NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 30. Dezember 2014

Wahrheit aus Mythen

Von frischen spirituellen Ranken aus dem Boden der Wissenschaft – warum neue pagane Wege und Wissenschaften sich gut verstehen können


Zwischen Wissenschaft und Spiritualität

Wo Wissenschaft und Praxis zusammentreffen, entsteht Fortschritt. Doch nicht überall ist solch ein Zusammenspiel üblich. Gerade im Bereich der Geisteswissenschaften existieren große Grauzonen, die erst langsam durch privates Engagement erschlossen werden. Dabei entstehen auch Brücken in spirituelle, polytheistische und okkulte Bereiche, die sich jedoch klar von der Esoterik abgrenzen. Die Rede ist hierbei vor allem von rekonstruktionalistischen Strömungen, welche mit anerkannt wissenschaftlichen und grenzwissenschaftlichen Methoden zu einer experimentellen Praxis führen, die gerade heute Aktualität bietet. Es entsteht eine durchaus subjektive Erfahrung, einst nur theoretisch beleuchteter Felder, was ein tieferes, inneres Verständnis, sowie ungeahnt direkte Einblicke in die Lebenswelt alter Kulturen ermöglicht. Durch Gruppenarbeit und Technisierung von rituellen Vorgängen, können übereinstimmende Erfahrungen nachgewiesen und zu objektiven Beobachtungen formuliert werden.

 
Die Faustsche Idee

Einer der wichtigsten Antriebe in diese Richtung der neuen Maßstäbe ist klar der Wissensdurst, das Verlangen zu ergründen, was sich hinter den gewohnten Grenzen normativer Versteinerung befindet. Wem ist noch nicht aufgefallen, dass es in den Wissenschaften einige Themen gibt, die tabuisiert sind, in denen es auf der alten Grundlage kein Vorankommen geben kann? Nun gilt es nur noch auf vielversprechende Ideen zu kommen. Und diese liegen sehr oft in der Praxis. Was hindert uns eigentlich daran alte Kulte, von denen wir theoretisch etwas wissen, auch in der Praxis auszuführen? Ist es die Angst vor dem Unbekannten? Sind es Vorurteile, begründet aus dem eigenen, wertenden Weltbild? Wer sich von alledem lösen kann, dem eröffnen sich unendliche Weiten. Weiten, die das Potential haben wirklichen Fortschritt zu erlangen. Der Gedankengang an sich ist nichts Neues, sondern die Art der Umsetzung, die in den letzten Jahren weit mehr Verbreitung in der dazugehörigen Fachliteratur gefunden hat.

 
Wellen der Entwicklung

Angefangen mit Mircea Eliade, sind offenere Ansichten gegenüber, zuvor als „primitiv“ und „rückschrittlich“ betrachteten, kulturellen und spirituellen Systemen entstanden. Im Bereich des Schamanismus ist Michael Harner, mit seiner später gegründeten Foundation for Shamanic Studies, ein Vorreiter, der als Ethnologe den Schritt von einer distanzierten, zu einer direkten Betrachtungsweise gewagt hat. Vergleichend analysierte er verschiedene Praktiken ursprünglicher Kulturen auf der ganzen Welt und entwickelte aus den Übereinstimmungen Techniken, die unabhängig von dem kulturellen Hintergrund ihrer Benutzer zu Erfolg führen. Der Core-Schamanismus war geboren. Der sogenannte Kemetismus, die Ausübung der Kulte des alten Ägypten, hatte seine Geburtsstunden in den USA und schwappt erst heute mehr und mehr nach Europa. Wellen der Entwicklung brechen herein.

 
Verifizierbarkeit statt Mysterien

Die wichtigste schamanische Technik bildet die Geistreise, welche sich wie eine Meditation nach Außen, oder ein kontrollierter, luzider Traum anfühlt und von Jedermann mit etwas Übung praktiziert werden kann. Wissen mit durchaus alltäglicher Relevanz kann von überall her zuverlässig bezogen werden. Eigene Erfahrungen, sowie, im Laufe der Praxis, neu entstehende Techniken lassen nach und nach eine individuelle Spiritualität entstehen. Der Kontakt mit anderen Praktizierenden offenbart erstaunliche Übereinstimmungen, die nicht aus bloßem Zufall resultieren können. Dieser durchaus auch internationale Austausch ließ viele weitere technisierte oder rekonstruierte Wege heranwachsen. Ceisiwr Serith eröffnete einen Zugang zu unseren frühen Vorfahren mit dem Buch „Deep Ancestors – Practicing the Religion of Proto-Indo-Europeans. Weitere Entwicklungen stießen Größen, wie Jan Fries, Thomas Karlsson, Edred Thorsson, E. A. Wallis Budge oder Sharon La Borde an. Neopagane und okkulte Bewegungen bekommen immer größeren Zulauf aus wissenschaftlichen Kreisen. Verifizierbarkeit steht als Konzept mehr und mehr im Vordergrund und bildet einen Kontrast zu den etablierten Religionen. Die alte Geheimniskrämerei hat ein Ende. Ein neues Kapitel beginnt.

