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Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 26. Juni 2012

Götterbilder und Bildmagie

Götterbilder sind alles andere als leer... alles andere als "Götzen", wie sie das Christentum schmähend nennt. Die, die sich selbst so sehr vor dem Anblick ihres Oberdämonen fürchten, dem sie sich unterwarfen... ja, sich kein Abbild machen durften, weil dieser selbst fürchtet dadurch das Schicksal der vielen durch seine Anhänger vernichteten oder geschwächten Götter zu erleiden!
Doch bei uns Heiden werden nicht die Bilder angebetet (, auch wenn man sie durchaus angemessen würdigen kann)... nein, die Götter, Geister und magischen Spielarten selbst!

Doch zuvor... was sind eigentlich Bilder?
Entstanden aus dem althochdeutschen "Bilidi", das so viel wie Abbild, Omen oder Zauberwerk bedeutete, gibt dieses Wort auch die paganen Bedeutungen des Bildes wieder. Bilder sind ein Spiegel von Realitäten, Pfade, Verbindungen und Verknüpfungen in uns, wie auch zu anderen mitunter fernen Wesen und Orten, wo auch immer diese sein mögen. Das Bild als verfremdendes und zugleich natürliches Medium ist perfekt dazu geeignet andersweltliche Gegebenheiten für Jedermann zu jeder Zeit optisch sichtbar zu machen. Jedoch ist es bei der Abbildung andersweltlicher Orte, Gegenstände und Personen nicht nötig, diese exakt wiederzugeben, solange eine möglichst große ÄHNLICHKEIT erhalten bleibt. Denn auf dieser baut die sogenannte SYMPATHIEMAGIE, die Magie der Verbindungen, auf. Umso ähnlicher ein Götterbild seinem Orginal ist, desto stärker ist auch die natürliche verbindende Wirkung. Bei dieser Art der Magie handelt es sich um eine der ältesten Formen der Machtentfaltung überhaupt: Die gesamte Vermehrung von Arten, ja die Evolution, fußt auf der Ähnlichkeit, die untereinander verbindet, eine Brücke bildet und Unähnlichkeit die Mauern schafft und isoliert. Es handelt sich somit um selbsttätige und unheimlich starke Magie, die unter anderen auch bei Puppenzaubern (z.B. aus dem Voodoo) und Bildmagie zum Einsatz kommt.

Was sind nun der Sinn der Bildmagie?
Magische Bilder dienen als Kanal, als Portal oder Verbindung aller möglichen Sinneskanäle und Stoffe zu Göttern, Geistern, lebenden Personen, Orten (andersweltlich oder diesseitig), Gegenständen, Energie- und Kraftquellen, etc. Über die Bilder kann erspürt und kanalisiert, Zauber und Flüche gesprochen werden. Doch VORSICHT: Solch ein Kanal geht immer in BEIDE Richtungen! Deshalb ist es unbedingt nötig sich ausreichend zu schützen, sofern man magisch mit Bildern arbeitet.
Bildmagische Kanäle zu Kraftquellen können effektiv für Zauber genutzt werden. Das nutzt man bei der Glyphenmagie gezielt aus.
Auch divinatorisch lassen sich Bilder nutzen, um daraus Veknüpfungen des Schicksalsnetzes (Wyrd) zu erschließen.

Bildmagische Medien können Gemälde, Reliefs, Statuen, Amulette, Fotos (gerade aus sozialen Netzwerken), Filme, handgemalte Skizzen und Zeichnungen, Ritzungen, Tattoos, Brandmale/Brandritzungen, sowie genähte und gewebte Bilder sein.

Fazit: Götterbilder sind magische Werkzeuge, Verbindungsmedien, ähnlich den uns heute bekannten modernen Medium Internet und dessen technischen Möglichkeiten (z.B. Computer mit Mikrofon, Lautsprecher und Webcam), mit dem Unterschied, das hierdurch sogar Kontakte in die Anderswelt hergestellt und gepflegt werden können. Die Götterbilder funktionieren durch die Ähnlichkeit zum Orginal, so wie alle bildmagischen Träger.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Meldung: Sommersonnenwende

Kreisgrabenanlage Goseck - fotografiert von Yuggoth
Heute, in der Nacht vom 20. Juni 2012 zum 21. Juni findet die Sommersonnenwende statt! 
Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann sammelt heute Nacht Kräuter, denn sie sind besonders wirksam!

Es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Auch wenn beide in Deutschland reichlich verregnet waren, so hielt dies doch nicht alle von einem Ritual unter freiem Himmel ab. Gerade wiedererrichtete neolithische Kreisgrabenanlagen, deren Höhepunkt vor etwa 6500 bis 6900 Jahren war, wie man sie zum Beispiel in Goseck (Sachsen-Anhalt) findet, eignen sich hervorragend für derartige Ritualistik, da sie durch ihre Palisadenöffnungen direkt an den Sonnenlauf angepasst sind. Ihre hölzerne Bauweise macht sie leider nicht sehr haltbar und womöglich gab es in der Kultstätte keinen Schutz vor  Witterung, wie ich es selbst am eigenen Leib erfahren durfte. Doch auch das stellte für mich im Endeffekt wundervolles Naturerlebnis dar. Die Bauweise birgt auch riesige Vorteile: Steht man genau im Zentrum der Anlage und spricht oder singt, so wird der Schall enorm verstärkt und tönt bis in den Himmel hinauf; eine optimale Vorraussetzung für Anrufungen, magische Formeln und Gesänge. Der kreisrunde Palisadengang mit seinen Öffnungen regt weiterhin zur Umkreisung an, die auch liturgisch durchaus Sinn macht, wenn man rituell den Sonnenlauf nachvollzieht. So könnte eine mehrmalige Umkreisung mit dem Sonnenlauf, sowie eine anschließende rückläufige Umkreisung (, z.B. beides je 3 Mal,) ein ortstypischer Ritus zur Sommersonnenwende gewesen sein. Zudem wurden an den Gräben wohl ursprünglich Rinder geopfert und im Zentrum Rauchopfer verbrannt. Einheimische Pflanzen, die im Sonnenwendritus eine große Rolle spielen sind Johanniskraut, Ringelblume, Arnika, Beifuß, Kamille und Thymian. Diese können der jeweiligen Sonnengottheit frisch als Opfergabe dargebracht oder verräuchert werden, denn auch das Sonnenopfer spielt eine besonders große Rolle bei den mittsommerlichen Feierlichkeiten.
Hier eine Auswahl von oxidentalischen und orientalischen Gottheiten, die für die dazugehörige Anrufung geeignet wären:
  • Had, lockenköpfige, rothaarige Lichtgöttin aus der Linienbandkeramikkultur
  • Balder, der germanische Sonnengott
  • Lugh, der keltische Sonnengott 
  • Svarog, slawischer Schöpfer- und Lichtgott
  • Svarožić/Dažbog, slawischer Sonnengott, Sohn des Svarog
  • Ra, der ägyptische Sonnengott, Herrscher und Ordner der Welt
  • Horus (im Altägyptischen Hor), der lichte Kindgott
  • Helios, der griechische Sonnengott
  • Apollon, griechischer und römischer Gott des Lichtes, der Reinheit und der Künste
Mit die bedeutenste Sonnenwendritualistik nimmt die des heiligen Sonnenfeuers ein, das meist das Zentrum bildet. Derartige Feuer wurden der jeweiligen Gottheit geweiht und teilweise mit Hilfe von Fackeln weitergetragen. Auf diese Weise kann auch das Umkreisen noch stärker magisch wirksam gemacht werden, das ohnehin schon eine schützende Wirkung entfaltet. Ein Schutz vor Unglück und Leid bei den sich anbahnenden Veränderungen nach dem lichten Höhepunkt des Jahres...

