NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

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Du bist neu hier? Eine erste Einführung hilft dir weiter!


Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Freitag, 28. Dezember 2012

Lyrik: Die Erlösung


Dort, wo ich einmal nur war,
doch tausendmal in Gedanken,
in traumhaften Reisen wandernd,
dort zieht meine Seele ein,
an dem Tag, wo die Schranken
meines Körpers fallen ein,
für alle Mal befreit,
weit fort vom alltäglichen Sein,
mehr Sein als Schein, seid-
wärts, magisch entflohen,
dem rohen körperlichen Bein,
dem groben, argen Kampfe fern,
gern in andersweltlichen Sphären,
wo meine Ahnen fröhlich leben,
heben und senken ihre Geister,
haften nicht dem Mammon an.

Doch dann und wann werde ich wachen,
lachen über euch törichte Wesen,
die lebend versklaven sich lassen,
in Massen verwehren die eigene Kraft.

Schafft ihr es euch zu lösen?

Copyright 2012 by Poeta Immortalis


Dienstag, 11. Dezember 2012

Heilige Natur: Die Sonnensäule

Obere Sonnensäule über Halle (Saale) am 11.12.2012 von 15:45...

bis ca. 16 Uhr, wo sich ein Wandel zu einer oberen Nebensonne vollzog.
Die Präsenz des Sonnengottes war weithin, während dieses Naturschauspiels, spürbar. Ehre sei ihm! Möge dieses Zeichen einen baldigen Wandel einleiten!

Im alten Ägypten wurden die Sonnengottheiten Atum, Chepre/Khepera und Ra/Re in Form einer Sonnensäule, dem Obelisk, verehrt, die deren unmittelbare Präsenz anzeigten. Diese Darstellungsform könnte sich auch von einer solchen meterologischen Sonnensäule ableiten. Der erste Obelisk stand in Heliopolis und wurde "Benben" genannt. Er galt als Sitz des Atum, der in Neuen Reich eins mit Re wurde. Selbst seine Opferbrote wurden gerne in dieser besonderen äußeren Form zubereitet. Obelisken wurden mit der Zeit immer mehr zu astrologisch-astronomischen Markierungspunkten und Anzeigern für die Beziehungen zwischen Sonne und Mond, Tag und Nacht. Passenderweise ist auch diese hier abgelichtete Sonnensäule zum Sonnenuntergang erschienen.

Mehr meterologische Informationen zum Phänomen (Englisch).


Donnerstag, 6. Dezember 2012

Meldung: Ritual Stone Balancing

Geplant ist ein gemeinschaftlicher künstlerisch-energetischer Akt des Steinestapelns mit anschließendem Adorations-, Opfer- und Wintersonnenwendritual gegen Abend bis hin zum 21.12.2012. Beteiligt euch oder werdet selbst zum Veranstalter! Ob im Freien oder zu Hause... ganz egal... Werdet aktiv! Keine Steine in Sicht unter dem kalten Weiß? Dann stapelt doch Schneekugeln und stellt Schneekreise her!
Die Veranstaltung auf Facebook...

Make ritual stone art for the old gods, if outdoor or at home! You can't find any stones under the white? Maybe make some snow circles and balance ice or snowballs!
The event on facebook...

Montag, 3. Dezember 2012

Das Ende des Zeitalters der Fische

 69
 - 666 -

Im Dezember 2012 kommen einige interessante Daten auf die Erdenbewohner zu: Vor allem der 12.12.2012 und der 21.12.2012 sind hierbei relevant. Dazu gibt es ein paar Überlegungen und Betrachtungen von meiner Seite...
Die 12 ist numerologisch in vielen Kulturen die Zahl des Abschlusses, der Perfektion oder der perfekten Verknüpfung. Sie bildet einen abgeschlossenen Sonnenzyklus. Für mich steht diese Zahl demnach auch für einen optimalen Zeitpunkt, ein optimales Zusammentreffen, das zwar etwas Altes beendet, jedoch die Grundlage einer langen Verbindung bildet: Eine Unio Mystica steht hier, in welcher Form auch immer, bevor. Diese mystische Verbindung wird durch die Kräfte der kosmischen Ordnung, also durch die Kräfte des Equilibriums/Maat stattfinden, 15 ist ihre Zahl, die im krassen Gegensatz zu den derzeitig vorherrschenden Systemen steht. Aktuell führende monotheistische Religionen, die das alte Zeitalter unter dem Fisch bestimmten, verdammen diese 15 als die Zahl angeblich "teuflischer" Gegenspieler. Das Ende des Alten setzt abrupt ein und wird durch göttliche Zeichen begleitet. Doch keine Sorge: Dies ist keineswegs ein Weltenende, sondern der Vorbote des großen Frühjahrsputzes, auf den die Frühlingsgefühle und die schöpferischen Kräfte der Liebe folgen. Doch wir sollten uns dabei keineswegs auf das Datum eines andersweltlichen Startschusses konzentrieren, sondern aktiv an diesem allumfassenden (Quersumme 3) Veränderungsprozess mitwirken! Die Personen, die sich in solch einer Situation wie ein Löwe gebärden, werden als Anführer einer neuen Zeit hervorgehen. Doch diese Wesen werden besondere Werte und Zeichen haben, durch die sie sich offenbaren: Die 6 und die 9. Dabei steht die 6 hier für das Kräftegleichgewicht, den Ausgleich von Ying und Yang, innen wie außen, auf allen vorstellbaren und (noch) unvorstellbaren Ebenen. Die 9 steht für die gegen die Unwissenheit aufgerichtete sprechende Schlange der Weisheit, den Boten der alten Götter, ja den heiligen Beschützer, der die Sprache der Lebenden und der Toten spricht.
Die 21 ist die Kehrzahl der 12 und weist demnach ab diesem Zeitpunkt in eine ganz neue, ungewohnte Richtung, die die ordnenden Kräfte der alten Götter angeben. Ein Aufbruch in das Wassermannzeitalter setzt ein und kein Weltuntergang! Der WANDEL nimmt langsam Gestalt an... und er wird unser aller Mitarbeit benötigen, denn noch nie ist etwas einfach so von allein entstanden. Es ist kein Datum, an dem die Welt auf einmal grundlegend anders wäre, denn solch einen plötzlich eintretenden Zeitpunkt gab es nie und wird es niemals geben. Viel eher werden in naher Zukunft viele Fingerzeige und Omen auf uns zukommen, die uns durch die Nacht zwischen dem alten und dem neuen Äon sicher geleiten sollen.
VERÄNDERUNG bist DU, WANDEL sind WIR.

Der Maya-Kalender mag bald enden, doch das an sich ist nur ein gewöhnliches diesseitiges Zeichen. Unsere modernen Kalenderdaten jedoch, die sich darum ranken, sind voller Omen, die wir lesen und verstehen sollten. Denn eines steht fest: Die Schöpfer des Maya-Kalenders kannten unseren gregorianischen Kalender nicht, weshalb er nun divinatorisch wirken kann.


Mittwoch, 28. November 2012

Dienstag, 13. November 2012

Sprechende Bilder: Buchheidentum vs. Lebendige Götterarbeit


Hier treffen die Gegenpole des (in diesem Fall nordischen) Paganismus aufeinander... und daran scheiden sich die Geister. Ist es sinnvoll die Edda als eine "heilige Schrift" anzusehen, wo doch "germanisches" (der Begriff der "Germanen" ist eine römische Fremdbezeichnung zahlreicher nicht zusammengehöriger Stämme) Heidentum nie schriftbasiert war und erst nach der Christianisierung ausgewählte Geschichten in deutender oder sogar dämonisierender Art und Weise verschriftlicht worden sind? Ist es sinnig christliche Vorprägungen zu übernehmen und eine neue heidnische Buchreligion zu erschaffen, die nichts mit den Praktiken unserer Ahnen gemein hat? Oftmals geht sogar damit noch eine Ablehnung und Leugnung der so zahlreich in Volksglauben und -Tradition überlieferten magischen Riten aus dem nordischen Kulturbereich einher... Soll das ahnentreuer Paganismus (z.B. Asatru = Asentreue) sein?! Kann es nur einen Weg des nordischen Paganismus geben, wo es doch so viele unterschiedliche Stämme gab, die die germanischen Götter verehrten? Geht es hier vielleicht sogar teilweise in eine rechtsextreme Richtung, in der künstlich und naturfeindlich sogenannte "Reinheit" der Kultur oder gar des Blutes, der Gene geschaffen werden soll (, die es jedoch nie gab und niemals geben kann)?!
Hoffen wir ersteinmal das Beste... Die Entscheidung liegt bei jedem selbst. Denn letztendlich handelt es sich hier um ein Paradigmenproblem, das also von der inneren Überzeugung einer Person abhängig ist.
Doch schauen wir uns ersteinmal die andere Seite an, bevor jeder für sich eine Meinung zu diesem Thema bildet:
Die hier genannte Lebendige Götterarbeit arbeitet nicht nur mit den überlieferten Texten, sie prüft die aktuelle Relevanz und Korrektheit dieser durch die reale Beschwörung und Befragung der betreffenden Wesenheiten.  Dies ist mit Sicherheit KEIN SCHERZ und völlig ernst gemeint! Nur wer sich vor solchen potentiellen Möglichkeiten von Vornherein völlig verschließt, der kann die dazu nötigen Techniken auch nicht erlernen. Es ist, wie in jeder Wissenschaft, in jedem Experiment, eine neutrale Herangehensweise notwendig, um zu Ergebnissen zu gelangen. Und diese Ergebnisse können sich sehen lassen! Denn von unseren Ahnen bis heute lässt sich die unabhängige Reproduzierbarkeit von Kontakten mit dem Andersweltlichen durch unzählige Praxiserfahrungen nachweisen. Und das Gute ist: Ein Jeder kann sich selbst daran wagen und selbst Techniken der Divination, Evokation, Astralreise und vieles mehr erlernen, ja grenzenlos experimentieren! Ein Jeder kann selbst in die Natur, zu alten Stätten gehen und Kontakt zu den Ahnen aufbauen!