 
Stimmen zur Praxis

Naturverbundenheit, sowie eine tiefgreifende Ethik des Gleichgewichts, der Wahrheit und Gerechtigkeit verbinden verschiedenste Menschen aus modernen spirituellen Strömungen, von denen hier vier zu Wort kommen sollen. Als logische Konsequenz einer solchen Ausrichtung folgt vor allem ein stetiges Streben nach Wissen, neuen Erkenntnissen, tieferen Einblicken in die Natur der Dinge. Eine Entwicklung zur Wissenschaftlichkeit.

Wie kamst du zum Schamanismus?
Leonhard: „Über das Interesse an Heilpflanzen - also eher in Richtung Medizinmann-Arbeit. Dann ist es nicht mehr nur bei den Heilpflanzen geblieben.“*

Wie bist du zum Kemetismus gekommen? 
Sandra: „Meine erste intensivere Begegnung mit der altägyptischen Kultur hatte ich im Kunstgeschichtsunterricht in der fünften Klasse. Mich faszinierte damals schon der umfangreiche Totenkult und die ägyptische Götterwelt. Im Rahmen von Wicca, Ritualmagie und Schamanismus fand ich dann praktische Werkzeuge um mit der spirituellen Tradition der Alten Ägypter zu arbeiten, die Götter zu verehren und in ihre komplexe Philosophie einzutauchen. Auch das Studium der modernen Ägyptologie ist ein wichtiger Bestandteil meiner Praxis. Als ich dann die amerikanische Kemetismus-Szene kennenlernte, erweiterte sich meine persönlich Praxis dann um einen großen internationalen Freundeskreis der mich täglich inspiriert und bereichert.“ 
Richard: „Bei mir war es im Speziellen der Kontakt und die Verehrung des Gottes Seth und das Interesse an der Ma'at.“*

Was ist dein Antrieb zur spirituellen Praxis? 
Sandra: „Die Erhaltung der kosmischen Ordnung, die wir Ma'at nennen. Sie ist essentielle Lebensgrundlage, sowohl in einer kosmischen, sozialen und individuellen Dimension und jedes lebendige Wesen wird als Mitschöpfer des immer wieder von neuen beginnenden Schöpfungsprozesses gesehen.“ 

Wie hilft dir persönlich der Kemetismus? 
Sandra: „Die täglichen Rituale helfen mir meine Spiritualität zu strukturieren und die Sphäre des Göttlichen in meinen Alltag zu integrieren ohne dabei Bodenhaftung zu verlieren. Kemetismus ist sehr pragmatisch und bei Weitem nicht so mystisch und undurchsichtig, wie oft angenommen wird. Nachhaltigkeit, Sozialkompetenz und Stabilität ist bei uns wichtiger als Erleuchtung, Wahnsinnskräfte oder andere spirituelle Superlative. Ich hab dadurch gelernt die kleinen, unspektakulären Dinge zu schätzen und bin nicht mehr auf der Suche nach überwältigenden Erfahrungen. Weder im spirituellen noch im zwischenmenschlichen Bereich.“

Montag, 15. Dezember 2014

Feinstoffliche Energiezustände - eine Systematik der Kräfte

Seit vielen Jahren widme ich mich bereits der Erforschung des Nichtalltäglichen und Magischen. Dabei erschloss sich als Erstes eine Unterteilung zwischen der alltäglich wahrnehmbaren Grobstofflichkeit, gegenüber der Feinstofflichkeit. Ganze Welten aus, für die meisten Menschen unsichtbarer, subtiler Materie, die alles Grobstoffliche durchdringt und damit durchaus auch in Wechselwirkung mit dem Alltäglichem steht.  Doch es soll nun nicht um eine Systematik der zahllosen Feinstoffe gehen, sondern um die energetischen Zustände, in denen sie auftreten können. Wobei "Zustand" auch verdeutlichen soll, dass Energien sich stets in einem Wandlungsprozess (also Lebensprozess) befinden. Relevant ist zuvor die grobe Einteilung der nichtalltäglichen Welt in drei grobe Ebenen, die in sich weitere Unterteilungen aufweisen. So unterscheidet man, neutral gesagt, eine Oberwelt, Mittelwelt, sowie eine Unterwelt. Das, hier vorgestellte, System hat das Ziel völlig kulturunabhängig und damit -übergreifend gültig zu sein. Es ist der Versuch einer Technisierung okkulter Erfahrung, die Jeder gerne überprüfen kann, ja soll.
Mich selbst führte mein feinstoffliches Gespür (durch meine Hände), Medialität, Automatisches Zeichnen, Geistreisen, sowie aktive polytheistische Götterarbeit zu den hier vorgestellten Ergebnissen. Die Begriffe entstammen teils den Aussagen der Entitäten, teils meiner eigenen Intuition und legen einige Assoziationen nahe, die Verständlichkeit erzeugen sollen.