Gerade zum Tag der Sommersonnenwende, bietet sich der Beginn jeder Art des Wandels an. Denn was sich nicht mehr wandelt, das siecht dahin und stirbt... und so muss sich gerade unsere Sonne wandeln! Doch auch uns tut ein wenig positive Veränderung gut.
Zu jeder magischen Persönlichkeit gehört nicht nur die feinstofflichen und andersweltlichen Angelegenheiten zu meistern... ja, zu verwandeln... Es ist viel wichtiger, und eine essentielle Grundlage für das Fortkommen, ein diesseitiger Lebenskünstler zu sein oder zu werden!
Ein erster Schritt auf dem Weg dahin ist vor allem die eigene Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit zu schulen. Die meisten Menschen gehen wahrhaft blind durch's Leben... mit oder ohne Scheuklappen... EIN TRAURIGER ZUSTAND, der so manche sinnentleerte sklavenhafte Existenz schafft, aber offenbar von Kirche, Wirtschaft und Regierung voll ganz so gewollt ist. Es von diesem System völlig passive, aber wahrnehmungslose Herdenmenschen geschaffen, die ideale Arbeitsmaschinen und treue Schäfchen sind... ein Massenopfer für den einen folternden Herrgott, das ein Ende finden sollte.
Um sich selbst für Wahrnehmungen zu öffnen, kann mn zum Beispiel gezielt seine Alltagsgewohnheiten, seinen alten Trott durchbrechen, die Scheuklappen getrost entsorgen. Selbst bei scheinbar banalen außerhäuslichen Gängen kann man, wenn man nur darauf achtet, so viele Dinge entdecken, die man vorher nie wahrgenommen hat! Man schaue dazu nur gezielt auf, in und hinter das, fühle, rieche, schmecke (, usw.), was einen umgibt, analysiere und erforsche seine Umwelt bis ins Detail, wann und wo auch immer... Es mag so erscheinen, als kenne man seine gewohnte Umwelt. Doch wenn man erstmal BEWUSST WAHRGENOMMEN hat, dann erkennt man, was für eine Menge schöner und interessanter Dinge einem sonst immer entgangen sind, zu denen ständig neue dazu kommen, sodass es niemals langweilig wird. Es ist wichtig für ein jedes Wesen seinen Geist zu AKTIVIEREN, um im Leben echte Fortschritte zu machen.
Doch dazu muss man auch Kraft aufwenden, sich mindestens geistig anstrengen.
Einer der Hauptverantwortlichen der geistigen Inaktivität ist das niveaulose und realitätsverfälschende Fernsehen. Es ist nunmal bequemer sich von sinnlosem Müll, hin und wieder durchzappend, berieseln zu lassen, anstatt in die Natur hinaus zu wandern. Doch der leichteste Weg ist selten der Beste...
In diesem Sinne: Mögen die alten Götter euch Kraft für positive Veränderung und Gleichgewicht geben!

Möget ihr wundervolle Feierlichkeiten haben!

Dienstag, 12. Juni 2012

Lieder für die Slawengötter


Musik füllt nicht erste heute das Leben der Menschen mit Sinn und Magie. Gerade der Gesang gehört wohl zu den Urformen rituell-magischer Musik. In seiner Entwicklung wird der Mensch vermutlich zuerst die Macht der Lauterzeugung durch seinen eigenen Körper erfahren haben, bevor es zu einer Nutzung von Werkzeugen zu ebendiesem Zwecke kam. Nach wahrscheinlich anfänglicher profaner Nutzung, nahm die Musik ihre jeweilige Form erst durch die Spiritualität an. Dies kann man daraus ableiten, dass alle heute noch bekannten musikalischen Systeme durch und durch religiös geprägt sind.
So sind in den Kirchtonarten, die bis heute die westliche Musik bestimmen, die Zahlen 8 und 12 bestimmend. Das wiederum sind Anspielungen auf Jesus Christus, der hier numerologisch aus der Zahl 8 abgeleitet wird, sowie dessen (angebliche)12 Apostel. [Wahrscheinlich handelt es sich hierbei eher um im Nachhinein konstruierte Zahlensymboliken, die nichts mit den tatsächlichen Gegebenheiten zu tun haben müssen.] Selbst christliche Kirchen fanden deshalb so oft zur, nach dem Kreuz, bestimmenden Bauform des Oktogons. Eigentlich sind dies jedoch, sowohl in der Architektur, als auch in der Musik, alles Übernahmen aus der griechischen (in der Baukunst vor allem römischen) Antike, die nur christlich uminterpretiert und auf eine innerkirchliche Liturgie angepasst wurden. Ausgehend von der Musik werden zudem auch Verbindungen zum Kirchenjahr gezogen, die dann zum Beispiel in rituellen Gesängen (, wie den Gregorianischen,) umgesetzt wurden.
Doch die Notenschrift ist weder eine griechische Erfindung, noch eine Christliche! Schon im alten Kemet (Eigennahme von Ägypten) gab es seit dem 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung ein schriftliches Notensystem. Dabei sind und waren die Zahlen 17 und 24 bestimmend, was dann den typisch orientalischen Klang ausmacht.
Im jeweiligen Kult nimmt die Musik eine (Über-)Trägerrolle ein. Sie wird zum Boten, zum Erwecker von Geistern, Göttern und bewusstseinserweiterten Zuständen. So muss es wohl auch in den alten slawisch-heidnischen Spiritualitäten gewesen sein. Bis heute belegen eine Vielzahl von russischen Volksliedern die Kulte der Göttin Lelja/Ljuli, bei denen der Gesang eine besonders wichtige Rolle gespielt haben muss. Dazu gehören „Die Birke“, „Helles Gesicht, rundes Gesicht“, „Geh heim, meine Kuh“„Kalinka“„Kasanka“ und „Wie Wacholder auf dem Berge“.