Wo steht ihr?!

Habt ihr Lust zum Experimentieren bekommen?
Dann informiert euch zum Beispiel über Visionen, Omen und Stichomantie!

Freitag, 26. Oktober 2012

Meldung: Samhain – der Wendepunkt der Zeiten

In der Nacht zum 1. November ist es wieder an der Zeit: Es ist Samhain, das keltische Neujahrsfest, das gleichzeitig ihr wichtigstes Jahreszeitenfest darstellt. Doch eigentlich ist der Termin dieses Festes gar nicht auf ein Datum unserer heutigen Zeitrechnung fixiert, denn Erstens benutzten die Kelten einen Kalender, der an Mond und Sonne orientiert war, wobei Samhain das höchste Mondfest darstellt (, das daher im Grunde zum 11. Neumond, z.B dieses Jahr am 13.11.2012, gefeiert werden müsste) und Zweitens wurde Samhain, je nach Tradition und Zusammespiel von Anlässen in der keltischen Überlieferung, 1, 3, 7, 15 oder sogar 30 Tage lang gefeiert. Die Zahl 3 ist für die Kelten allbestimmend und heilig, was man auch an der Dreigestaltigkeit ihrer Götter (3 Seelenteile), sowie ihren magischen Zeichen (z.B. Triskele) sehen kann und tritt so auch in diesen zyklischen Feierdaten prominent hervor: Als 3 an sich, 7 (= 3 Tage davor und 3 Tage danach), 15 (7 Tage davor ud 7 Tage danach, sowie 5 Mal 3) und 30 (2 Mal 15 und 10 Mal 3). Ab der Zeit des „letzten Samhain“ („Sam“ = keltisch für Sommer), also der letzten Sommertage, geht dieser endgültig vorüber und die kalte Jahreszeit beginnt, die bei den Kelten bis zum 1. Mai („cet samain“), dem „ersten Samhain“ andauert. Diese nun folgende kalte Jahreszeit, ist die Hauptaktivitätszeit der keltischen Druiden, den sogenannten „Filid“. Doch nicht nur sie werden nun besonders aktiv. Sämtliche Übergangsorte zur Anderswelt (,keltisch „Sid“ ,) stehen offen und Geistwesen aller Art kommen zu uns. Ebenso haben wir jedoch die Möglichkeit besonders einfach in die jenseitige Welt zu reisen, zum Beispiel mit Hilfe diverser Astralreisetechniken. Die Botinnen der keltischen Götter, die ehrenhaften Banshees, werden ausgesandt, um Einladungen an die Lebenden zu überbringen. Wer annimmt, der wird, von ihnen in die Anderswelt geführt und kann dort Dinge erleben, wie sie zum Beispiel in den irischen Legenden und Epen beschrieben werden, denn die Meisten davon trugen sich direkt in und um dem herbstlichen Samhainfest zu. Die aufkommenden Nebel und kalten Winde, sind ein untrügliches Zeichen für die Präsenz andersweltlicher Wesen.
Mit der Anwesenheit der Götter und Ahnen ist nicht nur Altes verbunden:  
Samhain ist und war stets der Wendepunkt der Zeiten, auf den starke Wandlungen und Neuerungen folgten! 
Das ist nicht unwesentlich auf die nun vorhandenen starken jenseitigen Einflüsse zurückzuführen. Wer sich den positiven Einflüssen der Geister der Natur (z.B. auch den irischen Feen) und der der heidnischen Götter öffnet, wird so mit Sicherheit im neuen Zeitalter des Wassermanns eine Menge erreichen können!

Sonntag, 30. September 2012

Die Sonderbestattungen und das Erdwerk von Herxheim

Als Fortsetzung zur Thematik der kultischen Äußerungen des frühen Neolithikums, anschließend an den Artikel zur rituellen Bemalung in Schneidemühle bei Zeitz, folgt nun ein weiterer bedeutender Ort der Austragung linienbandkeramischer Kulte: 