Die Einteilung in 9 feinstoffliche Energiezustände erfolgt anhand der Ursprungsregionen der Kräfte. Dementsprechend kann man durch Erspüren oder Erfragen (z.B. mit Hilfe der Technik des Geistpendelns) der Energiezustände auch die wahrscheinlichste grobe Herkunftsregion von Seelenwesen aller Art ausmachen. Jeweils drei Zustände liegen vertikal in jeder der Weltenebenen die man als warm, lauwarm und kalt erfühlen kann. Dieser Umstand erklärt sich daraus, dass Oberweltkräfte weitaus schneller schwingen, als unterweltliche (siehe Zickzacklinie). Unnatürliche Kälte (wie in Kirchen) kann aber nicht nur für das Wirken unterweltlicher Entitäten sprechen, sondern ebenso energetischen Vamprismus anzeigen. Zehrende Wesenheiten können genauso aus der Oberwelt kommen! Doch zurück aus diesem kleinen Exkurs.
Horizontal könnten drei weitere Energiezustände den, in der westlichen Magie geläufigen, Begriffen linkshändig (schwarz) , rechtshändig (weiß), als auch einen mittleren Weg (grau) zuordnen. Ich persönlich möchte mich jedoch gern von solch wertenden Unterscheidungen verabschieden und bevorzuge daher in der Waagerechten eine Einteilung in (nach der korrekten Reichenfolge von links nach rechts) Gor (blau), Dor (grün) und Bal (rot). Grundsätzlich sind sie alle weder "gut" noch "böse". Erst eine subjektive, äußerliche Zensur könnte dazugehörige Wesen und Kräfte derartigen Unworten zuordnen. Im Grunde sind alle von Nöten, um ein intaktes System zu schaffen. Am Besten funktioniert unter ihnen stets die zentrale Vertikale als ausgeglichener Mittelweg, bestehend aus Obdor, Middor, Undor, der, gespeist von den Kräften der tiefsten Erdung und beflügelt durch die Kraft der Sterne, allen Wesen ein Optimum bietet.  Hier liegen die spirituell wertvollsten Kräfte, sofern man irgendeine Art von Aufstieg anstrebt. Als lunares, feminines Prinzip fungiert Gor, mit den Unterteilungen Orog, Gorim und Ugor. Selbstständigkeit, Trennung (als Tätigkeit des Erkennens), Isolation, Natur und Überlebenskampf wären wichtige Schlagwörter in diesem Kontext. Maskulin-solar wirken Oleb,  Imbal und Ubal im Bal-Prinzip. Begriffe, wie  Abhängigkeit, Einheit, Gesellschaft, Kultur, sowie (Auf-)opferung stehen im Zusammenhang mit der roten Kraft, die sich nicht zuletzt im Blut widerspiegelt.

Der Nutzen dieser Systematik liegt vor allem in der Vergleichbarkeit, gerade im Austausch gemeinsamer oder unabhängiger magischer Arbeit. Eine solche, wissenschaftliche Arbeitsgrundlage erleichtert zunehmend Nachweise und offenbart erst einmal objektive Momente. Die universelle Zahlensymbolik und bedeutungsschwangere Terminologie machen das Arbeiten einfach, egal mit welchem Kult(ur)kreis man sich normalerweise beschäftigt. Ich biete hiermit Anregungen, die neue Innovationen der "Magick" anstoßen können.
Meine eigene Verwendung bezog sich inder Vergangenheit in erster Linie in die schnelle Einordnung von Geistwesen und Menschenseelen, wie auch deren Eigenschaften. Auf einer solchen Grundlage lassen sich blitzschnell Strategien im alltäglichen, wie nichtalltäglichen Umgang finden.


Sonntag, 7. Dezember 2014

Bei Lichte betrachtet: Die Blume des Lebens

Bewegungsausführung zur Abstellung der saugenden Funktion der "Blume des Lebens"
Unter "Blume des Lebens" versteht man allgemein in der esoterischen Szene sehr positiv konnotiertes Symbol, das aus aneinandergelegten gleichgroßen Kreisformen zu drei Ebenen von Sechseckformen führt, die ebenfalls in einen größeren Kreis eingelassen sind. Das Symbol an sich hatte ab der späten Antike, etwa zeitgleich mit dem Aufkommen von abrahamitischen Mysterienkulten eine geringe ornamentale Bedeutung. Schon unter den späten Assyrern tauchen aus Kreisflächen zusammengesetzte Muster an Eingängen auf, welche jedoch nicht identisch mit der "Blume des Lebens" sind. Diese hatten keinerlei Bedeutung im Kult. Ganz deutlich muss auch betont werden, dass das zu behandelnde Symbol weder kunsthistorisch, noch magisch dem ägyptischen Formenkanon entstammt. Die Verwendung bezieht sich offensichtlich hauptsächlich auf spätzeitliche Vermischungen mit antiken Mysterienkulten, insbesondere monotheistischer Ausrichtung. Im Islam finden sich Fortführungen verwandter Symbolik.
Aktueller Name und Einsatz sind jedoch eine moderne esoterische Erfindung, die auf Halbwissen und kommerzieller Ausnutzung beruht. Antike Hinweise auf eine Verbindung mit einer Symbolik in Bezug auf das Leben oder kosmische Ordnungen sind nicht nachweisbar.
Drunvalo Melchizedek wies dem Symbol eine Umprogrammierung zu und benennt die Funktion in einer äußerst manipulativen Art und Weise als reinigend, belebend und energetisierend. 
Mit einer oberflächlichen magischen Betrachtungsweise, ist tatsächlich eine nicht unerhebliche Kraftwirkung nach Außen spürbar, insbesondere in Richtung Atmosphäre.
Bei einer, von mir mehrfach durchgeführten Geistreise auf und in die "Blume des Lebens" fiel jedoch das augenscheinlich so positive Bild ganz anders aus: Über der ursprünglichen, natürlichen Feinstoffstruktur des Symbols, liegt noch ein weiteres hellblaues Geflecht aus Hexagrammen und Linien, die bei Annäherung  Teile der Lebens- und Körperenergien der Menschen in einem kräftigen Strom nach oben absaugen. Besonders betroffen sind dabei grüne Teilchen. In meiner eigenen Terminologie bezeichne ich diese als "Dor". Es ist eine besonders reine Energieform, die Ausgeglichenheit, rituelle Reinheit und spirituelles Potential verschafft. Wird diese kontinuierlich genommen, so bekommen die Betroffenen, ein suchtgleiches starkes Verlangen nach den geraubten spirituellen Energien. Es entsteht Abhängigkeit.  Betrachtet man weitere Strukturmerkmale, so fällt auf, dass das Geflecht leicht und ohne jeden Widerstand durchdringbar ist. Es erfüllt somit keinerlei Schutzfunktion. Weiterhin hat es offensichtlich rein gar nichts mit Leben zu tun, da es weder Wachstum noch Ausgleich/Equilibrium fördert. Polare männliche (Bal) und weibliche (Gor) Energien werden keineswegs vereint oder verschmolzen. Sämtliche Kraftwirkung, die man spüren kann, entstammt dem Kraftsog, der aus umliegenden Wesen vampiristisch gewonnen wird. 
Es ist anzunehmen, dass das Ziel der abgezogenen Kräfte der Programmierer ist, welcher dadurch seine eigenen magischen Zwecke brutal und gewissenlos umsetzt. Alles, was bleibt ist ein gutes Gefühl bei einer Lüge. Wahrscheinlich eine von Vielen.

Ich bitte euch die "Blume des Lebens" einfach selbst näher mit einer Geistreise oder einer eigenen verifizierbaren Technik zu prüfen. Eure Ergebnisse könnt ihr einfach als Kommentar posten.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Vom Welten- zum Weihnachtsbaum - und zurück?!


Allen zyklisch ablaufenden Terminen, die wir heute kennen, ja selbst banal erscheinenden Kinderspielen (z.B. Himmel-und-Hölle-Spiel = Kultspringen zur Abwehr von Unglück), liegen allzuoft christlich verballhornte, abgemilderte Rituale größter Kraft zugrunde, deren Bedeutung weit in schamanische und andersweltliche Ebenen zurückreicht.
Dabei wurden freilich, ganz nach konstantinischer Art, Schlüsselpunkte des vorherigen paganen Lebens mit riesigen Monstern aus Künstelei und Lüge überbaut. Den Platz der "Equites Singulares" nimmt in diesem Fall ganz klar die Wintersonnenwende ein, deren Kultkreis sich um Sonnenlauf, Weltenbaum, Opfer zum Zwecke der Erkenntnis und wilde Jagden dreht. Das (artflexible) heilige Abbild von Yggdrasil holte man sich auf Götterweisung und mit viel Inuition, zur Wahrung des eigenen Gleichgewichts, durch Ausrichtung an der schamanischen Weltenmitte, gemeinsam mit der Seele des heiligen Haines, ins Haus. Der immergrüne Tannenbaum steht wie kein Anderer, für die Beständigkeit, die Sicherheit des wiederkehrenden Lebens und das Wiedererstehen zur letzten Schlacht (Ragnarök). Zeitgleich lässt er uns das große Opfer, das Odin, am Weltenbaum hängend, erbrachte, vergegenwärtigen. Eine Initiation setzt sich in Gang. 
Für Gedeih- und Wohl der 13 Großen (12 Asen + Odin) hängt nun Jeder seine eigenen Opfer in den heiligen Baum. Doch nicht umsonst müssen wir wartend die Thursen (Eisriesen) über uns kommen lassen: Der Allvater bringt denen, die ihn wahrlich ehren, reichliche Gaben! 
Unsichtbar hinterlassen die Frostigen Krankheit bei denen, die nicht wissen, ihnen richtig zu begegnen. Es ist nun Zeit dem göttlichen Eiswind munter Kiefernrauch und Trank (Libation) zu schenken. So wird er einen nicht nur verschonen, sondern auch aufs Wort zur Seite stehen! Sollte alledem nicht genug sein, dreht man schlicht die Kleidung ein. Und zwar auf links. Eine Teilhandlung reicht dabei meist schon aus. Ob Handschuh, Mütze, Schal, Jacke oder Mantel, die Verwirrung ist perfekt, wenn die subtilen Kräfte, die euch umgeben, verrückt spielen. Aus einer andersweltlichen Sicht kann das wie ein Nebel wirken. Derselbe Trick klappt auch, falls euch ein Waldgeist euch orientierungslos machen sollte. Berechtigterweise hegen sie oftmals Zorn gegen Menschen... Macht in so einem Fall am Besten klar, dass ihr auf seiner Seite seid. Gebt ein Opfer, kommuniziert mit ihm und schafft euch damit einen weiteren Verbündeten!
Auch die Pflanzen- und Früchte des Waldes können euch trotz des hereinbrechenden Winters weiterhin Verbündete sein. Eine Geistreise offenbart, dass die diesseitig so karge Natur, im Jenseits sehr aktiv ist! Nüsse, Früchte und Kräutergeflecht machen sich wunderbar als funktionale Zierde des heimischen Yggdrasil.
Lasst euren Baum ruhig werden, was er einst war: Ein Ort der Natur- und Götterverehrung, des wohligen Schutzes und der Apotrophie. Der Plastikbaum kann dagegen nur chemisch abstinken... 
Besonderen Schutz vor allerlei Unglück bieten euch auch die natürlichen Wahrzeichen des Donar, wie versteinerte Seeigel (mit Fünfstern) und Belemniten (versteinerte Urzeittintenfische), die neben modernen Thorshämmern, nicht nur einen bestimmten Baumschmuck abgeben, sondern bei Trank, Segenssprüchen und Wünschen in der Julnacht rituell mit Bier libiert (also übergossen) werden können. Nach solch einer Gabe, kann auch Thor als Schenkender, mit seinem von Böcken gezogenen Wagen, erscheinen. Damit gibt es freilich nicht nur einen einzigen paganen "Weihnachtsmann", sondern es ist die Essenz vieler gabenbringender Götter, die zu einem "longue durée"-Phänomen wurde. 

Möget ihr mit diesen magietechnischen Hinweisen sicher ins neue Jahr kommen!

Sonntag, 23. November 2014

Türschwellenzauber


Uralte, bewährte Rituale tauchen gerade in Notzeiten wieder auf... Das zeigen bereits ältere Forschungen der Deutschen Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in der Tschechoslowakei, die häusliche Bräuche seit dem 1. Weltkrieg untersucht haben. Dabei sind sie auf ein Ritual zur Abwehr von Unglück und Krankheit gestoßen, das gleichzeitig Glück, Erfolg und Reichtum in die eigenen vier Wände locken soll. Abstoßen und Anziehen, das Aus- und Eintreten über die Schwelle, die als rituell bedeutenster Punkt der Tür überwunden werden muss, steht im Vordergrund. Kein anderer Ort des Hauses entscheidet so sehr über Gedeih und Verderb der Bewohner.
Kein Wunder, dass die Türschwelle, neben dem Grundstein und den vier Hausecken, über die zahllosen Jahrtausende solch ein kultumwobenes Plätzchen geworden ist. Dieser von der Forschungsgemeinschaft beschriebene, spezielle Kult fällt nun überaus kreativ, individuell, jedoch auch regelmäßig aus:
Sonderbar anmutenden Muster und Symbole wurden einzeln oder in Reihen auf die frisch gewischten Türschwellen oder Dielen mit Kreide aufgemalt. Bei Letzteren wurden stets zwei Bretter durch ein Symbol vereint und damit eine Art subtiler Abyss überbrückt, der manchem Kinderspiel zugrunde liegen mag. Ausführungszeitpunkt war stets ein Samstag oder der Vortag eines beliebigen Feiertages. Vor allem Kringel- oder Strichmuster brachte man in magisch bedeutsamen Anzahlen, wie drei, fünf, acht, neun, zwölf und vierundzwanzig, an den Rändern und Abschlüssen einzelner Bodenabschnitte, wie eben der Türschwelle, als rituellen Ort des Übergangs- und Flusses von Gedeih oder Verderb, an. Einzeln verwendet wurde das Pentagramm, sowie ein dreifacher Schlingenknoten, verbunden mit zwei Dreiecken, der Assoziationen zum Walknut (Wotansknoten) und der gesamten germanischen Überlieferungswelt zulässt, die auf der heiligen 9 aufbaut. Mythomagie ist, neben der Zahlenmagie an sich, also auch hier der bestimmende Faktor.
Gerade in den immer unwirtlicher werdenden aktuellen Zeiten, wäre eine erneute Nutzung solch lang bewährter Zaubertraditionen sicherlich keine schlechte Idee. Für mich persönlich und bestimmt auch meine Leser, steht hier natürlich eine Anregung zur Entwicklung eines persönlichen Symbolkanons für die Türschwellenmagie im Raum. 
Die Sigillentechnik könnte dabei, als eine von zahllosen Umsetzungsmöglichkeiten, zum Einsatz kommen. Als besonders innvovative Alternative, schätze ich auch das Automatische Zeichnen, wobei man sich gedanklich auf ein Willensziel konzentriert und den Weg dahin aus der Anderswelt medial zu Papier fließen lässt. Eine Trance ist dabei durchaus von Vorteil.


