NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

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Du bist neu hier? Eine erste Einführung hilft dir weiter!


Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 16. August 2016

Die Dimension der Zeit - ein Erkenntsnisbericht

Die Meditation über dem Objekt der "Leere" führt immer wieder zu erstaunlichen und faszinierenden Einblicken in die wahre Natur dieser Welt, in eine profunde Wirklichkeit. Um die grundlegende Realität zu erfahren, ist oft ein anderer Blickwinkel, ein nichtalltäglicher Bewusstseinszustand  nötig, der einen in die Lage versetzt eine scheinbar alltägliche Situation mit anderen Augen zu sehen. Ein Paradoxon, wie die Wahrnehmung des "Nichtseins", dient dabei als Zugang. Denn erst, wenn man nicht mehr der Welt, der normalen Existenz angehört, ist man wirklich in der Lage sie objektiv zu betrachten. Es folgen entweder zutiefst erfüllende und beglückende Momente oder auch erschreckende und bestürzende Erkenntnisse, die einen jedes Mal verändern. 

Letzteres erlebte ich, als ich in meiner Meditation sah und fühlte, wie unzählige Zellen meines Körpers in jedem Augenblick in roten Flammen verbrannten und als schwarzer-Aschestaub davongeweht wurden. Mein Körper war erfüllt von Hitze und ich spürte keinerlei Kälte mehr. Ich erlebte, wie ich und alle Lebewesen in jedem Moment abermillionenfach vergehen und damit im nächsten Bruchteil einer Sekunde schon nicht mehr dieselbe Person sind. 
Anschließend sah ich, wie Wasser als Blaues Nass mich überall um- und durchströmt und vermischt mit Asche neues Leben ebenfalls abermillionenfach in mir wachsen lässt. Nur deshalb zerfalle ich nicht augenblicklich zu Staub.

Das rote Feuer Bal entbrennt im Lebendigen und verwandelt es in tote Asche. Das blaue Wasser Gor nimmt diese tote Substanz auf und lässt neues Leben entstehen. Leben und Tod bedingen einander untrennbar. Die Zeit lässt alles vergehen und entstehen.

In einer weiteren Meditation der angenehmeren Art sah ich, die Zeit als tausende kleine und große Zahnräder, die teilweise ineinander griffen, manchmal aber auch unabhängig voneinander waren. Menschen, die ich sah, bestanden in Wirklichkeit aus unzähligen kleinen Rädern verschiedenster Größe, die sich unterschiedlich schnell drehten und auf diese Weise ein großes Rad, in dem die Person selbst steckte, bewegten. Die Menschen stecken in ihrer eigenen persönlichen Lebenszeit, in ihrem Hamsterrad und ihrer Zeitwahrnehmung fest, das aus der Gesamtheit der Lebenszeiten ihrer Teile besteht, aber auch hier und da durch Lebenszahnräder aus ihrer Umwelt beeinflusst wird. Alles bewegte sich. Alles Tote drehte sich gegen den Uhrzeigersinn, alles Lebendige im Uhrzeigersinn. Absolut alles, mit dem die Menschen in Kontakt standen, hatte Einfluss auf ihre Lebenszeit. 

Diese Meditationen stellten mir die Relativität von (Lebens-) Zeit und Existenz des Menschen vor. Wir sind wahrhaft nichtig in der Dimension der Zeit. Und doch sind wir und werden sein, wenn wir das Gleichgewicht von Tod und Leben wahren und auf ein gesundes Umfeld achten.






Dienstag, 19. Juli 2016

Projektives Agieren - Eine schamanische Technik

Kurz: PrAg


Im Laufe meiner schamanischen Arbeit bin ich aus praktischen Gründen intuitiv dazu übergegangen von der Geistreise nach Michael Harner gründlich abzuweichen und stattdessen eigene Methoden anzuwenden, die sich bei einer schamanischen Behandlung besser handhaben lassen, ohne, dass man lange rumsitzen und trommeln muss. Gerade bei Klienten, bei denen viel zu tun ist, um zu dauerhaften Erfolgen zu kommen und nicht bloß einer kurzen Besserung, ist das Timing entscheidend. Mangelnde Geduld kann genauso ein Hindernis sein, wie unvollständig ausgeführte schamanische Arbeit. Eine Technik, die sparsamer mit der aufgebrachten Zeit umgeht, musste her. Ich nenne meine Lösung "Projektives Agieren", weil es mir darum ging volle Handlungsfähihkeit in der Nicht Alltäglichen Wirklichkeit (NAW) zu erlangen, während man dämonischen Wesen und Gegenspielern möglichst wenig Angriffsfläche bietet. Die Technik beruht, im Gegensatz zur Geistreise, nicht unbedingt auf einer vollständigen Astralprojektion, wodurch man nicht darauf angewiesen ist einen Seelenteil in potentielle Gefahr zu bringen. Stattdessen arbeitet man weitestgehend mit dem Fokus, also dem Teil unseres Bewusstseins, der für geistiges Sehen verantwortlich ist. Diesen Fokus projiziert man nach Außen und lässt ihn ein oder mehrere Ziele anreisen. Bei Bedarf projiziert man einen kleinen Teil seiner Selbst hinaus, um entsprechend handeln zu können, sodass man den Fokus damit auflädt oder direkt dort unterstützt, wo er sich gerade befindet. Ich visualisiere meinen Fokus meist als schwebendes Auge und projiziere nach Bedarf weitere Hände oder Augen, um die gewünschte Aktion durchzuführen. PrAg wird vor allem im Stehen oder in körperlicher Bewegung, wie bei einer schamanischen Behandlung durchgeführt und sollte mit offenen Augen praktiziert werden. Als Anfänger ist das Schließen und eine vorherige Tranceinduktion von Vorteil. Normalerweise entsteht die Trance allein schon durch Starren, das Handeln in der NAW und Bewegung (auch Tanz).