Ein weiterer Fundplatz kultischer Hinterlassenschaften ist die bandkeramische Siedlung mit umgebender Grubenanlage in Herxheim bei Landau (Pfalz), der im Jahr 1995 zum neuen „Gewerbegebiet West“ ausgewiesen worden war. Auf diesem Gelände waren schon zuvor annähernd 20 Lesefundstellen bekannt, einige auch mit Funden aus dem Neolithikum. Um mögliche Zerstörungen bei der zukünftigen Bebauung vorzubeugen, wurden die Siedlungsbereiche großflächig ergraben. Grabungen in den Jahren 1996 bis 1999 brachten ein Erdwerk mit absichtlich deponierten Menschenschädeln, -kalotten und -skeletten zutage, die außergewöhnlich behandelt worden waren. Dazu bot sich eine Fülle an aufwendig verzierter Linienbandkeramik, Silexklingen und weiteren Gegenständen aus Stein und Knochen. Bedauerlicherweise war der Erhaltungszustand eines Teils der Siedlung stark durch Erosion beeinträchtigt. In diesen Bereichen konnten ausschließlich die gewöhnlichen Hauspfosten mit begleitenden Gruben ausgemacht werden. Zusätzlich gab es auch gewöhnliche Hockerbestattungen in Siedlungsgruben, sowie im Graben des Erdwerks. Insgesamt beliefen sich erste Schätzungen auf mindestens 450 Individuen aller Altersklassen und Geschlechter auf einem Drittel der ursprünglichen Siedlung. Gemeinsam mit den noch nicht ergrabenen Bereichen könnten laut Hochrechnungen etwa 1350 Leichen auf dem gesamten Gebiet bestattet sein. Interpretativ wurden zahlreiche Thesen zur Befundsituation formuliert: So sollte die gesamte Anlage in die jüngste Linienbandkeramik eingeordnet werden, was jedoch von Ch. Jeunesse widerlegt wurde. Die Siedlungsgründung liegt damit schon etwa um 5300 vor unserer Zeitrechnung, also in der älteren Linienbandkeramikzeit, wurde aber bis in die jüngere LBK pausenlos weitergeführt. Jedoch erst in der Spätzeit der linienbandkeramischen Besiedlung wurden die besonderen Einbringungen von Keramik vorgenommen, was auf einen Nutzungswechsel des Erdwerkes schließen lässt.
Wie Katja Schmidt's Untersuchungen gezeigt haben, gibt es offenbar unterschiedliche Erdwerkstypen, die sich in Größe, Form und Zahl der Bauelemente, sowie in der einstigen Nutzung unterscheiden, jedoch wohl oft als Kommunikationszentren mit ritueller Ausrichtung dienten. Die Nutzung solcher besonderer Stätten war doch recht weit verbreitet, sodass der Befund eines Erdwerkes heute kein seltener Umstand mehr ist. Manche solcher Bauwerke umfassen eine ganze Siedlung, was möglicherweise auch auf eine Art dörfliches Heiligtum hinweisen könnte. Ein Vergleich einer solchen Vorstellung mit späteren Epochen wäre das panhellenische Heiligtum Olympia in Griechenland. Andere Erdwerke sind im Inneren völlig leer. Doch es gibt weit mehr als kultische Interpretationen derartiger Anlagen: Viehkral, fortifikatorisches Bauwerk, Handels- und Versammlungsplätze sind weitere Deutungen, die aus Bauwerken späterer Zeiten abgeleitet sind. Sicherlich könnte man durchaus auch teilweise von einer vielseitigen Verwendung des Erdwerkes ausgehen, so wie auch heute ein Bautyp nicht zwingend seine tatsächliche Nutzung erkennen lassen muss.
D. Raetzel-Fabian kam zu dem Schluss, dass man Erdwerken generell keine Funktion zuordnen könne, da selbst ihre Architektur oft stark abweiche. Das gemeinsame Merkmal sind allein die Gräben, deren Errichtung eine große Bedeutung gehabt haben muss, selbst wenn es erst einmal nur um die Trennung, einen Ausschluss oder eine Abgrenzung von der Außenwelt geht, einen „umfriedeten Raum“. Allgemein steht seiner Ansicht nach eher der ideologische Wert der nutzenden Gesellschaft bei diesem Bauwerktypus im Vordergrund. Eine nachgewiesene Hauptnutzung ist das Abhalten von Totenritualen. Doch aus rein archäologischer Betrachtungsweise kommt man hier zu keinem genauen Ergebnis, weshalb es auch durchaus von Bedeutung ist hier die Religionsgeschichte mit einzubeziehen. So stellte in traditionellen Kulturen der Tod keineswegs das Ende der Existenz dar, sondern eine erneute andersweltliche Geburt, den Eintritt in ein jenseitiges Land. So war das Betreten des Erdwerkes zu lininenbandkeramischer Zeit wahrscheinlich gleich zu setzen mit dem Übergang in die Anderswelt, wobei man dort mitunter auch wohnen und leben konnte, nachdem man rituell rein geworden war. Doch hier konnten nicht nur die Lebenden verweilen, sondern auch die Verstorbenen, die Ahnen, mit denen nun Interaktionen besonders gut möglich waren. Die Geographie zwischen Diesseits und Jenseits wurde diesenorts bewusst manipuliert, ja ein heiliger Bereich geschaffen. Die ungewollte Überschreitung der Grenze eines solchen Übergangsortes durch Ungeweihte, unreine Personen wäre ein Sakrileg und musste durch einen Graben verhindert werden, damit die darin wohnenden transzendentalen Wesen nicht negativ tangiert, oder schlimmer, sogar die Verbindung zum Andersweltlichen zerstört werden würde. Solch ein Hindernis konnte von anderen Personen als tabuisierte Grenze erkannt und umgangen werden. Die Gräben dienten, zu dem bereits Genannten, vielleicht als Opfer- und Abflussrinnen, betrachtet man den praktischen Wert weiterführend. Möglicherweise war das Erdwerk sogar Schlüssel zur Aufrechterhaltung der geistigen Ordnung der damaligen Gesellschaft, im Diesseits wie im Jenseits und somit sicherlich auch mit den Jahreszyklen und astronomische Gegebenheiten verknüpft. Die lokal unterschiedlichen Baumerkmale dieser Anlagen werden auf eine Vielzahl regional besonderer Gegebenheiten zurückgehen, die sicherlich auch von andersweltlichen Wesen, wie verehrten Gottheiten, abhängig sind. Doch kommen wir wieder zu den archäologischen Gegebenheiten: So war, wie Katja Schmidt nachweisen konnte, das Erdwerk in Herxleben durch an einer Trasse angelegte nicht durchgängige Gräben mit Eingangsöffnungen nach dem „Modell Rosheim“ von Christian Jeunesse umgeben. Jeunesse definierte in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts den Typus Erdwerk im Nordelsass. Der ursprüngliche Gedanke zur Rekonstruktion der Anlage ging in die Richtung zweier parallel umlaufender Gräben mit den üblichen Toröffnungen.
Das Herxheimer Erdwerk hatte eine extrem lange Betriebszeit und durchlebte damit auch zahlreiche Umbauten, die seit der Anlage der ersten Langgruben gemeinsam mit den frühen Häusern dieser Siedlung stattfanden. Zwei der Eingänge des innersten Ringes wurden von Anfang an geplant und durchgängig so belassen. Diese liegen sich direkt gegenüber. Zudem existiert ein später angelegter zweiter Ring. Beide unterscheiden sich in der Fundkonzentration, vor allem an menschlichen Knochen, sowie in der Größe der einzelnen Langgruben. Anhand verschiedener Bohrungen und der Errichtung modernen Bauten konnte der weitere Verlauf der Gruben rekonstruiert werden. Die äußeren 40 Gruben, mit einer Gesamtlänge von 182 Meter erreichen nicht die Tiefe und Breite der 11 Inneren mit 58 Meter Länge. Die Langgruben bilden dabei zwei unterschiedliche Typen aus: Spitze, schmale und leicht gebogene Gruben, sowie flache, breite und gerade Verlaufende. Natürliche Lößverfüllungen lassen darauf schließen, dass sie eine längere Zeit offen der Witterung ausgesetzt waren.
Die besonderen Deponierungen im Erdwerk könnten auf rituellen oder ernährungsbedingten Kannibalismus hinweisen, obwohl dies zunächst bezweifelt wurde, das Resultat eines großen Massakers oder einer groß angelegte Sekundärbestattung sein, die ganz sicher in einem rituellen Kontext verlief. Weiterhin wäre auch ursprünglich eine Dekarnation im Sinne einer Art Luftbestattung denkbar gewesen, was möglicherweise auch einen Opfercharakter gehabt haben könnte. Eine eindeutige Antwort auf die Frage was im Erdwerk Herxheim genau vorgefallen ist, konnte bis jetzt noch nicht gegeben werden, doch die Beweise zeigen immer mehr eine Richtung auf. So belegte Bruno Boulestin durch die Funde der neuen Grabungen, dass sich ganz sicher gezielte Körperzerlegungen, wie Knochenzerschlagungen, Heraustrennen der Wirbelsäule und fehlende Skelettteile, nachweisen lassen. Das alles gleicht dem Bild einer Tierschlachtung, weshalb eine kultische Opferhandlung und die gezielte Verspeisung von Menschen, die auch im Sinne einer spirituellen oder körperlichen Kraftübertragung verlaufen kann, sehr wahrscheinlich wird. 
Für eine kriegerische Handlung vor der Zerlegung ließen sich keinerlei Hinweise finden, was die Massakerthese ausschließt. In irgendeiner Form muss hier auf jeden Fall eine Nahrungsgewinnung stattgefunden haben, zu welchem Zweck auch immer. Wer die Geopferten waren lässt sich leider nur schwer erahnen. Waren es feindliche Gefangene, Straftäter oder womöglich speziell, göttlich oder wahllos ausgewählte Personen? Das wird wohl noch länger ein Rätsel bleiben. Dafür konnte der Todeszeitpunkt der so zugerichteten Menschen ungefähr durch die Schnitt- und Bruchspuren am Skelettmaterial festgestellt werden. So muss der Tod kurz vor der Zerstückelung eingetreten sein, was wiederum die Bestattungsthesen widerlegt. Nur einige postmortale Brüche lassen bisher noch Fragen über deren Ursache offen.


Die Tötung der Erdwerksopfer lässt sich aufgrund von Läsionen im Bereich des Oberkopfs auf unterschiedliche stumpfe oder möglichwerweise halbscharfe Objekte zurückführen. Die später während der Opferhandlung zugefügten Schädelzerschlagungen lassen ein gewisses Vorgehensmuster erkennen, das bei fast allen Funden zutrifft: Es wirkten je zwei Schläge auf die Schädelseiten und in etwa drei auf die Stirn, um einen Bruch in einen oberen und unteren Schädelteil zu erreichen. Zusätzlich wurden bei ungefähr einem Zehntel auch Schnittspuren an der sagittalen Linie entdeckt. Selbst oberhalb der Orbita wurde vereinzelt in die Stirn eingeschnitten, wohl um die Kopfhaut abziehen zu können. Doch auch die restliche Körpermanipulation hatte System: So wurden gerade viele Langknochen zu Splittern geschlagen, was das Mark freigelegt hat. Schnittspuren gab es reichlich am restlichen Körper, um das Fleisch und die Weichteile herauszutrennen. Das Skelett von Hand und Fuß sind deutlich selten in den Funden vertreten. Möglicherweise wurden bewusst bestimmte Körperteile für die Beisetzung ausgewählt. Tierbisse finden sich am Knochenmaterial so gut wie keine, sodass man davon ausgehen kann, dass die Opfer schnell bestattet worden sind. Keiner der Bestatteten litt an Unterernährung oder ähnlichen Notlagen, bei denen Kannibalismus für das Überleben notwendig gewesen wäre. Deshalb ist hier sehr deutlich auf ein sehr groß angelegtes Opferritual zu schließen. Solch ein Fund ist für die Linienbandkeramikzeit bis jetzt einmalig.
Heute wird solch ein Vorgang meist als schrecklich, grausam und barbarisch gewertet, wobei wir darauf achten sollten, dass wir den Menschen der Linienbandkeramikzeit nicht unsere eigenen Vorstellungen und Denkweisen aufzwingen, die diese gar nicht vertraten. Höchstwahrscheinlich sahen die Opfernden und womöglich auch die Opfer dieses Ritual als etwas Positives an, das viele Vorteile versprach. So kann selbst der Opfertod erwünscht und erstrebenswert gewesen sein, wenn die so behandelten Personen damit besondere andersweltliche Vorzüge erlangen konnten, wie beispielsweise an der Seite von bestimmten Gottheiten leben zu dürfen, oder gar selbst göttliche Kräfte zu erlangen. Selbst heutzutage ist in unserer modernen Gesellschaft die Selbstopferung, das Aufopfern für eine größere Sache, eine alltägliche Vorstellung, die gerade im beruflichen Alltag immer wieder, selbst gegen den Willen der Beschäftigten, verlangt, ja erzwungen wird. Das Märtyrertum bringt bekanntlich nicht nur jenseitige Vorzüge, sondern durchaus auch gesellschaftliche Anerkennung im jeweiligen Kulturkreis, wenn man so etwas mal ganz unwertend betrachtet. Problematisch wird solch eine Selbstaufopferung nur, wenn für das sich opfernde Wesen nicht der versprochene Vorteil eintritt und/oder Nachteile für Dritte aus dieser Sache erwachsen. Das ist im Gegensatz zur Zeit der Linienbandkeramik heute leider gar nicht so selten... denken wir nur an die oft mit großen Worten angekündigten Aufstiegschancen als Lohn für das Selbstopfer, die christliche Kirche oder den Islam... nur leere Worte, gesprochen von selbstgefälligen Diktatoren, die andere für sich über die Klippe springen lassen. Und das in unvorstellbaren Massen....





Quellen:


Haack, Fabian: http://www.projekt-herxheim.de/grubenanlage.htm - entnommen am 28.09.2012, 17:15. 


Haidle, Miriam N.; Orschiedt, Jörg; Zeeb-Lanz, Andrea: http://www.projekt-herxheim.de/menschen.htm, 2009, entnommen am 21.09.2012, 15:03. 


Vosteen, Markus: „Der umhegte Raum“ - eine theoretische Überlegung zu einer nicht nur jungzeitlichen Erscheinung, 2000, http://www.jungsteinsite.uni-kiel.de/2000_vosteen/raum.htm, entnommen am 22.09.2012, 13:17. 


Zeeb-Lanz, Andrea: projekt-herxheim, http://www.projekt-herxheim.de/, 2010, entnommen am 28.05.2012, 20:05. 


Freitag, 28. September 2012

Rituelle Bemalung in Schneidemühle bei Zeitz

Wieder wird es archäologisch auf NebelALLraunen... wir befinden uns gedanklich in der Zeit der Linienbandkeramik (LBK) und der Menschen der Jungsteinzeit (Neolithikum) in Mitteldeutschland. Hier gibt es zahlreiche Fundorte dieser Zeitstellung mit durchaus hoher magisch-spiritueller Bedeutung, von denen einige im Artikl zu den kultischen Äußerungen des Frühneolithikums genannt worden sind.

Ein weiterer Fundplatz von Gegenständen zur rituellen Bemalung befindet sich auf einem südöstlich verlaufenden Geländesporn oberhalb der Aga in Schneidemühle, dem nordöstlichen Teil Breitenbachs bei Zeitz (im Süden Sachsen-Anhalts). Dieser wurde in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts bei Schuppenbauarbeiten entdeckt und war einst ein Dorf der Linienbandkeramikkultur. Die darin enthaltenen Siedlungsgrubenverfüllungen verbargen zahlreiche Rötelstücke, die die Grundlage der Herstellung einer Vielzahl von Farben dieser Zeit bilden, wobei es sich natürlich hauptsächlich um Abstufungen der Farbe Rot handelt. Des Weiteren fand man Scherben zweier keramischer Objekte, von denen eines höchstwahrscheinlich Überbleibsel roter Farbe enthielt, worauf diese Reste einer chemischen Untersuchung unterzogen wurden. Die Untersuchungen mit Hilfe der Pulverdiffraktometrie und der Röntgenfluoreszenzanalytik bestätigten die choloristische Vorprüfung der Archäologen: Das Gemisch bestand zu etwa 20 Prozent aus Eisen(III)-Oxid, was eine typische Zusammensetzung für Rötelfarben ist.
Die dazu entdeckten Gefäße sind auch nicht weniger interessant: Beim Ersten handelt es sich um einen dreiviertelkugeligen Kumpf mit rundem, leicht abgeflachtem Boden, jedoch ohne Standfläche, der ehemals 21 cm hoch und 29 cm breit war. Plastische X-Leisten, mit Knubben in deren Mitte, befinden sich auf seiner Obefläche. Eingeritzte Linienbänder begleiten diese Verzierungen, deren Freiflächen senkrechte Leisten füllen. Alle Leisten werden von geritzten Linien flankiert, auch begleitet von Stichanordnungen an den Enden. Des Weiteren überziehen Bänder aus senkrechten Strichen das ins Ende des 6. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung datierte Keramikgefäß. Farbspuren konnten jedoch nur auf dem zweiten Objekt, das nur teilweise zusammengesetzt werden konnte, geborgen werden und sehr große Ähnlichkeiten zum Kumpf aufwies, sich jedoch als eine Art Schälchen herausstellte. Fast dessen ganze Innenfläche war voll roter Farbe, sowie die daran anhaftende Erde, was auf eine sekundäre Verwendung als eine Art Malpalette schließen lässt. Dennoch bleibt unklar, ob es eine zweckmäßige Verbindung zwischen den zwei Gefäßen gab.
Die aufgefundenen, feinkörnigen Farbreste sind cremerosa im trockenen Zustand, wie sie sicherlich bei Ritualen verwendet worden sind.Solch eine Farbgebung erinnert stark an die von den Frauen getragenen Spondylusmuscheln, die womöglich mit der weiblichen Fruchtbarkeit und Liebe in Verbindung stehen. So könnte dieser Farbton im selben oder ähnlichen Kontext stehen. Im feuchten Zustand wirkt die Farbmasse eher rostbraun und hat eine deutlich höhere Qualität und Feinheit, als der Rötel, aus dem sie hergestellt wurde.
In Europa ist Rötel der am häufigsten vorkommende Rohstoff, um Farbpulver herzustellen, was es viel einfacher machte als aus der Ferne zum Beispiel Zinnober zu improtieren, sofern dies überhaupt bekannt war.
Vermutlich spricht die ausgeprägte Kunstfertigkeit und Ästhetik der Menschen der Linienbandkeramikkultur nicht nur für ein weit entwickeltes Bedürfnis das Natürliche durch Neukombination und Innovation zu verbessern, es reizvoller und begehrlicher zu machen, sondern auch für die potentielle Intention positive Einflüsse, Ereignisse und Wesen, womöglich aus andersweltlichen Sphären, anzuziehen, in das alltägliche Leben einzubeziehen, die ebenso eine Vorliebe für das Schöne haben und diese Linien, Striche und Knubben zu deuten wissen. Auf diese Weise mag so manches verzierte Gefäß, sowie auch die Körperbemalung, dazu genutzt worden sein Willen, Kräfte und Geister zu binden, um Notzeiten zu überstehen und günstige Umstände zu fördern, wie sie ackerbauende Kulturen für ihr landwirtschaftlich geprägtes Leben benötigen. Besonders die Beeinflussung des Wetters, die Sicherung und Vertiefung gesellschaftlicher Bande, wahrscheinlich auch der Liebe, wird bei den Riten dieser Zeit eine der Hauptrollen gespielt haben.

Freitag, 14. September 2012

Heilige Natur: Impressionen aus der Natur der Dölauer Heide

Ausgehölter Baum im Lichtschauspiel
Mit diesem Artikel gewähre ich den NebelALLraunen-Lesern ein paar besondere Einblicke in die Schönheit eines überaus magischen, natürlichen Ortes, der Dölauer Heide in Halle (Saale), die es hiermit zu ehren gilt. All diese Bilder sind auf der Anhöhe des Langen Berges im Bereich einer einstigen prähistorischen Höhensiedlung entstanden, deren Spuren man bis heute sowohl grobstofflich, als auch feinstofflich wahrnehmen kann.
Bekannt ist dieser Ort vor allem durch seine wundervollen Hügelgräber mit Steinkisten geworden, die sich stets an Knoten starker Kraftlinien befinden.


Mittwoch, 22. August 2012

Ritual: Das Glück der Lakshmi

In diesem Augenblick, da diese Zeilen durch meine Finger in diesen Text einfließen bin ich tief erfüllt von Glück. Dieses Glück möchte ich auch mit euch, meinen Lesern, teilen und euch vermitteln, wie ich dazu kam... 
Es handelt sich dabei um ein Ritual, das ich selbst auf meine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten habe. Jeder möge es, falls erforderlich so abwandeln und verändern, sodass es exakt zu euch passe. Ich fühle mich natürlich überaus geehrt, wenn jemand es genauso übernimmt, wie ich es getan habe. Ich persönlich sehe das Wiederholen einer großartigen Sache als eine besondere Ehre und Ehrerbietung an den/die Schöpfer dessen an, was sicherlich etwas kopimistisch anmuten mag. So möchte ich auch all den Göttern, Kräften und Tieren (,zu denen ja auch die Menschen gehören, ) danken, die mich zur Arbeit mit Sri Lakshmi, der indischen Göttin aller schönen Dinge und des Glückes selbst, inspiriert haben.
Doch zuerst ein paar Worte zu der Göttin, der dieses Ritual und meine Worte gewidmet sind:
Sicherlich kennt ein jeder Leser das englische Wort für Glück, "luck", das sich vom Namen Lakshmi ableitet. Daraus lässt sich schnell das Wesen der Königlichen erkennen: Wo sie ist, da ist das Glück. Nicht umsonst ist sie eine der berühmtesten und meistgeschätzten hinduistischen Göttinnen und wird bis heute weltweit, insbesondere von allen indischen Kasten, verehrt. Ab etwa 400 nach unserer Zeitrechnung wird sie als Frau Vishnus dargestellt, dem sie, wie allen ihren Verehrern Schönheit, Wohlstand, Freude, Fruchtbarkeit und königliche Macht verleiht. An den Veränderungen in Götterbeziehungen im Laufe der Zeit erkennt man eine lebendige, aktive Spiritualität, die dem religiösen Bild der Abrahamiten völlig widerspricht.
Als glückbringende Fruchtbarkeitsgöttin ist Sri Lakshmi auch die Schützerin der Pflanzen und kann deren Wachstum und Schönheit fördern. Die ihr zugeordnete heilige Pflanze ist der Lotos, die Pflanze geistiger und körperlicher Reinheit. Doch auch als tierlieb erweist sich die Göttin, der die Elefanten und Eulen zugeordnet sind.

Sonntag, 12. August 2012

Ritual: Kampf gegen Apep

Und wieder gibt es Neues auf NebelALLraunen zum Thema Altes Wissen. Diesmal wird es etwas epischer und vor allem praktischer als sonst: Es soll jedem Leser ermöglicht werden den Sonnengott Ra rituell bei seinem Kampf gegen die weltbedrohende Riesenschlange Apep/Apophis zu unterstützen, die ihm Nacht für Nacht auf seiner Unterweltreise auflauert.
Doch zuvor gibt es einige weiterführende Informationen zu den Schlangen im alten Ägypten:
Bei den alten Kemetern (Eigenbezeichnung der Ägypter) waren Schlangen generell keine negativen Wesen. Sie sind ein Inbegriff für Weisheit und Seelenstärke und haben die Macht sowohl Leben zu geben, als auch zu nehmen. Die Pharonen trugen die Uräusschlange als magischen Talisman des Schlangengottes Uto und als Inbegriff ihrer wissenden Macht auf dem Haupt. Diese Bekrönungsfigur trägt gleich zwei magische Zahlen in sich, denn ihr Schwanz bildet eine Achterschleife (für Unendlichkeit, die Zyklen der Welt), während ihr Kopf sich vorne zu einer 9 umwirft. Neun steht nicht nur für Natürlichkeit, Wissen und Erkenntnis, ja die Schlange selbst, sondern sie ist auch die Zahl der Pesdjet, der sogenannten hohen Götterneunheit, die ebenfalls in Form von Schlangen erscheinen kann. Bei den Pesdjet handelt es sich um die altägyptischen Schöpfungsgötter Atum (das lebenbringende Licht), Schu (Luft), Tefnut (das Feuer der Wahrheit), Geb (Erde), Nut (Himmel), Osiris (Wasser und die Unterwelt Duat), Isis (Liebe), Nephthys (Geburt und Tod) und Seth (Wüste, Krieg und Chaos). Gemeinsam mit dem höchsten Sonnengott Atum-Re, erscheint auch oft die sich um ihn windende Urschlangengöttin Shesez Unwarshaquel Shekinesh, die selbst eine der sogenannten Sternenahnen, Anu'kai, ist. Der Windgott Amun, der sich ebenfalls oft mit Re verbindet, ist selbiger extraterrestischer Herkunft und erscheint gelegentlich als Urschlangengott Kematef. Shesez und Kematef bilden ein Götterpaar, das jedoch sexuell auch weit über diese Verbindung hinaus legitim und voneinander wissend, in einer Art polyamorösen Netzwerk, aktiv ist. Eine weitere schlangengestaltige Göttin des Landes Kemet war die fruchtbare Thermutis, die ihren Verehrern reiche Ernten bringt. Als Wächter der Totenseelen und der Wege und Pforten des Landes Duat tritt Nehebkau auf, der fähig ist die vertreuten Seelenteile wieder zu vereinen und verirrte Geister zu führen. Seine zwei Köpfe sind das Ka (= die wissende Hoheseele) und das Ba ( = die helle Seele) , die in ihm eins werden. 

Dienstag, 31. Juli 2012

Heilige Natur: Parhelion

Sonnenuntergang mit linker Nebensonne in Halle (Saale)
Mit dem endlich warmen Sommer 2012 in Deutschland und den olympischen Spielen in London soll auch die neue NebelALLraunen-Kategorie "Heilige Natur" beginnen, denn DIE NATUR IST HEILIG! Darin sollen so manche wundersame und schöne Seiten der Natur  illuminiert werden, ja so mancher Blick hinter die Nebel gestattet werden...
Beginnen soll unsere Kategorie mit dem Naturphänomen der Nebensonne(n), das ich hier korrekterweise mit dem griechischen Wort dafür, Parhelion, bezeichnen möchte. Im englischsprachigen Raum ist solch ein Schauspiel der Sonne auch als sundog bekannt, sozusagen als hätte die Sonne noch einen kleinen "Sonnenhund", manchmal frei, manchmal an einer Leine. Im Bild sehen wir eine linke Nebensonne, die live noch wesentlich eindrucksvoller erschien und regenbogenfarben leuchtete, was mein Fotoapparat leider nicht wiedergeben kann.
Nebensonnen sind ein recht seltenes Phänomen, das hier kurz vor Sonnenuntergang auftauchte und sich durch zwei hell leuchtende Flecken links und rechts der Sonne, auf gleicher Höhe, auszeichnet. In diesem Fall sieht man nur den Linken. Typisch für Nebensonnen sind ihre intensive Färbung. Oftmals gibt es auch noch einen Zirkumzenitalbogen durch die hellen Flecken, der hier wenn dann nur extrem schwach ausgeprägt war.
Grobstofflich äußert sich die Entstehung des Parhelions in Form von hexagonalen Eisplättchen, die alle gleichzeitig horizontal fallen. Solch eine exakte Ausrichtung kann durchaus von Elementarwesen und/oder Wettergottheiten gezielt ausgelöst werden.

Update 03.09.2012:
Ein weiteres Parhelion wurde am selben Ort gegen 18:30 Uhr in einem wilden Farbwechsel wenige Grad südlicher (von mindestens 3 Personen) gesichtet.

Update 10.09.2012:
Linke Nebensonne in Regenbogenfarben (möglicherweise durch die Bildschirmfarben etwas heller)


Sonntag, 1. Juli 2012

Das Equilibrium: Karma und feinstoffliche Gravitation

Mit den Taten und ihren Folgen haben sich Wesen schon seit Anbeginn ihrer Existenzen beschäftigt... doch trotzdem scheint gerade unter den Menschen auf diesem Gebiet wieder mal ein großes Unwissen, gleich einem gähnenden Abgrund, zu herrschen. In Anbetracht der schrecklichen Folgen solch unüberlegten, unwissenden Handelns, sollte dem schleunigst Abhilfe geschaffen werden! Allein unbedachte emotionale Überreaktionen, Ängste und (Sehn-)Süchte können uns und Andere gefährden, in noch tiefere Abgründe stürzen und sogar agressive, parasitäre Dämonen erschaffen, die uns mehr und mehr auszehren, ja sogar von so mancher angeschlagenen Person Besitz ergreifen (dämonische Besessenheit)!
Umso besser, ist es zu wissen, wie sich das eigene Wirken (Sanskrit: karman) manifestiert, was nun erläutert werden soll:
Keine Tat bleibt ohne Folgen. Doch trotzdem kommt nicht ALLES zu uns zurück und schon gar nicht öfter oder stärker, als wir gewirkt haben. Das würde gegen das Gleichgewicht, das sich universell als Equilibrium äußert, verstoßen. ... und nebenbei auch noch gegen sämtliche Gesetze der Schwingung und womöglich sogar Energieerhaltung. Es mag einem alles, was man tut auf allen 3 Weltenebenen wieder begegnen... gewandelt, weil jedes handelnde Wesen selbst alle Welten verändert, die enger miteinander verwoben sind, als die meisten Menschen glauben. Im Feinstofflichen gelten immer noch dieselben Regeln, wie im Grobstofflichen, auch wenn manche davon nicht Jedermann bekannt sein mögen. Eine der bekannten Gesetzmäßigkeiten ist die Gravitation, die auch im Schicksalsnetz, dem Wyrd, wirkt und so manche Überraschung in unser aller Existenz bringt...

Dienstag, 26. Juni 2012

Götterbilder und Bildmagie

Götterbilder sind alles andere als leer... alles andere als "Götzen", wie sie das Christentum schmähend nennt. Die, die sich selbst so sehr vor dem Anblick ihres Oberdämonen fürchten, dem sie sich unterwarfen... ja, sich kein Abbild machen durften, weil dieser selbst fürchtet dadurch das Schicksal der vielen durch seine Anhänger vernichteten oder geschwächten Götter zu erleiden!
Doch bei uns Heiden werden nicht die Bilder angebetet (, auch wenn man sie durchaus angemessen würdigen kann)... nein, die Götter, Geister und magischen Spielarten selbst!

Doch zuvor... was sind eigentlich Bilder?
Entstanden aus dem althochdeutschen "Bilidi", das so viel wie Abbild, Omen oder Zauberwerk bedeutete, gibt dieses Wort auch die paganen Bedeutungen des Bildes wieder. Bilder sind ein Spiegel von Realitäten, Pfade, Verbindungen und Verknüpfungen in uns, wie auch zu anderen mitunter fernen Wesen und Orten, wo auch immer diese sein mögen. Das Bild als verfremdendes und zugleich natürliches Medium ist perfekt dazu geeignet andersweltliche Gegebenheiten für Jedermann zu jeder Zeit optisch sichtbar zu machen. Jedoch ist es bei der Abbildung andersweltlicher Orte, Gegenstände und Personen nicht nötig, diese exakt wiederzugeben, solange eine möglichst große ÄHNLICHKEIT erhalten bleibt. Denn auf dieser baut die sogenannte SYMPATHIEMAGIE, die Magie der Verbindungen, auf. Umso ähnlicher ein Götterbild seinem Orginal ist, desto stärker ist auch die natürliche verbindende Wirkung. Bei dieser Art der Magie handelt es sich um eine der ältesten Formen der Machtentfaltung überhaupt: Die gesamte Vermehrung von Arten, ja die Evolution, fußt auf der Ähnlichkeit, die untereinander verbindet, eine Brücke bildet und Unähnlichkeit die Mauern schafft und isoliert. Es handelt sich somit um selbsttätige und unheimlich starke Magie, die unter anderen auch bei Puppenzaubern (z.B. aus dem Voodoo) und Bildmagie zum Einsatz kommt.

