NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

_____________________________________________________________________________

Du bist neu hier? Eine erste Einführung hilft dir weiter!


Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Montag, 13. Februar 2012

Magische Amulette: Schutzhand/Hamsa


Unser erster Artikel zu magischen Amuletten soll sich um ein Objekt drehen, das auch häufig als Souvenir im gesamten Orient verkauft wird:

Die Schutzhand ist eines der bekanntesten heidnischen Amulette des orientalischen Raumes, da es vor allem vom Islam als „Hand der Fatima“ vereinnahmt wurde und somit nicht ausgelöscht werden konnte. Der arabische Name „Hamsa“ heißt übersetzt „fünf“ und steht wohl für die Finger und die mit der Zahl verbundenen numerologischen Bedeutungen. Die Numerologie ist jedoch etwas sehr Individuelles, was sehr viel mit der persönlichen Assoziation zu tun hat, die vor allem von Kulturkreisen abhängt, weshalb auf die Bedeutung der Zahl Fünf hier nicht näher eingegangen werden soll. Die Deutung als Hand der Tochter Mohammeds (Fatima) ist wohl eher eine religiös nicht fundierte Notlösung gewesen, um dieses Amulett mit dem islamischen Glauben vereinen zu können. Die heidnischen Riten, Gebräuche und Gegenstände, die sich bis heute im Volksglauben erhalten haben, sind im Laufe der Zeit mit dem Sufismus verschmolzen. Dieser wiederum ist eine mystisch-asketische Bewegung innerhalb des Islam, dessen Anhänger unter den Bezeichnungen „Sufi“ oder „Derwisch“ bekannt sind und deren Usprünge als Magier weit in vorislamischer Zeit liegen.
Nicht nur Menschen ist dieses Amulett vorbehalten, sondern auch Tieren wird es um den Hals gelegt, damit auch sie gegen schädliche Einflüsse gewappnet sind. Solch ein magischer und eher gleichstellender Brauch kann unmöglich einer der drei magie- und tierfeindlich ausgerichteten monotheistischen Religionen entspringen.
Auch im Judentum und sogar im Christentum gibt es Analogien zur „Hand der Fatima“: „Die Hand der Miriam“ und „die segnende Hand der Maria“. Diese unterschiedlichen Vereinnahmungen sprechen ebenfalls für eine ehemals große Bedeutung dieser Amulette in den polytheistischen Kulturen des orientalischen Horizonts. 
Die weibliche Assoziation dieses Amulettes könnte von den Astarte-Amuletten und ähnlichen weiblichen Fruchtbarkeitsgottheiten des östlichen Mittelmeerraumes stammen, die oft mit Kind im Arm und erhobener rechter Hand dargestellt wurden. Es ist auch durchaus möglich, dass das Handsymbol von heidnischen Kulturen auf verschiedene Weisen und in unabhängigen Kontexten parallel verwendet wurde. So wäre selbst eine einstige Verwendung als Symbol eines erfolgreichen Magierpriesters, der gegen schadbringende Geistwesen ankämpfte, möglich.
Schutzamulette in Form der geöffneten rechten Hand sind sogar in ganz Eurasien zu finden und ab der Bronzezeit nachweisbar. Einer ihrer Ursprünge ist im babylonischen Reich zu finden. Doch selbst im nordischen Europa waren sie wohl keine Seltenheit. Vielleicht kamen sie durch Handel, Reisen, Kriegszüge oder aber ganz eigene mythologische Ereignisse, die sich nicht mehr erhalten haben, dorthin.
Das Amulett an sich besteht aus einer Hand mit drei mittleren abgerundeten, sowie links und rechts zwei spitz zulaufenden symmetrischen Fingern, in dessen Zentrum sich ein Auge befindet. Alle anderen Elemente sind weniger fest vorgegeben und richten sich eher nach dem Geschmack und der Kunstfertigkeit der Schaffer. Die häufig auftauchenden Fische auf den drei mittleren Fingern, sind höchstwahrscheinlich monotheistische Hinzufügungen zur Umweihung auf den versklavenden „einen Gott“ und/oder das Zeitalter der Fische.
Die Hand bildet in der Interpretation entweder einen abwehrenden Gestus, der unmissverständlich zum Schutz dient oder aber einen segnenden. Genauso zwiegespalten ist auch die Wirkung der Hamsa: Sie dient als eine der effektivsten Abwehrmaßnahme gegen schadbringende Geistwesen und als Kaft- und Glücksbringer, was wieder für mehrere Bedeutungen schon in heidnischer Zeit spricht.
Die Hamsa wird bei weitem nicht nur als typisches Amulett um den Hals getragen. Es haben sich verschiedenste Abwandlungen entwickelt: Ob als Tattoo, Autoaufkleber oder gar auf Kleidungsstücken, die Vielfalt ist groß. Nur ist es dadurch auch zu einem Modeartikel verkommen, der seiner magischen Bedeutung nicht gerecht wird. Doch genauso schnell kann man mit einer magischen Besprechung diese Formen der Hamsa wieder magisch nutzbar werden lassen.
Ihr möchtet weiterführende Vorschläge, Tipps und Hilfe zur heidnischen Verwendung und der magischen Besprechung der Schutzhand? Dann schreibt mich an: poeta-immortalis@web.de


Quellen:

Schirner, Markus:Talismane und Amulette, Darmstadt 2009, S. 21, 22, 23.
http://www.eslam.de/begriffe/h/hand_der_fatima.htm
http://www.eslam.de/begriffe/s/sufismus.htm

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen