Über Numerologie, Astrologie, Kabbala und spätmittelalterliche bis frühneuzeitliche Bildsymbolik und gesellschaftliche Stände (bei den traditionellen Decks vor Crowleys Thoth-Tarot). Die Bedeutungsebenen nehmen zu und können nicht mehr allein intuitiv erfasst werden.

Freitag, 21. Oktober 2016

Buddha als Maß der Welt

In den drei "Fahrzeugen" (also etwas wie "Richtungen") des Buddhismus, Hinayana, Mahayana und Vajrayana, besteht eine große Gemeinsamkeit: Buddha ist DIE perfekte Seele und damit das IDEALmaß aller Dinge. Er hat es als Erster geschafft in seiner Lebenszeit das Nirvana zu erlangen; ein nachahmenswerter Erfolg! Doch nicht nur das. Durch das Erreichen seines Ziels hat er sich selbst in das Zentrum der Welt transzendiert. Er ist de facto der Mittelpunkt der buddhistischen Welt, die Essenz ihres Paradigmas. 

So ist es kaum verwunderlich, dass die Maße des Buddha zum Idealmaß für Architektur und Kunst wurde (Letzteres als bedienendes Medium). Gebäude, ob heilig oder profan, bilden seit Urzeiten unseren Kosmos, unsere Wahrnehmung und Erkenntnis von der Welt ab. Die Architektur ist ein Spiegelbild der Welt, die uns umgibt. Und auch die Natur spiegelt von sich aus den Makrokosmos im Mikrokosmos, bzw. den Mikrokosmos im Makrokosmos. Der Mensch, ja jeder von uns, ist damit das ALL und kann die Probleme der Welt in erster Linie durch die Arbeit an sich selbst lösen. Darum erscheint es nur logisch den Menschen von diamantengleicher Perfektion, den Buddha zum Vorbild der Architektur und der ganzen Existenz zu machen.

Der meditierende Buddha im Lotossitz wurde zur Grundlage architektonischer und künstlerischer Proportionen. Besonders auffällig ist dieser Zusammenhang bei der Stupa. Aus ihm werden die harmonischen Formen Kreis, Dreieck und Viereck (bzw. Quadrat) abgeleitet, die durch alle Zeiten hinweg maßgeblich für Bauplanung und Statik waren und sind. Gerade die Statik ist etwas, das dem buddhistischen Streben hin zur Mitte und zum Gleichgewicht entspricht, denn es geht dabei um den Ausgleich von Kräften. Die dem entsprechende spirituelle Praxis ist die Meditation. So könnte die Wahl dieses Idealmaßes nicht treffender sein.

Fazit: Als erster Buddhist, Meister der Meditation und des Weges zum Nirvana, ist Buddha ein Idealmensch, das Zentrum der Welt (ein Kosmogramm) und Maß für die Architektur. 


Prinzipien
  • Der Kreis - als Schwellenform zwischen Linie und Mehreck - Initiation, Hürde, Abgrenzung, Schutz
  • Das Dreieck und die Dreiheit als ausgleichendes und stabilisierendes Element - erzeugt Festigkeit im Bau
  • Das Viereck als raumerzeugendes Element - hat keine eigene Stabilität, sondern benötigt dafür den Kreis oder das Dreieck





Samstag, 3. September 2016

Checkliste: Magiefehler

In der Magie läuft nicht immer alles rund. Und wenn man ehrlich mit sich selbst ist, so haben ein großer Teil der magischen Formeln, Rituale und Zauber, die allgemein in der diffusen Welt zwischen Wicca, Thelema und Chaosmagie kursieren nicht annähernd den erwünschten Effekt. Doch kaum jemand ist ehrlich genug mit sich selbst, um mit solcher misslungenen Magie richtig umzugehen: Es braucht eine kritische Analyse, um vergangene Fehler zu korrigieren und Zukünftige zu vermeiden. Nur so macht man auf diesem Gebiet effektive Fortschritte. Die nun folgenden Checkliste soll, neben gewissenhaften Aufzeichnungen der eigenen Er- und Misserfolge, helfen Magie-Probleme zu lösen.

Die Checkliste
(nicht zutreffende Fragen sind einfach zu überspringen)

  1. Zielstellung: Was war das Ziel des Rituals oder Zaubers? Was sollte erreicht werden? Was hatte ich persönlich für Erwartungen an den Zauber? Sind meine Erwartungen aus der Erfahrung heraus gerechtfertigt oder sollte ich mir lieber erstmal kleinere Ziele setzen? Wie genau lautet der Willenssatz? Wurde das Ziel eineindeutig, mehrdeutig oder gar unklar formuliert?
  2. Offensichtliche Fehler: Was genau ist nicht so gelaufen, wie erwünscht. Was hat offensichtlich nicht funktioniert? Was hätte ich tun können, um die Fehler zu vermeiden?
  3. Tradition und Einordnung: In welchen Bereich der Magie ist der Zauber oder das Ritual einzuordnen? In welcher Tradition steht er? Welche Geschichte hat die ausgeführte Magie? Kann ich mich persönlich mit der Tradition und Geschichte des Ganzen identifizieren oder mich zumindest hineinversetzen? Was muss ich für mich persönlich ändern, damit ich eins mit dem Zauber/Ritual werden kann? War mein Ritual/Zauber authentisch? Hat der Zauber/das Ritual und deren Tradition kritisch betrachtet eine erfolgreiche Karriere hinter sich oder eher nicht? Wie kann ich näher an den Ursprung der Kraft des Rituals/Zaubers kommen? 
  4. Wesenheiten: Welche Geistwesen und Götter waren am Ritual/Zauber beteiligt? Was für ein Verhältnis, was für eine Verbindung habe ich persönlich (und evtl. andere Ritualteilnehmer) zu den  Geistwesen und Göttern und sie zu mir? (Habe ich überhaupt eine Verbindung zu ihnen? Falls nicht, warum sollten mich die Wesenheiten unterstützen? Was kann ich tun, um eine positive Verbindung aufzubauen und zu pflegen?) Als was betrachte ich sie? Ist meine Ansicht zu den beteiligten Wesenheiten für mich und sie selbst angemessen? Was haben die Götter und Geistwesen für Beziehungen untereinander? Verstehen sie sich überhaupt oder sind vielleicht sogar Konflikte unter ihnen (aus religiösen oder spirituellen Kontexten) bekannt? Sind die Götter und Geistwesen mit der eigenen Zielstellung einverstanden? - An dieser Stelle kann auch eine einzelne  Befragung der beteiligten Wesenheiten zu ihren Beziehungen, der Situation und Fragestellung sinnvoll sein. Sollten sich Konflikte zwischen Wesenheiten zeigen, ist es oft sinnvoll bewusst Grenzen zu ziehen und getrennte Bereiche zu schaffen, damit das Ritual dennoch, wie geplant, funktionieren kann. Die Details dazu sollten ebenfalls direkt von den betreffenden Geistwesen stammen. Weitere mögliche Fragen? Was biete ich den Wesenheiten an, das sie motiviert mich zu unterstützen? Was für Opfergaben und Ritualbedingungen bevorzugen sie?
  5. Teilnehmer: Waren die Teilnehmer gut vorbereitet? Wurden eventuelle Reinheitsvorschriften und Tabus eingehalten? Kam es zu Fehlverhalten oder Ablenkungen? Hatte ein Teilnehmer irgendein Problem mit dem Ziel, der Tradition, den Wesenheiten, dem Ritualleiter oder anderen Teilnehmern? Gab es gesundheitliche Probleme? Litten Teilnehmer unter unerwünschten Anhaftungen von Geistwesen, Besessenheiten, spirituellen Konflikten oder gar psychischen Problemen?
  6. Equipement/Ritualutensilien/Ritualkleidung: Was für Ritualutensilien wurden genutzt? Passen sie zur Zielstellung, Tradition, sowie den beteiligten Wesenheiten des Rituals? Wirkte die Zusammensetllung des Equipements auf die Teilnehmer ansprechend? Gibt es Normen für die Verwendung, Farbgebung, Reinheit, etc. der verwendeten Utensilien? Wurden diese Normen eingehalten? Sind vielleicht neue Normen, Anpassungen und Richtlinien sinnvoll. um zukünftige Fehler zu vermeiden?
  7. Umfeld: Passte das direkte und weiter entfernte Umfeld des Zaubers oder Rituals zum Ziel, der Tradition, den Wesenheiten, Teilnehmern und den Ritualutensilien? Könnte es negative Einflüsse und Störungen gegeben haben? Gibt es andere Quellen von Magie, Ritualbereiche, Tempel (z.B. Kirchen) oder Friedhöfe in der unmittelbaren oder weiter entfernten Umgebung? Gab es dort vielleicht zur selben Zeit ein Ritual, Fest oder anderen Anlass, der sich negativ auf die eigene Magie ausgewirkt haben könnte? Wie kann ich in Zukunft den Ort des magischen Aktes oder Rituals besser abschirmen und schützen?
Neben allen diesen Fragen ist es natürlich auch wichtig die Ruhe zu bewahren und nicht in unnötive Paranoia zu verfallen. Meist ist die Ursache kein böswilliger Magietreibender oder eine Armee von Dämonen, die einen vernichten will. Versuche alle Punkte so realistisch und selbstkritisch wie möglich und zuerst aus einem alltäglichen, klaren Blickwinkel zu betrachten.