Was sind nun der Sinn der Bildmagie?
Magische Bilder dienen als Kanal, als Portal oder Verbindung aller möglichen Sinneskanäle und Stoffe zu Göttern, Geistern, lebenden Personen, Orten (andersweltlich oder diesseitig), Gegenständen, Energie- und Kraftquellen, etc. Über die Bilder kann erspürt und kanalisiert, Zauber und Flüche gesprochen werden. Doch VORSICHT: Solch ein Kanal geht immer in BEIDE Richtungen! Deshalb ist es unbedingt nötig sich ausreichend zu schützen, sofern man magisch mit Bildern arbeitet.
Bildmagische Kanäle zu Kraftquellen können effektiv für Zauber genutzt werden. Das nutzt man bei der Glyphenmagie gezielt aus.
Auch divinatorisch lassen sich Bilder nutzen, um daraus Veknüpfungen des Schicksalsnetzes (Wyrd) zu erschließen.

Bildmagische Medien können Gemälde, Reliefs, Statuen, Amulette, Fotos (gerade aus sozialen Netzwerken), Filme, handgemalte Skizzen und Zeichnungen, Ritzungen, Tattoos, Brandmale/Brandritzungen, sowie genähte und gewebte Bilder sein.

Fazit: Götterbilder sind magische Werkzeuge, Verbindungsmedien, ähnlich den uns heute bekannten modernen Medium Internet und dessen technischen Möglichkeiten (z.B. Computer mit Mikrofon, Lautsprecher und Webcam), mit dem Unterschied, das hierdurch sogar Kontakte in die Anderswelt hergestellt und gepflegt werden können. Die Götterbilder funktionieren durch die Ähnlichkeit zum Orginal, so wie alle bildmagischen Träger.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Meldung: Sommersonnenwende

Kreisgrabenanlage Goseck - fotografiert von Yuggoth
Heute, in der Nacht vom 20. Juni 2012 zum 21. Juni findet die Sommersonnenwende statt! 
Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann sammelt heute Nacht Kräuter, denn sie sind besonders wirksam!

Es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Auch wenn beide in Deutschland reichlich verregnet waren, so hielt dies doch nicht alle von einem Ritual unter freiem Himmel ab. Gerade wiedererrichtete neolithische Kreisgrabenanlagen, deren Höhepunkt vor etwa 6500 bis 6900 Jahren war, wie man sie zum Beispiel in Goseck (Sachsen-Anhalt) findet, eignen sich hervorragend für derartige Ritualistik, da sie durch ihre Palisadenöffnungen direkt an den Sonnenlauf angepasst sind. Ihre hölzerne Bauweise macht sie leider nicht sehr haltbar und womöglich gab es in der Kultstätte keinen Schutz vor  Witterung, wie ich es selbst am eigenen Leib erfahren durfte. Doch auch das stellte für mich im Endeffekt wundervolles Naturerlebnis dar. Die Bauweise birgt auch riesige Vorteile: Steht man genau im Zentrum der Anlage und spricht oder singt, so wird der Schall enorm verstärkt und tönt bis in den Himmel hinauf; eine optimale Vorraussetzung für Anrufungen, magische Formeln und Gesänge. Der kreisrunde Palisadengang mit seinen Öffnungen regt weiterhin zur Umkreisung an, die auch liturgisch durchaus Sinn macht, wenn man rituell den Sonnenlauf nachvollzieht. So könnte eine mehrmalige Umkreisung mit dem Sonnenlauf, sowie eine anschließende rückläufige Umkreisung (, z.B. beides je 3 Mal,) ein ortstypischer Ritus zur Sommersonnenwende gewesen sein. Zudem wurden an den Gräben wohl ursprünglich Rinder geopfert und im Zentrum Rauchopfer verbrannt. Einheimische Pflanzen, die im Sonnenwendritus eine große Rolle spielen sind Johanniskraut, Ringelblume, Arnika, Beifuß, Kamille und Thymian. Diese können der jeweiligen Sonnengottheit frisch als Opfergabe dargebracht oder verräuchert werden, denn auch das Sonnenopfer spielt eine besonders große Rolle bei den mittsommerlichen Feierlichkeiten.
Hier eine Auswahl von oxidentalischen und orientalischen Gottheiten, die für die dazugehörige Anrufung geeignet wären:
  • Had, lockenköpfige, rothaarige Lichtgöttin aus der Linienbandkeramikkultur
  • Balder, der germanische Sonnengott
  • Lugh, der keltische Sonnengott 
  • Svarog, slawischer Schöpfer- und Lichtgott
  • Svarožić/Dažbog, slawischer Sonnengott, Sohn des Svarog
  • Ra, der ägyptische Sonnengott, Herrscher und Ordner der Welt
  • Horus (im Altägyptischen Hor), der lichte Kindgott
  • Helios, der griechische Sonnengott
  • Apollon, griechischer und römischer Gott des Lichtes, der Reinheit und der Künste
Mit die bedeutenste Sonnenwendritualistik nimmt die des heiligen Sonnenfeuers ein, das meist das Zentrum bildet. Derartige Feuer wurden der jeweiligen Gottheit geweiht und teilweise mit Hilfe von Fackeln weitergetragen. Auf diese Weise kann auch das Umkreisen noch stärker magisch wirksam gemacht werden, das ohnehin schon eine schützende Wirkung entfaltet. Ein Schutz vor Unglück und Leid bei den sich anbahnenden Veränderungen nach dem lichten Höhepunkt des Jahres...

Gerade zum Tag der Sommersonnenwende, bietet sich der Beginn jeder Art des Wandels an. Denn was sich nicht mehr wandelt, das siecht dahin und stirbt... und so muss sich gerade unsere Sonne wandeln! Doch auch uns tut ein wenig positive Veränderung gut.
Zu jeder magischen Persönlichkeit gehört nicht nur die feinstofflichen und andersweltlichen Angelegenheiten zu meistern... ja, zu verwandeln... Es ist viel wichtiger, und eine essentielle Grundlage für das Fortkommen, ein diesseitiger Lebenskünstler zu sein oder zu werden!
Ein erster Schritt auf dem Weg dahin ist vor allem die eigene Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit zu schulen. Die meisten Menschen gehen wahrhaft blind durch's Leben... mit oder ohne Scheuklappen... EIN TRAURIGER ZUSTAND, der so manche sinnentleerte sklavenhafte Existenz schafft, aber offenbar von Kirche, Wirtschaft und Regierung voll ganz so gewollt ist. Es von diesem System völlig passive, aber wahrnehmungslose Herdenmenschen geschaffen, die ideale Arbeitsmaschinen und treue Schäfchen sind... ein Massenopfer für den einen folternden Herrgott, das ein Ende finden sollte.
Um sich selbst für Wahrnehmungen zu öffnen, kann mn zum Beispiel gezielt seine Alltagsgewohnheiten, seinen alten Trott durchbrechen, die Scheuklappen getrost entsorgen. Selbst bei scheinbar banalen außerhäuslichen Gängen kann man, wenn man nur darauf achtet, so viele Dinge entdecken, die man vorher nie wahrgenommen hat! Man schaue dazu nur gezielt auf, in und hinter das, fühle, rieche, schmecke (, usw.), was einen umgibt, analysiere und erforsche seine Umwelt bis ins Detail, wann und wo auch immer... Es mag so erscheinen, als kenne man seine gewohnte Umwelt. Doch wenn man erstmal BEWUSST WAHRGENOMMEN hat, dann erkennt man, was für eine Menge schöner und interessanter Dinge einem sonst immer entgangen sind, zu denen ständig neue dazu kommen, sodass es niemals langweilig wird. Es ist wichtig für ein jedes Wesen seinen Geist zu AKTIVIEREN, um im Leben echte Fortschritte zu machen.
Doch dazu muss man auch Kraft aufwenden, sich mindestens geistig anstrengen.
Einer der Hauptverantwortlichen der geistigen Inaktivität ist das niveaulose und realitätsverfälschende Fernsehen. Es ist nunmal bequemer sich von sinnlosem Müll, hin und wieder durchzappend, berieseln zu lassen, anstatt in die Natur hinaus zu wandern. Doch der leichteste Weg ist selten der Beste...
In diesem Sinne: Mögen die alten Götter euch Kraft für positive Veränderung und Gleichgewicht geben!

Möget ihr wundervolle Feierlichkeiten haben!