PS: Gerne könnt ihr euere eigenen Ideen und Erkenntnisse hier als Kommentar anfügen oder mir unter poeta-immortalis@web.de schreiben!


Sonntag, 16. November 2014

Ta'amuz't du die Geister wecken...

... ein Kommentar zur Aufgabe der modernen Spirituellen Richtung "Ta'amuz".

Ta'amuz. nicht zufällig wählte Er mich und ich Ihn zur Benennung dieses breiten Pfades, der weit mehr als eine Gottheit, ja gleich alle, die euch persönlich zum Gleichgewicht der Kräfte führen, beinhaltet... Zu Ma'at streben wir gemeinsam, zur Einheit mit der Natur des ALLs.... Das alles ist sicher keine gänzlich neue Idee, sondern das Aufgreifen alter Polytheismen und jeder Menge Magie zur Schöpfung neuer, lebendig, natürlicher Welten, zur Unterstützung des ALLwesens, sowie, last but not least, zur spirituellen Evolution. Eine Entwicklung, die von drei widernatürlichen, urban orientierten Endzeitmysterienkulten maßgeblich ausgebremst worden ist... eine unglaubliche Lügengeschichte hat diesen Planeten umgarnt und in eine mehr als reale Endzeit gestürzt, die es nun auch mit abzuwenden gilt. Ta'amuz als Gott der Vegetation, der unendlich von Neuem auferstehenden Natur, war nicht umsonst eine unglaublich populäre und belebte Gestalt im alten Orient. Und ironischerweise finden wir direkt über dessen einstigen Hauptheiligtümern heute große christliche Wallfahrtsorte... Ein Angriff auf die Natürlichkeit; nicht nur in Israel... Die Geister und Götter von Wald, Fluss und Feld wurden vertrieben und dauerhaft gebannt. Dies geschah oft mit Hilfe von Boden- und Wegkreuzen und der Umarbeitung und Entweihung alter Kultsteine. Die paganen Geister und Ihre Landschaften sind ausgezehrt und verbraucht von vielen Jahrhunderten des Kampfes... doch gebrochen sind sie nicht! Es wird Zeit Ihren Raum klar wieder mit heiligen Riten und Zauberkunst einzufordern, Sie zu aus dem Schlaf der Erschöpfung zu wecken, Ihnen zu opfern, auf dass sie wiedererstarken!

Der Winter der alten Zeit ist angekommen (Set). Lasst uns Ta'amuz in der Unterwelt finden, seine Kräfte stärken und im nächsten Frühjahr feierlich in das Leben geleiten!

Samstag, 15. November 2014

Tipp: Natürlich räuchern mit Waldharz

Ein Tipp, wie man schnell und preiswert zu qualitativ hochwertigen Räucherwerk kommt, ist, einfach mal im nächsten Wald nach stark harzenden Bäumen zu schauen. Das spricht zwar nicht gerade für die Gesundheit des Waldes, führst jedoch, ohne selbst den Baum verletzen zu müssen, zu einenm guten Mittel zur Induktion einer intensiven Trance, wie man sie für Geistreisen braucht. Das Harz der Fichte eignet sich dazu besonders gut und ergibt auf einer Räucherkohle eine dicken, aromatischen Rauch, mit dem der Ritualkreis zum heiligen Hain wird. Erkenntlich wird der Austritt als weiße bis goldgelbe Linien und Tropfen am Baum, die vorsichtig von der Rinde abgehoben und in ein Aufbewahrungsgefäß gelegt werden können. Ich selbst nutze oft kleine Plastiktütchen oder wiederverwendete Bonbondosen. Falls ihr anschließend nicht stark an den Händen kleben wollt, zieht euch am Besten Handschuhe für Gartenarbeiten an.
Bitte achtet auch darauf, möglichst nicht in einem Naturschutzgebiet zu sammeln!
 Der Vorteil des Harzes ist, dass es auch in der kalten Jahreszeit reichlich verfügbar ist und somit ein sehr kraftvolles Räucherwerk für Wintersonnenwend-, Jahreswechsel- und Holleriten bietet. Kreative Magietreibende finden ganz sicher auch noch eine große Zahl persönlicher Anwendungsgebiete... 

Eine Anleitung zur weiteren Verfeinerung gibt es hier.