Die Technik ist vor allem dazu geeignet etwas in Erfahrung zu bringen, aber auch zum schamagischen Kämpfen. Seinen ersten Einsatz hatte PrAg allerdings bei einer Seelenrückholung, weshalb ich die einzelnen Elemente genau auf dieses Ziel abgestimmt habe.



Zusammenfassung der schamanischen Technik

  1. Zielsetzung: Eine eineindeutige Fragestellung oder sonstige Zielstellung ist gefragt. Auch eine Zielaussage als Imperativ funktioniert gut, z.B. "Zeig mir den verlorenen Seelenteil von ..." 
  2. Starren oder gleichmäßiges Bewegen/Tanzen mit offenen Augen 
  3. Konzentration auf die Visualisation eines Auges, das zum eigenen geistigen Fokus wird. / Bei Bedarf kann man auch hier schon ein oder mehrere Hände, Hilfsmittel oder Waffen projizieren. 
  4. Schnelle Reise zum Ziel, indem man die Zielstellung in Gedanken wiederholt und dem Impulsen dorthin folgt. Es ist schnelles Erkennen und Einordnen von Wahrnehmungen, sowie ein gutes Reaktionsvermögen gefragt. Es kann sich um eine Mittelwelt-, Unterwelt- oder Oberweltreise handeln, die zielbedingt eingeschlagen wird. 
  5. Beobachten des Zieles/Sammeln von Informationen/Interaktion: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen zu Handeln. 
  6. (Wenn nötig: Aufladen des Fokus-Auges und schicken von Hilfsprojektionen/helfenden Händen) - Hierbei werden die Kräfte und möglichst sparsamen Projektion der feinen energetischen Spur des eigenen Fokus-Auges folgend im Schnelldurchlauf gesandt, indem man sich auf den Fokus, dessen Umgebung und seine Spur kurz und kräftig konzentriert. Anschließend macht man bei Punkt 5 weiter. 
  7. Rückreise. Nach dem Erreichen des Zieles lässt man sein schwebendes Fokus-Auge, gemeinsam mit allen anderen Projektionen und zielrelevanten Objekten/Subjekten, auf dem Weg zurückkehren, auf dem sie gekommen sind. Dazu konzentriert man sich wieder auf die eigene energetische Spur und spult den Weg sozusagen vor (man denke dabei z.B. an eine VHS-Kassette).



Freitag, 15. Juli 2016

Die Bedeutung der Zahlenomen

Für meine spirituelle Arbeit waren Zahlenomen stets von zentraler Bedeutung. Eine kurze Systematik und Bedeutungserklärung möchte ich mit euch teilen, auf dass mehr Menschen die Möglichkeit haben auf diese Weise die Liebe und Macht der Götter bewusst zu erfahren.


Eine kurze Definition vorab
Omen sind Vorzeichen, die von Göttern und Geistwesen im Alltag für eine oder mehrere Zielpersonen sichtbar erzeugt oder gezeigt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen und damit zu bewussten Handlungen (meist entsprechend einer göttlichen oder überirdischen Ethik)  anzuregen. Ein häufiges Mittel, um Zahlenomen anzuzeigen ist die Wiederholung und Inversion von Zahlen. Je häufiger die Wiederholung, desto höher ist auch die Dringlichkeit oder Wirkung des angekündigten Ereignisses.

Ein Beispiel aus meinen Erlebnissen: 
Ich möchte mit Bus und Straßenbahn zur Arbeit fahren und sehe, als ich zur Bushaltestelle gehe, zweimal direkt hintereinander auf Autonummernschildern die Zahl 16, was mir sagt, dass etwas schief gehen wird. Ich steige in den Bus ein und fahre bis zur Umstiegshaltestelle in die Straßenbahn und schaue direkt in dem Moment auf die Uhr der Anzeigetafel, als sie auf 13:13 umschaltet. Ich denke mir: "Aha, das Unglück besteht daraus, dass hier etwas endet." Dann lese ich die Laufschrift auf der Anzeigetafel. "Die Straßenbahnlinien 10 und 11 fallen, aufgrund einer Havarie, auf unbestimmte Zeit aus." Ich weiß bescheid, dass ich hier auch nicht mehr warten muss, sondern laufe bis zur nächsten Straßenbahnlinie, die mich in Richtung Arbeit bringt und komme mit nur 2 Minuten Verspätung am Ziel an. 

Systematik der Zahlenomen
  • Warnomen (an der Wiederholung einer oder mehrerer Zahlen zu erkennen, z.B. 666): in aller Regel ein Hinweis auf ein negatives Ereignis, will einen vorbereiten und dazu bewegen schnell zu einer Problemlösung zu kommen oder dazu bringen einen anderen Weg einzuschlagen
  • Aussageomen (Einfache, aber hervorgehobene Nennung oder Eingebung einer Zahl): gibt Ratschläge, Tipps, Hinweise, genauere Definitionen und kündigt auch oft günstige Umstände an - Nachteil: Für den Laien ist es schwerer zu erkennen was ein Aussageomen ist und was nicht. Ein echtes Omen erkennt man an den besonderen und zufällig erscheinenden Umständen seines Auftretens, wie eine Zahl in den Wolken, in heruntergefallenen Ästen oder einer Eingebung in die Richtung zu schauen, wo sehr prominent eine bestimmte Zahl zu lesen ist.

