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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Freitag, 18. November 2011

Sprechende Bilder: Schuld wiegt schwer - die Seelenwägung


Dieses Bild stellt einen gewaltigen Unterschied zur ursprünglicher ägyptischer Seelenwägung dar, auf deren Ursprung sich selbst das Christentum (leider meist ohne das Wichtigste zu erwähnen) beruft: Im alten Ägypten wurde das Herz, als Sitz der Seele, gegen die Feder der Maat aufgewogen und musste gleich schwer oder LEICHTER sein. Dagegen musste die Seele des treuen gottgläubigen Christen SCHWER sein und alle leichten Herzens wurden verdammt... 
Nun ist es so, dass gerade der dunkle von Schuld belastete Seelenstoff (altägyptisch: emen) besonders schwer wiegt. Der Sinn der Seelenwägung im alten Ägypten war zu überprüfen ob man wenig dieses schuldhaften Elements in sich trägt und somit in das Reich Amenti (sozusagen das altägyptische Himmelreich) einziehen darf, oder aber seine Schuld abarbeiten muss. Eine so schlimm belastete Seele, wie die der Dame auf der Wagschale links unten wäre wohl viel eher ein Mahl der Fresserin (Ammit) geworden, weil solche Wesen eine Bedrohung für das Welten- und Kräftegleichgewicht (Equilibrium) darstellen. Eine Alternative  zu Ammit, für alle Seelen, die willig sind sich zu ändern, wäre dann auch noch das Bad in einem Feuersee, in dem die emen verbrennen. Anschließend können auch diese Seelen nach Amenti. Allerdings mussten damals nur sehr wenige Menschen mit einem derartigen Götterurteil rechnen. Das steht im starken Gegensatz zum Christentum, wo eine Verdammung und viel schlimmere Höllenfahrt zum Normalfall wurde und das Himmelreich einer sehr überschaubaren Anzahl von Seelen zuteil wurde. Dort dürfen sie auch noch ewig Sklavendienste verrichten oder aber von ihrem einen Herrgott assimiliert werden. Letzteres macht zur Fresserin wohl auch keinen großen Unterschied...
Diese erwünschte Seelenbelastung im Christentum wird von Theologen häufig mit der Bibelstelle 5,27 im Buch Daniel begründet: "Tekel: Gewogen wurdest du auf der Waage und zu leicht befunden."
Der Seelenwäger der Christenheit ist Erzengel Michael. Bei den Ägyptern können verschiedene Gottheiten als Seelenwäger auftreten, die von Ra der Rechtsprechung bemächtigt wurden (zumeist Anubis und Thoth).Allerdings können bei dieser wichtigen Entscheidung auch weit mehr Gottheiten anwesend sein.

Quellen:
http://www.die-goetter.de/aegyptische-goettin-maat
http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/dan5.html

Kommentare:

  1. Ein sehr interessanter Vergleich!

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  2. bezeichnend vorallem der Hintergrund in der Michaelswägung:
    auf der Seite derer die dem Herrn nicht gut genug sind, kann man vor Leuten kaum mehr kucken
    - die Seite derer die die "Erlösung" erhalten sollen, also nicht ewige Pein erwarten dürfen, ist überschaubar klein!
    Es ist mehr als nur eine unwichtige Feststellung - liebe Leute, lasst euch auf der Zunge zergehen, dass dies die unabänderliche Zukunft der Menschheit sein soll! Wieviele von euch sind schließlich der Meinung sie seien würdige Diener Gottes gewesen ihr ganzes Leben lang?

    Allen Gut-dünken-Christen dieser Welt kann ich nur sagen,
    glaubt wegen mir an einen Jesus der Vegetarier war und schon irgendwie alle Leute samt ihrer kleinen Macken durchkommen lassen wird... die Bibel sagt leider etwas anderes.

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