Dienstag, 12. Juni 2012

Lieder für die Slawengötter


Musik füllt nicht erste heute das Leben der Menschen mit Sinn und Magie. Gerade der Gesang gehört wohl zu den Urformen rituell-magischer Musik. In seiner Entwicklung wird der Mensch vermutlich zuerst die Macht der Lauterzeugung durch seinen eigenen Körper erfahren haben, bevor es zu einer Nutzung von Werkzeugen zu ebendiesem Zwecke kam. Nach wahrscheinlich anfänglicher profaner Nutzung, nahm die Musik ihre jeweilige Form erst durch die Spiritualität an. Dies kann man daraus ableiten, dass alle heute noch bekannten musikalischen Systeme durch und durch religiös geprägt sind.
So sind in den Kirchtonarten, die bis heute die westliche Musik bestimmen, die Zahlen 8 und 12 bestimmend. Das wiederum sind Anspielungen auf Jesus Christus, der hier numerologisch aus der Zahl 8 abgeleitet wird, sowie dessen (angebliche)12 Apostel. [Wahrscheinlich handelt es sich hierbei eher um im Nachhinein konstruierte Zahlensymboliken, die nichts mit den tatsächlichen Gegebenheiten zu tun haben müssen.] Selbst christliche Kirchen fanden deshalb so oft zur, nach dem Kreuz, bestimmenden Bauform des Oktogons. Eigentlich sind dies jedoch, sowohl in der Architektur, als auch in der Musik, alles Übernahmen aus der griechischen (in der Baukunst vor allem römischen) Antike, die nur christlich uminterpretiert und auf eine innerkirchliche Liturgie angepasst wurden. Ausgehend von der Musik werden zudem auch Verbindungen zum Kirchenjahr gezogen, die dann zum Beispiel in rituellen Gesängen (, wie den Gregorianischen,) umgesetzt wurden.
Doch die Notenschrift ist weder eine griechische Erfindung, noch eine Christliche! Schon im alten Kemet (Eigennahme von Ägypten) gab es seit dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung ein schriftliches Notensystem. Dabei sind und waren die Zahlen 17 und 24 bestimmend, was dann den typisch orientalischen Klang ausmacht.
Im jeweiligen Kult nimmt die Musik eine (Über-)Trägerrolle ein. Sie wird zum Boten, zum Erwecker von Geistern, Göttern und bewusstseinserweiterten Zuständen. So muss es wohl auch in den alten slawisch-heidnischen Spiritualitäten gewesen sein. Bis heute belegen eine Vielzahl von russischen Volksliedern die Kulte der Göttin Lelja/Ljuli, bei denen der Gesang eine besonders wichtige Rolle gespielt haben muss. Dazu gehören „Die Birke“, „Helles Gesicht, rundes Gesicht“, „Geh heim, meine Kuh“„Kalinka“„Kasanka“ und „Wie Wacholder auf dem Berge“.

Montag, 4. Juni 2012

Kultische Äußerungen im Frühneolithikum


Linienbandkeramische Glyphe
Fragestellung:
Vollzogen die Menschen der Linienbandkeramikkultur Götterkulte und Opferriten?

Zeitlich-kulturelle Einordnung
In der Mitte des sechsten vorchristlichen Jahrtausends trat in Mitteleuropa das Neolithikum auf. Ortsansässige mesolithische Kulturen kamen mit einem ganz neuen eingewanderten Menschentypus in Kontakt, der von der Balkanhalbinsel stammte. Diese grazilen mediterranen Menschen brachten viele Neuerungen mit sich, die sich im Laufe von etwa 500 Jahren über ganz Europa verbeiteten. Neben dem Ackerbau, der sich zuerst in den Bereichen mit Lössböden durchsetzte, brachten die Zuwanderer sicherlich auch kultische Neuerungen mit sich. Die Linienbandkeramikkultur, die bei diesen Betrachtungen im Vordergrund stehen soll, entwickelte sich im unteren Donaubecken aus südosteuropäischen neolithischen Kulturen und breitete sich von dort nach Nordwesten aus. Schließlich umfasste sie einen Bereich von Rumänien über Mitteldeutschland bis nach Ostfrankreich. 
Zu jener Zeit wurden Emmer, Einkorn-, Zwerg- und Brotweizen, sowie Dinkel, Gerste, Hirse, Hafer, Erbsen, Linsen, Schlafmohn und Flachs angebaut. Im Bereich der Viehzucht hielt man Rinder, Ziegen, Schafe und Schweine. Zusätzlich belegen Knochenfunde die Jagd auf Elche, Hirsche, Wildschweine und viele weitere Wildtiere. Jedoch rückt diese immer mehr in den Hintergrund, da sie nicht mehr, wie in den früheren Wildbeuterkulturen, von überlebenswichtiger Bedeutung ist.
Während der Zeit der Linienbandkeramikkultur wurden alte, wie auch neue Werkzeugtypen, rege gebraucht. Zu den älteren Werkzeugtypen zählen Feuerstein- und Obsidianklingen, Pfeilspitzen und Bohrer. Auch als Rohmaterial wurden diese Stoffe über weite Entfernungen, von den ursprünglichen Lagerstätten aus, gehandelt. Besonders typische Neuerungen waren Dechsel und Schuhleistenkeile, die zur Holzbearbeitung dienten. Schuhleistenkeile konnten zudem als Waffe und offenbar auch als Statusobjekt der männlichen Bevölkerung dienen. Die Keramik, die diese Kultur auszeichnet, besteht aus Flaschen, Schalen und rundbogigen Kümpfen mit bandartigen Mustern. Diese Verzierungen weisen eine große Vielfalt auf. Beispiele hierfür wären Spiralen, Schlangenlinien, Mäander, Rechtecke und konzentrische Quadrate, die durchaus auch Sinnbilder für religiöse und gesellschaftliche Konzepte sein können. Weiterhin stößt man auf Darstellungen von Hörnern, Brüsten und einfachen menschlichen Figuren, die definitiv auf eine tiefere Bedeutungsebene hinweisen. Andere Neuerungen, im Vergleich zu Vorgängerkulturen, bestehen auch in den Haustypen und Grabsitten.

Samstag, 19. Mai 2012

Lyrik: Totales Christentum

Total – Totalitär
Gott herrscht – keiner mehr!
Gott verbietet – feuchter Traum
Kluge Schlange – alter Baum
Vertrieben – Paradies
Natur ade! – Speer und Spieß
Jungfrau – Freudenhaus
Pech gehabt – bad es aus!
Verbrecher – gerechter Tod
Mann am Kreuz – Gnadenbrot
Höllenfeuer – Himmelfahrt
Nur für euch – schmort und gart!
Kannibalen – Sonnentag
Jesu Blut – weil ich es sag!
Messias – Glaubenskrieg
Gib Gas – für den Sieg!
Glaube – blind vertraun
Taube – abgehaun
Kreuzzug – Massenmord
Gibt es – an jedem Ort
Klaut das – was bewährt
Diebstahl – und verehrt
Jesus – Antichrist
Sieg dem – der stärker ist!


Copyright  2011 by Poeta Immortalis


Montag, 7. Mai 2012

Die Kunst der Stichomantie


Die Stichomantie ist eine griechisch-antike Divinations-, also Wahrsagekunst, bei der aus einer Urne Lose oder Zettel gezogen und interpertiert wurden. In der späteren römischen Abwandlung wurde auch aus berühmten Werken divinatorisch ein Vers herausgegriffen (Rhapsodomantie), was sich im Mittelalter dann zu einem (eher weniger) zufälligen Durchblättern und stechen von Buchstellen entwickelte. Besonders beliebt waren dafür hoch gerühmte, umfangreiche oder als heilig angesehene Werke (z.B. von Homer, was Homeromantie genannt wird). Im Christentum bildete sich so das Bibelstechen (Bibliomantie) heraus, das Nostradamus angewandt haben soll. Dies war im Mittelalter die einzig kirchlich zugelassene Divinationsmethode, derer sich selbst der Klerus bediente. Alles Andere stand als heidnische okkulte Handlung unter enorm hoher Strafe. Nicht selten war die Ausübung (zum Beispiel mit Hilfe von Büchern des römischen Dichters Vergil) der Grund für einen Hexenprozess. Doch meist reichte schon der bloße Verdacht, ja die Missgunst eines Nachbars oder einer angeklagten Person, um auf dem Scheiterhaufen zu landen... Dies waren nicht nur für Hellseher und Wahrsager finstere Zeiten.
Die Stichomantie ist eine besonders schnelle Variante der Divination in der eigentlichen Ausführung, die jedoch in der Deutung mitunter sehr kompliziert werden kann. Entgegen häufiger Annahmen ist Divination eben nicht von jeder Person einfach ausführbar. Sie benötigt einen reichen Erfahrungsschatz und jede Menge Übung, um zu einem sinnigen und exakten Ergebnis zu führen.
Gerade auch die Wahl des Buches zur Stichomantie spielt eine entscheidende Rolle, denn nicht jedes ist hierfür geeignet. So sollte man davon absehen Bücher mit zu einseitigem Inhalt und/oder wenig Vokabular stichomantisch zu nutzen. Dagegen sind Lexika, Wörterbücher, ja sogar Telefonbücher (, sofern man Zahlen zu deuten weiß,) geradezu prädestiniert dafür. Es gibt natürlich auch divinatorische Werke, wie das I Ging, die man selbstverständlich auch ohne Stäbchen zu werfen zum selbigen Zwecke nutzen kann. Für die eigene Wahl sollte man ganz auf die eigene Intuition vertrauen. Ob die Edda, ein astrologisches Nachschlagewerk oder das Popol Vuh; dies alles kann erfolgreich zum Ziel führen.
Da wirft sich die Frage auf: Wodurch führt eigentlich die Stichomantie zum Ziel?
Allgemein kann man das mit dem großen, allesumfassenden Geflecht grobstofflicher und feinstofflicher Materie erklären, das uns alle miteinander verbindet. Wir alle ziehen und lenken an fremden Fäden, wo wir nur können und werden so selbst beeinflusst. Wer nicht bewusst die Dinge in die Hand nimmt, der wird  zur Marionette und stößt, ohne es zu wollen, gegen so manche fremde Fäden, taumelt wie ein Traumtänzer umher, zieht mal hier und mal da. Dabei haben die Andersweltlichen einen nicht unwesentlichen Anteil als Puppenspieler zu leisten. Ganz egal, wie man das nun nennen mag: Es ist definitiv kein Zufall.
Die Stichomantie kann uns so Nachrichten über höhere und verborgene Zusammenhänge aus dem Kreise der Fadenzieher liefern oder auch einfach nur necken.
Nachdem das geklärt ist, können wir gleich zur Praxis schreiten. Hierfür sollte man sich eine Frage überlegen und ein Buch aussuchen, das die Möglichkeit bietet, zu diesem Thema Aussagen zu treffen. Diese Frage behält man klar und deutlich im Kopf und schlägt eine Seite auf. Ob man dabei  blättert oder nicht sei jedem selbst überlassen. Auf der aufgeschlagenen Seite sticht man blind mit dem Finger ein Wort, einen Satz, Vers oder Abschnitt heraus. So weit, so gut... doch nun geht es an die Interpretation, die sehr individuell werden kann. Bei Interpretationsschwierigkeiten stehe ich natürlich, wie immer, unter der üblichen E-Mail-Adresse, zur Verfügung.