Zu Beobachten sind meist:
  • Warnomen an sich in den Formen "16:16", "16,61" oder "16.16.16"
  • Warnomen + Aussageomen, z.B. "13:13" und danach "12", was das Ende einer Beziehung meint
  • Aussageomen in der Form "7" 

Zahlen und ihre Bedeutung 
(nach den Erkenntnissen von Poeta Immortalis)

Eine Zahl ist viel mehr als die Abstrahierung, die sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Sie ist eine universelle, definierende Kraft und Größe, die in der Lage ist unser aller Leben auf subtile Art und Weise zu bestimmen. Zahlen sind das Gitter, das die Ordnungen in den Multiversen aufrechterhält und das Netz, das so viele Menschen in dieser Welt gefangen hält. Wer dieses System der Macht versteht und anzuwenden weiß, das so unglaublich komplex ist, der ist in der Lage diese Welt nach seinen Vorstellungen zu definieren. Zahlen (in welcher glyphischen Form auch immer) sind nicht umsonst die Werkzeuge der Götter und damit vielleicht die "Sprache" der ersten uns heute bekannten Schöpfungen...

Bedeutung von Wiederholungen
einfache Zahlennennung= 1/3 = Tendenz zu etw.
zweifache Zahlennennung= 2/3 = Überwiegen von etw., etw. nimmt Überhand
dreifache Zahlennennung= 3/3 = 1 Ganzes = Übergewicht von etw., etw. ist mächtig/überwältigt oder löst eine ultimative Katastrophe aus, ein Problem ist nur durch einen völligen Lebenswandel noch zu lösen


Da Zahlen in ihrer Bedeutungsvielfalt vielleicht am Ehesten mit Tarot zu vergleichen sind, können, neben den hier genannten, auch andere Interpretationen richtig und wahr sein. Ich empfehle daher eigene Aufzeichnungen zu Erfahrungen im Kontext von Zahlen zu machen und diese auszuwerte



0
Das Vorexistentielle, die Leere, Perfektion, Ausgleich/Gleichgewicht durch Auflösung, Hinweis auf ungeschaffene/unerledigte Aufgaben und Dinge; Kraft: Dor

1
Schöpfung, Kreativität, Beginn, Phallus, Männliche Zeugung, Wachstum,Bezug zur Rune Laguz oder Isa, Nebenbedeutung: Sieg bei einem Wettbewerb; Kräfte: Gor, Rid

2
Empfängnis, Ergänzung, Ausgleich in einer Dualität, Geburt, Bezug zur Ma'at-Feder (Ideogramm für Wahrheit/Gerechtigkeit/Ordnung) im Kemetismus; Kraft: Bal

3
(Wiederkehrende)Lebenszyklen, die drei Alter: Generationen, Familie, Verwandtschaft, (freundschaftliche)  Bindung, aber auch: (gegen den eigenen Willen) gebunden sein; Kräfte: Gor, Rid

4
Raum, Zeit, Umgrenzung, Haus, Himmelsrichtungen, auch: Schutz oder Mangel an Schutz/Rückzugsmöglichkeiten; Kraft: Bal

5
Konsistenz, Zusammensetzung, Elemente, Bestandteile; Einfache Nennung: Stabilität, mehrfache Nennung: Instabilität, Kräfte: Gor, Rid

6
Einfache Nennung: Equilibrium/Gleichgewicht/Ausgleich, Ma'at, Ordnung, Mehrfache Nennung: Ungleichgewicht von Kräften, Isfet, Unrecht, Gewalt Chaos; Kraft: Dor

7
Besonderes, Wunder, Zeuge eines herausragenden Ereignisses werden, Jubel oder Trauer, Mut, große Tat, Kräfte: Gor, Rid

8
Turm (-bau oder Einsturz), Bezug zu vorexistenten Kräften; Durchsetzung, Fortschritt/Rückschritt, Kraft: Bal

9
Aufstieg, Schamanische Geistreise, Weltenbaum, Hinweis auf das Wirken der Götter, Hinweis auf Odin; Kräfte: Dor, Rid

10
Die Welt, Ferne, Die Sonne, Zentrum, Aufmerksamkeit/Konzentration; Kraft: Gor

11
Mäßigung, Zurückhaltung, bei einfacher Nennung auch: Hinweis mehr (aus sich) zu machen, besonders bei mehrfacher Nennung: mehr auf Recht und Ordnung achten, sich an die Regeln halten; Kräfte: Gor, Rid

12
Liebe, tiefe emotionale Verbindung, feste Beziehung, Ehe, Tag, Hinweis auf den Sonnengott (Ra); Kraft Dor

13
Ende,  Abschluss, (selten: Tod), Überwinden, Initiation, Grenzen überschreiten, Vorbereitung auf etwas Neues, Hinweis auf den akkadischen Mondgott Sin und den nordischen Fenriswolf; Kraft: Gor

14
Transformation, Vervollständigung, auch: Rache, Hinweis auf Osiris: 14 Teile; Kraft: Gor



Haupt-Farbzuordnungen zu den Kräften
Bal - Rot
Gor - Blau
Dor - Grün
Rid - Violett



Mehr auf Anfrage unter: poeta-immortalis@web.de

Donnerstag, 7. Juli 2016

Sprechende Bilder: Svantovit auf Kap Arkona

Der neue Kultplatz für den Gott Svantovit

Auch ich habe dem Obersten der Ranen auf Kap Arkona ein Opfer dargebracht, auf dass sein Kult auf Rügen erneut erstrahlen möge!