Montag, 3. November 2014

ASP's magische Hintergründe

Wer kennt nicht die schaurig-schönen Hymnen und Balladen der Gothic-Novel-Rock-Formation ASP, mit ihrem wahren Meister und Frontmann Asp (Alexander Spreng)?! Hochwertige Musik, die mit poetischen, teils magisch, teils literarisch entlehnten Texten daher kommt, bezaubert ein breites Publikum, das mehr als ein Jahrzehnt nach der Bandgründung, weit über die Schwarze Szene hinaus Begeisterung findet.
Trotz dass in den Texten nie Magie propagiert wird, ja im Krabat-Liederzyklus eine klare Ablehnung der Schwarzen Künste zum Ausdruck kommt, so lassen doch Texte, die sich um das Werben der Inkubi drehen, ja der ganze Liederzyklus um den Schwarzen Schmetterling ein gewisses Vorwissen des Gründers  Asp erkennen. Wenn man selbst ein Magier ist, so muss man doch so manches Mal lächeln, wenn man hier und da exakte Beschreibungen veränderter Bewusstseinszustände, einzelner auch bekannter Wesenheiten oder von Tierverwandlungen durch magische Gesänge heraushört.
Dem aufmerksamen Beobachter fallen bereits nach dem ersten Konzertbesuch einige mysteriöse Umstände auf: Voodoopuppen sind dort verboten und wenn es um Fragen zu okkulten Hintergründen geht, ernet man nur tiefes Schweigen, verbunden mit einem wissenden Lächeln.
Das alles ließ für mich schon immer nur einen Schluss zu: Asp hat magische Erfahrungen gemacht; und zwar ganz konkret in schwarzmagischen Bereichen, sowie mit "henochischer Magie".
Letzteres hat ganz offensichtlich viel mehr mit der Namensgebung und Ausrichtung der Band zu tun, als es von außen scheint... Inhaltlich geht es um das Erleben veränderter Bewusstseinszustände (30 Aethyre), sowie andersweltlicher Topographie durch sogenannte "Engelsmagie"... Leider ist das Ganze nicht so harmlos, wie es erscheint, wenn man das Wort "Engel" hört; ja allgemein zeigt die magische Erfahrung, dass diese Wesen absoult nichts mit Licht und Liebe zu tun haben.
Aber überspulen wir mal das ganze Vorgeplänkel: Es existiert ein Aethyr der Ursachen, namens "ASP".  Bereist man diese Ebene, so wird man vor ein Zerrbild seiner Selbst gestellt... Die menschliche Existenz wird einem auf einmal als eine (Selbst-)Zerstörung bewusst. Unendliche Schrecken lauern hinter immer neuen Pforten. Alles läuft auf eine Konfrontation mit dem eigenen niederen Selbst hinaus, das sich in diesem speziellen Fall als "Schwarzer Schmetterling" manifestiert. Endlich kommt es heraus: Man selbst ist mehr als ein Bewusstsein, mehr als ein Wesen; und das sprengt fast den Verstand. Trotz aller Erkenntnis des Nicht-Einsseins, ergreift einen eine unvorstellbare Leere und Schwärze, eine tiefe Schwermut, dir über einem droht, wie ein dunkler Turm. Alle vergangenen und zukünftigen Egos können hier in unendlichen Räumen entdeckt werden. Ein schrecklicher Ort zum Verlaufen ist der Aethyr ASP... und wenn man nicht aufpasst verliert man sich dabei selbst... Dass es sich hierbei um einen gezielt veränderten Bewusstseinszustand handelt, zeigt auch die Arbeit Robert Monroes. In dieser kann man, laut Apu Kuntur, diese Tranceform dem "Fokus 34 und 35" zuordnen. Denkt man von hier aus weiter, so stellt man fest, dass auch Monroe mit seinem Hemi Sync (R) - Projekt, mit großem Erfolg, diverse nicht alltägliche Zustände des  Bewusstseins herstellen kann. Musik hat die Macht unser aller (Er-)Leben zu verändern. Wieso sollte die berüchtigte "magische Verbindung" zwischen Asp und seinem Publikum auf Konzerten nicht auf eine ebensolche Übertragungsfunktion zurückzuführen sein?!
Bei mir persönlich hat es jedenfalls schon dazu gereicht mir einen Wahrtraum von einem anstehenden ASP-Auftritt in Leipzig inklusive neuer Lieder zu bescheren, die ich auf diese Weise bereits ein paar Nächte vor dem offiziellen Erscheinen genießen durfte.