Montag, 4. Juni 2012

Kultische Äußerungen im Frühneolithikum


Linienbandkeramische Glyphe
Fragestellung:
Vollzogen die Menschen der Linienbandkeramikkultur Götterkulte und Opferriten?

Zeitlich-kulturelle Einordnung
In der Mitte des sechsten vorchristlichen Jahrtausends trat in Mitteleuropa das Neolithikum auf. Ortsansässige mesolithische Kulturen kamen mit einem ganz neuen eingewanderten Menschentypus in Kontakt, der von der Balkanhalbinsel stammte. Diese grazilen mediterranen Menschen brachten viele Neuerungen mit sich, die sich im Laufe von etwa 500 Jahren über ganz Europa verbeiteten. Neben dem Ackerbau, der sich zuerst in den Bereichen mit Lössböden durchsetzte, brachten die Zuwanderer sicherlich auch kultische Neuerungen mit sich. Die Linienbandkeramikkultur, die bei diesen Betrachtungen im Vordergrund stehen soll, entwickelte sich im unteren Donaubecken aus südosteuropäischen neolithischen Kulturen und breitete sich von dort nach Nordwesten aus. Schließlich umfasste sie einen Bereich von Rumänien über Mitteldeutschland bis nach Ostfrankreich. 
Zu jener Zeit wurden Emmer, Einkorn-, Zwerg- und Brotweizen, sowie Dinkel, Gerste, Hirse, Hafer, Erbsen, Linsen, Schlafmohn und Flachs angebaut. Im Bereich der Viehzucht hielt man Rinder, Ziegen, Schafe und Schweine. Zusätzlich belegen Knochenfunde die Jagd auf Elche, Hirsche, Wildschweine und viele weitere Wildtiere. Jedoch rückt diese immer mehr in den Hintergrund, da sie nicht mehr, wie in den früheren Wildbeuterkulturen, von überlebenswichtiger Bedeutung ist.
Während der Zeit der Linienbandkeramikkultur wurden alte, wie auch neue Werkzeugtypen, rege gebraucht. Zu den älteren Werkzeugtypen zählen Feuerstein- und Obsidianklingen, Pfeilspitzen und Bohrer. Auch als Rohmaterial wurden diese Stoffe über weite Entfernungen, von den ursprünglichen Lagerstätten aus, gehandelt. Besonders typische Neuerungen waren Dechsel und Schuhleistenkeile, die zur Holzbearbeitung dienten. Schuhleistenkeile konnten zudem als Waffe und offenbar auch als Statusobjekt der männlichen Bevölkerung dienen. Die Keramik, die diese Kultur auszeichnet, besteht aus Flaschen, Schalen und rundbogigen Kümpfen mit bandartigen Mustern. Diese Verzierungen weisen eine große Vielfalt auf. Beispiele hierfür wären Spiralen, Schlangenlinien, Mäander, Rechtecke und konzentrische Quadrate, die durchaus auch Sinnbilder für religiöse und gesellschaftliche Konzepte sein können. Weiterhin stößt man auf Darstellungen von Hörnern, Brüsten und einfachen menschlichen Figuren, die definitiv auf eine tiefere Bedeutungsebene hinweisen. Andere Neuerungen, im Vergleich zu Vorgängerkulturen, bestehen auch in den Haustypen und Grabsitten.