Auf dem Schild ist Folgendes zu lesen: 
"Liebe Besucher, hier entsteht ein besonderer Platz für den Gott Swantevit. Bitte beachten Sie die dazu notwendigen Absperrungen. Herzlichen Dank."


Spiritualität ist wie ein Garten


Seit ich einen eigenen Garten habe, ist mir vor allem klar geworden wie sehr die dortige Arbeit meiner eigenen Spiritualität ähnelt. Man bleibt abgeschieden für sich, aber doch innerhalb einer Ordnung, an deren Regeln man sich halten muss. In einer Gartensparte gibt es gewisse feste Regeln, genauso, wie in jeder Gesellschaft und der Natur im Allgemeinen. So kennt auch spirituelle Arbeit ihre Normen und Grenzen, die wichtig sind, um einen Kompromiss zwischen wilder Natur und gebändigter Kultur zu finden, der in meinem Fall genau die Mitte dazwischen, ein Equilibrium, anstrebt. Innere Grenzen setzt man sich selbst, um die Arbeit zu erleichtern, Wege und Beete zu unterteilen und unerwünschte Pflanzen zu vermeiden, wenngleich es auch mal nötig ist diese zu überschreiten, um neu gewachsenes Unkraut erfolgreich entfernen zu können oder effektiv ernten zu können. Eine innere Ordnung tut auch spiritueller Arbeit überaus gut, solange sie nicht zu starr ist und in der nächsten Saison neuen Wünschen und Zielen des Anbaus und der Kultivierung angepasst werden kann. Mein Garten besteht nicht nur aus Pflasterstein und Wiese, sondern aus weiträumigen Beeten voller Nutzpflanzen, einem gestuften Hügel mit Kräutern, einem Rückzugsbereich mit einer kleinen Wiese und Hecke, sowie einer kleinen Hütte mit Terrasse. Ein kleiner Apfelbaum steht im Zentrum des Gartens wie ein Weltenbaum. Alles hat seine Mitte und Ausrichtung und doch wachsen die Pflanzen nicht unbedingt in Reihe und Glied. Und hier und da lasse ich auch die ein oder andere für mich wertvolle Wildpflanze bewusst stehen, wo die Natur sie haben möchte oder hole sie in die Bereiche, wo sie benötigt wird. Es ist eine stetige und immerwährende Arbeit, die auch mal hart und fast belastend werden kann, wenn sich Unkraut und Schädlinge über längere Zeit wiederkehrend halten. Wer jedoch an dieser Stelle aufgibt, der verliert ganze Ernten oder sogar den gesamten Garten an die hartnäckigen Gegenkräfte. Bleibt man jedoch dabei alles in seiner bewussten Ordnung und Gesundheit zu halten, so zeigen sich früher oder später große Erfolge, ja Ernten, die jede Erwartung übertreffen. 

Samstag, 25. Juni 2016

Kräuterzauber zum Mittsommer


Die Zeit um Mittsommer (21. Juni) eignet sich hervorragend für Rituale mit besonders sonnenbezogenen Kräutern, wie Odinsblut (Johanniskraut). Dieses hartstielige hoch wachsende Kraut erkennt man um diese Zeit an ihren fünfblättrigen gelben Blüten. Es lässt sich vor allem an Weg-, Feld- und Waldrändern an sonnigen Standorten finden. Beim Ernten kann die Pflanze einen roten Saft abgeben, der sich später, genau wie Blut braun verfärbt. Odinsblut speichert die Kraft der Sonne wie kaum eine andere Pflanze. Ihre Blüten geben diese reinigende, göttliche Kraft der Sol und des Einogschen (=Odin) wieder an die Umwelt ab. Das getrocknete Kraut kann also zum Beispiel als klärende Schutz- und Weihräucherung oder auch als Zutat für Weihwasser benutzt werden. Odinsblut-Tee hellt die Stimmung auf und vertreibt negative Gedanken. Er weiterhin hilfreich um Krankheiten und Vergiftungen auszuschwitzen. Legt man das Kraut unter das Kopfkissen, so hilft es durch dämonische Wesenheiten verursachte Albträume abzuwehren und sorgt somit für einen tiefen erholsamen Schlaf.


Kräuterzauber: Odinsblut-Schutzsträußchen
  • Man nehme 5 Stengel blühenden Johanniskrauts
  • Kürze den unteren Teil der Stiele auf die Hälfte
  • Schneide 2 gelbe Fäden (z.B. Stickgarn oder Wolle) von einmal 10 und einmal 15 cm zurecht
  • Binde mit dem Faden von 10 cm das Sträußchen kurz unterhalb der Mitte mit mindestens zwei Knoten zusammen und schneide die überhängenden Fäden ab
  • Binde mit dem Faden von 15 cm das Sträußchen am unteren Ende zusammen und benutze die überhängenden Fäden, um das Sträußchen später anzuhängen
  • Rezitiere eine Anrufung des Odin mehrfach, bis du seine Anwesenheit spürst, z.B. "Ich rufe dich oh Odin, Allvater, der auf Hlidiskialf wacht! Kolo kir Aibngud, Baero, Wesel, Einogscher, Allawetter, Thingster, Gadelbart, Rabasung, Asaleb!" 
  • Gib ihm ein Opfer an einem (bevorzugt alkoholischen) Getränk und einer Speise (z.B. Brot, Fleisch, Beeren) mit den  Worten "Ehre dir, oh Allvater. Dieses Blot an *** und *** sei dir voll Dankbarkeit gegeben. Bitte gib diesem Kraut deines Namens Kraft das Schlechte zu vertreiben. Weisheit, Freude und Erfolg seien dort, wo dieses Sträußchen deines Blutes ruht! Kein Feind der Götter vermag den Ort zu betreten, wo das Sonnenfeuer dieses Krautes wacht! Ga ga ga!"
  • Hänge das Schutzsträußchen möglichst zentral im Wohnraum oder über Türen auf



Freitag, 3. Juni 2016

Von der Arbeit mit einer Schamanentrommel - Teil I

Die Trommel eines Schamanen ist nicht einfach ein totes Ding zum Draufhauen, das Geräusche macht, sondern ein lebendiges Wesen, ein Reittier und Gefährte für Reisen in Realitäten jenseits der Grenzen des Alltäglichen, in die Nichtalltägliche Wirklichkeit (kurz NAW). Daneben ist sie das bekannteste und weltweit bedeutendste schamanische Multifunktionswerkzeug. Die Trommel ist sozusagen das Schweizer Taschenmesser unter den Instrumenten. In beiden Fällen muss man schon damit umzugehen wissen...
Am Üblichsten für den schamanischen Gebrauch sind dabei Rahmentrommeln, bestehend aus einem runden, ovalen, polygonalen (meist acht- oder sechseckigen) oder natürlich geformten Holzrahmen, der mit einer rohen Tierhaut (mit oder ohne Fell) im nassen Zustand bespannt worden ist. In die Bespannung kann ein Griffstück eingearbeitet sein, das den Umgang mit der Trommel erleichtert und zudem die gestalterische Möglichkeit bietet ein Portal zur NAW, Krafttiere, Hilfsgeister oder Götter hier zu manifestieren. Der gleiche Effekt kann auch durch Bemalen der Tierhaut erreicht werden. Traditionell finden sich darauf auch Karten der NAW, sowie andere magische und heilige Bilder und Zeichen. Beim Bau einer eigenen Trommel sollte man sich auch die Möglichkeit offen lassen weitere Kraftgegenstände, Glöckchen, Schellen und Schnüre später anbringen zu können. Auf diese Weise kann man die sie im Laufe ihrer Nutzung weiter ehren, nach individuellen Bedürfnissen entwickeln und so zu einem über viele Jahrzehnte nutzbaren Universalwerkzeug werden lassen. Da es zum Trommelbau bereits umfangreiche Literatur und Kurse gibt, beziehe ich mich ausschließlich auf ausgewählte Aspekte der Nutzung. Grundsätzlich ist zu beachten, das schamanische Arbeit kein Dogma darstellt und somit von den hier beschriebenen Varianten abweichen kann. Man sollte sich in erster Linie selbst Gedanken dazu machen, wie man seine Trommel einsetzen möchte und kann natürlich auch einen Geistlehrer dazu um Rat fragen. Dennoch arbeitet jeder Schamanisch Praktizierende eigenverantwortlich und sollte sich nicht künstlich zum Spielball der Geister machen. 

Einige Einsatzmöglichkeiten der Schamanentrommel
(einige Punkte können sich überschneiden)
  • Tranceerzeugung
  • Rituelle (Klang-)Reinigung
  • Herstellung ausgeglichener Zustände - Harmonisierung
  • Bannung
  • Exorzismus
  • Heilung
  • Zum Kanalisieren und Überbringen
  • Beschwörung von Geistwesen
  • Als Sitz der Hilfsgeister
  • Fangen von Geistwesen/Seelenteilen
  • Als Karte der NAW
  • Als Medium für Schutzzauber/Schild
  • Der Trommelstock als rituelle "Waffe"
  • Als Platz für Gebetsschnüre 
  • Zum Transport von Gebeten zur Gottheit