Freitag, 2. September 2016

Rekonstruierte altägyptische Gürtelbindung


Nach langer Studie der in Malerei und Skulptur sichtbaren Gürtelbindungen, habe ich für mich experimentell zwei Arten erschlossen, wie Gürtel im alten Kemet gebunden worden sein könnten. Diese möchte ich nun, vor allem für die Kemeten im deutschsprachigen Raum an dieser Stelle vorstellen, damit zukünftige Rituale damit noch authentischer und schöner gestaltet werden können.

Benötigt wird eine lange Stoffbahn oder ein Tuch von etwa 1,90 m Länge. Ist die Stoffbahn kürzer, so hält es am Ende nicht so gut. Es sollten bevorzugt leichte gewebte Stoffe, wie Leinen, Baumwolle oder Seide verwendet werden.


Dienstag, 16. August 2016

Die Dimension der Zeit - ein Erkenntsnisbericht

Die Meditation über dem Objekt der "Leere" führt immer wieder zu erstaunlichen und faszinierenden Einblicken in die wahre Natur dieser Welt, in eine profunde Wirklichkeit. Um die grundlegende Realität zu erfahren, ist oft ein anderer Blickwinkel, ein nichtalltäglicher Bewusstseinszustand  nötig, der einen in die Lage versetzt eine scheinbar alltägliche Situation mit anderen Augen zu sehen. Ein Paradoxon, wie die Wahrnehmung des "Nichtseins", dient dabei als Zugang. Denn erst, wenn man nicht mehr der Welt, der normalen Existenz angehört, ist man wirklich in der Lage sie objektiv zu betrachten. Es folgen entweder zutiefst erfüllende und beglückende Momente oder auch erschreckende und bestürzende Erkenntnisse, die einen jedes Mal verändern. 

Letzteres erlebte ich, als ich in meiner Meditation sah und fühlte, wie unzählige Zellen meines Körpers in jedem Augenblick in roten Flammen verbrannten und als schwarzer-Aschestaub davongeweht wurden. Mein Körper war erfüllt von Hitze und ich spürte keinerlei Kälte mehr. Ich erlebte, wie ich und alle Lebewesen in jedem Moment abermillionenfach vergehen und damit im nächsten Bruchteil einer Sekunde schon nicht mehr dieselbe Person sind. 
Anschließend sah ich, wie Wasser als Blaues Nass mich überall um- und durchströmt und vermischt mit Asche neues Leben ebenfalls abermillionenfach in mir wachsen lässt. Nur deshalb zerfalle ich nicht augenblicklich zu Staub.

Das rote Feuer Bal entbrennt im Lebendigen und verwandelt es in tote Asche. Das blaue Wasser Gor nimmt diese tote Substanz auf und lässt neues Leben entstehen. Leben und Tod bedingen einander untrennbar. Die Zeit lässt alles vergehen und entstehen.

In einer weiteren Meditation der angenehmeren Art sah ich, die Zeit als tausende kleine und große Zahnräder, die teilweise ineinander griffen, manchmal aber auch unabhängig voneinander waren. Menschen, die ich sah, bestanden in Wirklichkeit aus unzähligen kleinen Rädern verschiedenster Größe, die sich unterschiedlich schnell drehten und auf diese Weise ein großes Rad, in dem die Person selbst steckte, bewegten. Die Menschen stecken in ihrer eigenen persönlichen Lebenszeit, in ihrem Hamsterrad und ihrer Zeitwahrnehmung fest, das aus der Gesamtheit der Lebenszeiten ihrer Teile besteht, aber auch hier und da durch Lebenszahnräder aus ihrer Umwelt beeinflusst wird. Alles bewegte sich. Alles Tote drehte sich gegen den Uhrzeigersinn, alles Lebendige im Uhrzeigersinn. Absolut alles, mit dem die Menschen in Kontakt standen, hatte Einfluss auf ihre Lebenszeit. 

Diese Meditationen stellten mir die Relativität von (Lebens-) Zeit und Existenz des Menschen vor. Wir sind wahrhaft nichtig in der Dimension der Zeit. Und doch sind wir und werden sein, wenn wir das Gleichgewicht von Tod und Leben wahren und auf ein gesundes Umfeld achten.