Montag, 30. April 2012

Meldung: Belteine/Beltaine/Beltane und Walpurgis/Valborg

Skurrile mittelalterliche Vorstellungen...
In diesen Tagen wird das keltische Lichtfest gefeiert und die reinigenden Feuer des Sonnengottes Bel entzündet. Doch auch im germanischen Bereich gibt es ganz ähnliche traditionelle Feste: Die Walpurgisnacht, das Fest der Göttin Walpurga, die im christlichen Mittelalter von einer Heiligenerfindung überschattet wurde. Zu allem Überfluss wurde natürlich in der mittelalterlichen antiheidnischen Propaganda dieses Fest zum Inbegriff des "Bösen" gemacht, worum sich die absurdesten und skurrilsten Vorstellungen rankten. Mit der paganen Lichtsymbolik wurde natürlich auch Luzifer, der christlich negativierte Prometheus, in Verbindung gebracht.  Aus dem mittelalterlich-christlichen Unwissen über die "teuflischen" Wesenheiten, also nicht- und antichristlichen Geistwesen und Götter, wurden in dem Zuge auch so manche fatale und völlig unsinnige Gleichsetzungen gemacht. An alten Heiligtümern, wie auf dem Hexentanzplatz in Thale (Harz) fanden und finden bis heute die traditionellen Walpurgisfestlichkeiten statt. Dort war es üblich mit oder ohne Hilfsmittel, wie zum Beispiel  den sogenannten "Hexensalben" (, deren Hauptbestandteile oft hochgiftige Nachtschattengewächse waren,) in die Welten der Geister zu reisen (= Astralreise, Andersweltreise). Viele der Hexen sollen auch gar nicht körperlich an den Feiern teilgenommen zu haben, sondern sind mit Hilfe der Technik der Astralreise zum Austragungsort gereist. Der Vorteil einer solchen magischen Aktion ist natürlich die geringe Auffälligkeit, denn derartige Treffen waren unter Todesstrafe verboten.

Doch wenden wir uns wieder Beltaine zu:
Hierbei handelt es sich vorrangig um ein Fest der Priesterschaft, der Druiden, die die magischen Riten vollzogen. Für das restliche Volk war es eher ein ausgelassenes Treiben mit Speis', Trank, Musik und Tanz. Oftmals wird dieses Fest am 1. Mai oder in der Nacht davor begangen. Doch die traditionellen Festdaten sind sehr unterschiedlich: Auch am 8., 9.,10., 11.  und  20. Mai wurde das Fest regional begangen. Ein wichtiger Ritus zu Belaine war das Durchtreiben der Viehherden zwischen zwei dem Bel geweihten Feuern, wodurch die Tiere ein Jahr lang vor Krankheit geschützt sind. Auch Menschen können sich durch einen Sprung über das  heruntergebrannte Feuer magisch reinigen. Verliebten Paaren wird durch einen gemeinsamen Sprung  eine glückliche und gesunde Partnerschaft gesichert. Weiterhin wurde ein sogenannter "Korbriese", eine mit Opfergaben gefüllte Strohpuppe, für den Gott Bel verbrannt.

Doch was wird zu Walpurgis gefeiert?
In der Nacht zum 1. Mai wurde in germanischer Tradition von den Magietreibenden, sowie den späteren Hexen, das Ende des Winters, die Vertreibung der Eisriesen aus dem Land, gefeiert. Um diese Vertreibung endgültig zu besiegeln und den Sommer einziehen zu lassen, wurde ordentlich gelärmt, gesungen und getanzt. Auch Maskenspiele, in denen die andersweltlichen Vorgänge nachgestellt wurden, gingen damit einher. Doch nicht nur das allein ist der Grund dieses Festes. Noch bedeutender ist die heilige Hochzeit des Göttervaters Odin/Wotan/Wodan mit Freyja. Dem göttlichen Brautpaar wurden Opfergaben dargebracht, um ein fruchtbares und erntereiches, sowie gesundes Jahr zu sichern.
Auch in Schweden wird dieses Fest in leichter Abwandlung unter dem Namen Valborg begangen.

NebelALLraunen wünscht allen Lesern ein wunderschönes Belteine/Beltaine bzw. Walpurgis!


Freitag, 27. April 2012

Magische Instrumente: Die Glocke


Dieser NebelALLraunen-Artikel soll sich voll und ganz um (große und kleine, dicke und dünne) Glocken drehen. Zum Bedauern des ein oder anderen Schaulustigen geht es dabei um Instrumente zur musikalischen Tonerzeugung, soviel vornweg.

Musik ist magisch... Das hat sicherlich fast jeder Mensch schon einmal am eigenen Leib erfahren. Ob mit der Lieblings-CD zu Hause, in der Disco oder beim Lauschen der Klänge der Natur. Sie beeinflusst uns bewusst wie unterbewusst, verändert unser Empfinden, unsere Gefühle, beruhigt uns, oder lässt uns extatisch werden, berührt uns in der Seele, lässt uns schweben und fallen, heilt Seele und Körper... Doch genauso kann sie Abscheu, Unwohlsein, Schmerz, Aufgebrachtheit und zahlreiche weitere Leiden sowie missgünstige Zustände erzeugen. Ja, einzelne Töne können Gegenstände schwingen lassen, sogar bis zur Zerstörung, sofern diese identisch mit der Eigenschwingung eines relativ zerbrechlichen Objektes sind. Es entsteht Resonanz. Doch das sind erst die ganz offensichtlichen Wirkungen... Musik besteht nicht nur Schallwellen, sondern diese wiederum transportieren zahlreiche andere sehr viel kleinere Stoffe. Sie kann so auch als Träger der magisch wirksamen Feinstoffe dienen.
Im christlich geprägten Abendland ist kaum ein magisch wirksames Instrument so verbreitet wie die Glocke. Oft ohne, dass die meisten Menschen darauf achten, bestimmt der Glockenschlag spätestens stündlich die städtische und dörfliche Schallkulisse.
Glocken gehören, genauso wie Klangschalen, Gongs und ähnliche Instrumente zu den sogenannten „Befehlsinstrumenten“. Das heißt, sie sind dazu geeignet den Willen von Menschen und anderen Wesen zu brechen oder zu umgehen, bewusst, wie unterbewusst. Der Klang der Glocken vor der christlichen Messe befiehlt den Zuhörern in dire Kirche zu gehen, sofern ihr eigener Wille nicht stärker ist. Genauso kann er auch spezielle Geistwesen herbeibefehlen, was nicht nur christlich genutzt wird. Weiterhin dient das Stundenläuten, das Feiertagsläuten und das Geläut der Kühe und Ziegen, das sie um den Hals tragen, zur Vertreibung von Geistwesen. Die Weihung und feinstoffliche Ladung, sowie der genaue Klang der Glocken bestimmt dann gegen welche Geistwesen sich diese Austreibung richtet. Auch beim Exorzismus verschiedenster Kulturen spielt dieses Instrument eine relevante Rolle. Somit wurden all diese Glocken ursprünglich bewusst aus magisch-religiösen Gründen angebracht. Diese Wirkung wird durch die Große Zahl von durchdringenden Tönen erreicht, die eine Glocke erzeugt. Dabei ist meist nur ein winziger Bruchteil für uns hörbar.