Belebung der Trommel

Wer dieses heilige Instrument aus eigener Kraft mit Herz und Seele herstellt, der beseelt sie gleichsam mit einem Teil seiner Selbst. Die Charakterzüge des Trommelgeistes kann man durch Willenssätze und Intentionen, aber auch die eigene Stimmung und Konzentration bei der Arbeit formen. Ebenso wichtig ist dabei auch die gezielte Auswahl der Materialien. Qualität steht dabei vor Quantität, denn schließlich wird das hier ein wundervolles Lebewesen, kein Massenprodukt. Wer schon in den Grundlagen beginnt, sich tiefgründige Gedanken zu machen, auf Nachhaltigkeit, Legalität und passende Krafteigenschaften zu achten, kann einen besonders starken und heilwirksamen Geist erzeugen. 
Die Form des Rahmens, der Baum, aus dem dem er besteht, die Herkunft, Bezüge zu Mythen und persönlichen Erfahrungen, Gewicht, Klang und auch Sinneseindrücke wie die Optik oder der Geruch können entscheidende Faktoren sein, die eine komplexe Symbolik und Sinngebung schon an dieser Stelle möglich machen. Auch praktische Überlegungen sind angebracht: Wie groß und schwer darf meine Trommel sein, um gleichzeitig mobil zu sein? Welche Materialien bieten den von mir erwünschten Klangeffekt? Im (heute seltenen möglichen) Optimalfall sollte man, wie die traditionellen Schamanen, in der Lage sein Einfluss auf das Fälldatum (-> Astrologie) zu nehmen oder sollte den Baum sogar mit Hilfe der eigenen Spirits auswählen. Aber auch ohne diese Möglichkeit kann man den Herstellungszeitpunkt an der Phase des Mondes und der Stellung der Sterne ausrichten und somit positive Einflüsse für die spätere Arbeit generieren. Wer dem nicht bewandert ist, sollte einfach seiner Intuition vertrauen oder seinen Geistlehrer fragen. Ähnliche Gedanken spielen bei der Auswahl der rohen Tierhaut eine Rolle. In traditionellen Schamanismen ist hier das Alter und Geschlecht, sowie die Farbe des Tieres oft bedeutsam. Manchmal passt es sogar das eigene Krafttier auf diese Weise in die schamanische Praxis einzubinden, sofern es dem seinen Segen gibt, also auch kein Tabu der Nutzung seiner Körperteile erteilt hat. Sollte das Krafttier jedoch kein Säugetier sein, so lassen sich auch Federn, Krallen, Zähne oder Fischschuppen, sowie Entsprechungen aus Metall. Holz, Ton oder anderer Modelliermasse später anhängen.
Bevor man das Trommelleder auf den Rahmen spannt, muss es im Wasser flexibel gemacht werden. Durch Zugabe von kraftvollen Kräutern in das warme Wasser kann der Trommelgeist weiter energetisiert, mit Bedeutung und Leben gefüllt werden. Tabakblätter sind eine besonders stärkende Zutat. Doch Vorsicht: Da sich Nikotin in gesundheitsgefährdend hohen Mengen im Wasser löst, sollte man bei der Arbeit wasserfeste Handschuhe tragen und auf keinen Fall etwas von dem Tabakwasser innerlich einnehmen.
Indem man bei der abschließenden Bemalung der Trommel ein Gesicht verleiht, kann man selbst bei einem gekauften Instrument noch eine aktive  Belebung herbeiführen.
Weitere Möglichkeiten bieten das Opfer von eigenen Blut, das Einhauchen von Lebenskraft, das Besprenkeln mit Alkohol, Tabak- oder anderen Kräuterwässern, das magische Besprechen und das Bestreichen mit Fetten und Ölen (immer erst nach dem Bemalen!). Meiner Erfahrung nach verlangen die Geister belebter Objekte immer ein Blutopfer, auch wenn man gar nicht beabsichtigt eines zu geben. Auf mysteriöse Weise schneidet oder sticht man sich, auch wenn einen das sonst nicht passiert und man noch so gut sein Handwerk beherrscht... Da das Blut von dem Leder regelrecht eingesogen wird, kann man damit sogar seine Trommel künstlerisch gestalten, wenn man will.


Unterhaltung und Pflege einer belebten Trommel

Eine so belebte Schamanentrommel sollte sicher und geschützt vor Haustieren, uneingeweihten Personen und Beschädigungspotential, sowie zu starker Trockenheit oder Feuchtigkeit würdevoll aufbewahrt werden. Hierzu kann man sie entweder einfach in den Altaraufbau einbeziehen oder sie in einem Schrank, einer Tasche oder einem Koffer aufbewahren. Macht am Besten eine Geistreise zum Spirit eurer Trommel und fragt ihn, wie er behandelt oder gepflegt werden will.
Manche werden nach kurzer Zeit unbespielbar und verweigern ihre Kooperation, wenn sie nicht gefüttert werden. Das kann ähnlich wie bei der Belebung durch Besprenkeln mit diversen energetisch nährwertreichen Flüssigkeiten geschehen, durch das Einreiben mit bestimmten Kräutern oder Ölen, das Aufstellen und Widmen von Getränken und Speisen vor der Trommel durch Beräuchern oder anpusten mit Tabakrauch. Andere Trommeln verlangen einfach nur von einen, dass man sie regelmäßig bespielt oder mit ihnen tanzt. In jedem Fall ist es wichtig sich für die Bedürfnisse des Geistes zu öffnen und ausreichend Sorge zu tragen, wenn man lange Zeit Freude und Erfolg mit dem Instrument haben will. Umso mehr man es benutzt, desto enger und tiefer wird auch die Verbindung. Das führt auch dazu, dass die Kraft der Trommel mit der Zeit zunimmt bis sie ein unersetzlicher Partner ist.


Freitag, 13. Mai 2016

Ein mesopotamisches Schutzritual für Reisen


Damals noch viel mehr als heute stellten Reisen eine ernstzunehmende Hürde dar. Gerade in den Steppen des Zweistromlandes lauerten so manche fatale Widrigkeiten, von wilden Löwen, über sengende Hitze, bis zu tödlichen Krankheiten. Unsere postmodernen Reiseschwierigkeiten sind glücklicherweise von weitaus weniger schwerwiegender Natur und kosten uns hauptsächlich Zeit und Nerven, seltener aber das eigene Leben. Nichtsdestotrotz sind es Übel, die man mit einem geeigneten Ritual abwenden kann.
Dafür werde ich im Folgenden meine originalgetreue Übersetzung eines Schutzrituals für die "Durchquerung der Steppe" aus der Altbabylonischen Periode einer auf aktuelle Probleme gemünzten Fassung gegenüberstellen.
Gleichermaßen möchte ich dazu anregen eigene Versionen zu kreieren, denn nicht anders hätten es die Menschen im alten Babylon getan. Ganz davon absehen, würde es uns heutzutage kaum nützen, würden wir Rituale praktizieren, die nicht auch irgendwo unserer alltäglichen Lebensrealität entsprächen. 


Version 1: Reise durch die Wildnis
Fertige vor Antritt deiner Reise 4 Tonfiguren (von Südwind, Nordwind, Erde und Himmel). [Da die Anweisung nicht konkret wird, wie die Figuren auszusehen haben, sondern das Wissen darum voraussetzt, schlage ich vor menschliche Figuren mit einfachen Hörnerhelmen als Zeichen für göttliche Wesenheiten zu fertigen.]

Rezitiere über ihnen 7 Mal:
" Ich hebe einen Stein auf, alle Angreifer zu besiegen,
Ich wurde inmitten der Tiere der Wildnis aufgehalten.
So sei es für den Löwen: Lass den Pfad für ihn versperrt sein.
So sei es für den Wolf: Lass den Pfad für ihn versperrt sein.
Der Pfad ist der Weg des Menschen: Lass ihn mit Lehm ausgestrichen sein. 
Jedes wilde Tier sei unfähig ihn zu beschreiten,
denn der Morgen gehört zum Menschen und die Nacht den wilden Tieren.
Südwind, vernachlässige deine Wacht nicht!
Nordwind, vernachlässige deine Wacht nicht!
Erde und Himmel, vernachlässigt eure Wacht nicht,
bis der Sonnengott in seinem Aufstieg erscheint!"

Stelle deinen mobilen Altar auf und gib dem Südwind, dem Nordwind, Erde und Himmel Opfer mit der Bitte für eine gute Reise ohne Widrigkeiten.

Nimm die Figuren und wirf jede von ihnen in eine der vier Himmelsrichtungen. [Den Südwind in den Süden, den Nordwind in den Norden, die Erde in den Osten und den Himmel in den Westen.]
Dann kannst du deine Reise antreten.


Version 2: Für die Autofahrt am Tage
Fertige vor Antritt deiner Reise 4 Symbole aus Modelliermasse (z.B. Fimo) (von Südwind, Nordwind, Erde und Himmel). [Siehe Bild oben]

Rezitiere über ihnen 7 Mal:
"Ich schnalle mich an, auf dass ich sicher fahre.
 Ich halte das Lenkrad fest, auf dass ich Herr meiner Wege bin.
Und doch wurde ich im Verkehr aufgehalten.
Für den Raser: Lass jede Ampel für ihn rot sein.
Für den Bummler: Lass ihn zu Hause bleiben.
Die Straße ist der Weg des Menschen: Lass sie ordentlich asphaltiert sein.
Jeder Idiot sei unfähig auf ihr zu fahren.
denn der klare Tag gehört den Menschen mit Verstand und die neblige Nacht den Falschfahrern.
Südwind, lass mich schnell mein Ziel erreichen!
Nordwind, lass alle Hindernisse verschwinden!
Erde und Himmel, gebt mir Schutz und Hilfe,
solange der Sonnengott den Tag erhellt!"

Stelle deinen mobilen Altar auf und gib dem Südwind, dem Nordwind, Erde und Himmel Opfer mit der Bitte für eine gute Reise ohne Widrigkeiten.

Nimm die vier Symbole und halte jede von ihnen in eine der vier Himmelsrichtungen. [Den Südwind in den Süden, den Nordwind in den Norden, die Erde in den Osten und den Himmel in den Westen.] Platziere das Südwindsymbol im Kofferraum oder an der Heckscheibe deines Autos, das Nordwindsymbol im Handschuhfach oder am Spiegel, das Erdsymbol unter dem Beifahrersitz oder im Fach einer rechten Tür, sowie das Himmelssymbol unter dem Fahrersitz oder im Fach einer linken Tür.
Dann kannst du deine Fahrt antreten.


Dienstag, 26. April 2016

Das Schicksalsgeflecht



Ein paar metaphysische Gedanken vorab

Alle Taten haben Folgen. 
Ein Teil dieser Folgen ist direkt beabsichtigt.
Doch wenn mehr Energien aufgewandt werden, um exakt das zu erreichen, was es intentionell zu erreichen galt, verbleibt ein nicht unerheblicher Rest an Energien. 
Energien verschwinden nicht einfach.
Sie übertragen und wandeln sich, bis ihr Potential vollständig gebunden ist.
Selbst jeder Gedanke, jedes Gefühl sendet Energien aus, die Reaktionen und Tatfolgen erzeugen, auch wenn wir sie nicht unmittelbar wahrnehmen.
Die eigenen Taten beeinflussen die Taten anderer Wesen, die wiederum neue Energien mit allem aussenden, was sie tun.
Im Laufe der Zeit bildet sich daraus ein dichtes Geflecht, ein Netz aus energetischen Verbindungen.


Die Gleichförmigkeit des Okkulten und das Schicksalsgeflecht 
Der Theorie Hans Benders entsprechend, zeigte sich mir in den letzten Tagen und Wochen wieder einmal, dass hinter den Aufzeichnungen, Mythen und Erfahrungen voneinander unabhängig existierender Völker unterschiedlicher Zeiten objektive Wahrheit steht: Was haben die Kemeten, Germanen und Buddhisten gemeinsam? Zum Beispiel die Beschreibung eines Schicksalsnetzes.

Schon vor Jahren hatte ich mich mit dem germanischen Begriff des Wyrd beschäftigt, dem durch die Nornen gesponnenen Schicksal, das vor allem in angelsächsischen Quellen zu finden ist. Scheinbar unausweichlich sind die Menschen dabei in einem subtilen Netz gefangen. In den letzten Wochen habe ich durch intensive meditative Arbeit im Zuge eines experimentellen direkten Erfahrens buddhistischer Lehren, eine sehr vergleichbare Erfahrung gemacht. Ich erlerne unter Zuhilfenahme von Techniken aus Michael Harners Core-Schamanismus von meinen Boddhisattva-Geistlehrern den Erlösungsweg des Buddha. Eine Technik, die mir dazu gegeben wurde, ist die Höhlenmeditation des Vajrapani. Als ich stehend beim Warten auf den Bus mit dieser Technik meditierte, begann ich plötzlich die Dinge zu sehen, wie sie in Wirklichkeit sind... Alle Menschen um mich waren dicht verwoben in ein Netz goldener Energiefäden. Ich sah, dass die Menschen aus Ihrem Inneren an einem Punkt in der Körpermitte (Solarplexus) leuchten. Doch meist war ihr Schein unterbrochen und unregelmäßig. Ein dreckiges Gelb strahlte am Häufigsten, dann Grün, hier mal ein leuchtendes Rot und sonst ein dunkles Blau. Ich schaute weiter und sah die Fäden von den Licht weiterlaufen und in dunklen Ecken und Winkeln enden, wo sich viele insektenartige Arme bewegten. Wie Spinnen lauerten die Dämonen und hielten die Schicksale der Menschen fest in ihren Händen. Nur ich allein, stand dazwischen, ohne selbst gefangen zu sein. Ich hörte Vajrapani zu mir sprechen: "Das ist das Werk des Mara." 
Ich habe damit selbst die Dämonen des Versuchers Mara auf frischer Tat gesehen, wie sie die Menschen an diese Welt binden. Sie unterbinden geistige Bewegung, positive Veränderungen und terminieren die meisten kommenden Taten. Die meisten Menschen sind somit auch ganz subtil im System gefangen.
Als ich den Artikel von Edward Butler im Buch "Sekhmet - When the Lion Roars" von Galina Krasskova las, erkannte ich eine weitere Synchronizität. Butler schreibt dabei über  den altägyptischen Begriff "iadet" im Bezug auf die löwengestaltige Göttin. Er übersetzt den Begriff als "Pestilenz" und "Netz", was mich wieder gedanklich zum Schicksalsnetz führt. Die alten Kemeten führten in ihren Jenseitsbeschreibungen ein solches Netz an, in dem sie fürchteten wie ein Fisch gefangen und von Dämonen verschlungen zu werden. Sechmet tritt dabei als mütterliche Retterin aus diesem Netz auf. Genau wie Hathor, ist also auch Sechmet eng mit dem Schicksalsglauben und den dahinterstehenden realen Erfahrungen verbunden.


Lösungsansätze
So ist insgesamt festzustellen, dass drei unterschiedliche Völker mit unterschiedlichen Göttern und Erlösungshelfern eine objektiv erfahrbare Wahrheit erkannt haben.
Als Helfer, um sich von einem bösen Schicksal zu lösen kenne ich durch meine schamagische und polytheistische Arbeit aus dem Germanischen die Nornen Urd, Skuld und Verdandi, sowie Hel, zu der ich als "Holle", bzw. "Hul" auch eine sehr enge Verbindung pflege. Holle kann man auch ohne schamagisches Können Opfergaben (wie Brot und Wein) unter einen Holunderbusch darbringen und einen Zettel mit der Bitte um Heilung oder Abwendung von Unheil hinterlassen. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Intention und er Wille klar und deutlich sind. Natürlich kann man so ein Ritual individuell noch weiter ausbauen, um das Ganze effektiver und auch schöner zu gestalten.
Im Buddhismus geht das Ziel noch viel weiter. Hier ist man vor allem selbst als Befreier vom Schicksalsgeflecht gefragt, indem man in Achtsamkeit und Konzentration einen dem Buddha ähnlichen Erlösungsweg geht. Wenn man viel Wert auf individuelle Selbstbestimmung legt, sollte man etwas vorsichtig sein, wenn mit den Boddhisattvas und Buddha selbst arbeitet, da sie dazu neigen einen nicht nur belehren, sondern auch nach ihren Vorstellungen formen zu wollen, wie ich selbst feststellen musste. Die nötigen Techniken sind jedoch auch ohne die Boddhisattvas erlern- und praktizierbar.
Im Kemetismus gibt es offensichtlich ein Konzept, das zwischen dem Germanischen und Buddhistischen einzuordnen ist. Es geht im Leben erstmal nur darum, sich von Isfet, Unglück und Pestilenz zu lösen. Für das Nachleben ist es dann jedoch wichtig sich aus allen Veflechtungen des Iadet-Netzes zu befreien, um nicht als Nahrung der Dämonen zu enden. Hilfreiche Götter, die einen dabei unterstützen und anleiten können, sind vor allem Sechmet und Hathor.