Sonntag, 26. Oktober 2014

Germanische Waffenausstattung - mit Speer, Schild und Runen

Innerhalb der Bewaffnung der germanischen Stämme können Offensiv- und Defensivwaffen unterschieden werden. Typische Angriffswaffen waren die Spata, wie auch andere Wurfspieße, Speere und Lanzen, sowie Schwerter als Waffen gehobener Krieger, Sax und Messer, die Franziska, wie weitere Äxte. Selten in und eher nach der römischen Kaiserzeit kamen auch Pfeil und Bogen zum Einsatz. Als Verteidigungswaffen dienten zumeist Schilde mit metallernen Schildbuckel. Dabei konnte gerade dieser auch offensiv eingesetzt werden. Im Kampf gegen die Römer waren es, wie in der gesamten Kaiserzeit oftmals hölzerne Rundschilde, wie sie auch Tacitus in Kapitel 6 der Germania beschreibt. Ihre, dem Gegner zugewandte, Front wies eine individuelle Bemalung auf, die auch Runeninschriften als spirituelle und magische Unterstützung der Kriegsführung tragen konnte. Funde von runenbeschrifteten Waffen fanden sich sowohl in Moorfunden, wie Thorsberg, mit einer Datierung auf etwa 200 n. Null, sowie zahlreichen Waffengräbern der späten Kaiserzeit. Neben Besitzbekundungen fanden sich auch Eigennamen der Waffen, die besondere Treffeigenschaften zum Ziel haben. So um Beispiel „Zielreiter“. Hinzu traten kurze Sprüche und Willenssätze, die sich gegen Feinde richteten. Ausgenommen von solchen Runenbeschriftungen blieben stets Äxte, Bögen und Helme.
Rüstzeug neben dem Schild war eher der Ausnahmefall und wurde vor allem in späteren Auseinandersetzungen von der germanischen Elite getragen. Kettenrüstungen waren dabei insbesondere ein keltisches Importgut und können damit nicht zur typischen Ausstattung germanischer Truppenverbände gerechnet werden. Eine eigene Rüstungsproduktion gab es erst ab dem 4. Jh. u. Z..

Dienstag, 21. Oktober 2014

Kommentar: Fritzlar und der Heidenlärm

Mit Sicherheit bin ich nicht der Erste und nicht der Letzte, der etwas, zu dem so künstlich aufgebauschten, Thema des Vandalismus am Bonifatiusdenkmal (2014) in Fritzlar schreibt. Aber es geht mir gar nicht darum hier wiederzukäuen, was Andere bereits tausendfach ausdiskutiert haben... Viele unsinnige Debatten wurden geführt, mit dem Ergebnis, dass man keine Ahnung habe, aus welchem Kontext der Täter komme, außer der möglichen Parallele zur Beschmutzung der Externsteine. Ein wirklicher Verehrer der alten Götter und der Natur hätte mit Sicherheit einen solch heiligen Ort nicht geschändet... schon gar nicht mit Lackspray...  Unwissen, Unverständnis und blinde Angst stehen im Gesicht der krakeeleneden Medien.

Wem es vielleicht noch nicht aufgefallen sollte: Unter das Begriffsmonster des Paganismus fallen solche Unmengen an einzelnen Richtungen mit noch abermillionenfachen kleinen und großen Gruppierungen, ja, nie gezählten Einzelpersonen, dass man auf keinen Fall allgemein über diesen urteilen kann, sofern man sich nicht auf die an einer Hand abzählbaren Ähnlichkeiten bezieht.

Trotz dieser Unähnlichkeit, die weitaus größer ist, als die zwischen Judentum, Christentum und Islam, können wir uns vertragen und einen, wenn wir doch alle völlig unabhängig von einander agieren.
 

Mir persönlich sieht es nach einem Täter ohne wirklichen paganen Hintergrund aus, der vielleicht mal etwas von Germanen gehört hat, daraufhin oberflächliche Sympathie empfunden  und sich nun derart von dem Bonifatiusdenkmal provoziert gefühlt hat, dass die Lackfarbe her musste... 
Bestenfalls könnte ein möglicher Täter etwas  mit rechts angehauchtem Odinismus zu tun haben und das Rot im Kontext des Blotens sehen... 
Das Rot drückt lustigerweise auch ein Konzept aus, dem meiner Überzeugung nach mit mehr Gor, mit mehr weiblicher Energie, in der westlichen Welt, entgegengewirkt werden muss, damit es zu einem Ausgleich der Kräfte kommen kann.
Von Ausgleich, Equilibrium und angemessenem Verhalten hat der Täter offensichtlich noch nie etwas gehört.
Ein Armutszeugnis, bei dem echte moderne Heiden nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können... 

Gerade WIR versuchen doch schon immer NICHT, WIE BONIFATIUS ZU SEIN! Ich fühle mich jedenfalls nicht als Axt im heiligen Hain, sondern als Erbauer neuer, natürlicher Heiligtümer, als Schöpfer einer Subkultur und Beleber alten Wissens.
Schlimm genug, dass Abrahamiten sich wegen jeder Kleinigkeit in ihren Glauben verletzt fühlen... Solche Schwäche an Verstandes- und Willenskraft sei nicht unser Eigen!

Die Überbauung zerstörter Tempel, hochheiliger Bäume und Quellen mit christlichen Kirchen als offenes Zeichen des Sieges einer, der einst dem Bibelwort entsprechenden, intoleranten Religion, ist in Europa Geschichte und in Drittweltländern Gegenwart. Die Unterbindung unbekannter spirituellen Verrichtung sollte erreicht werden. Offenbar ohne Erfolg. 

Ich finde, allein dieser Fakt, sollte uns, egal aus welcher paganen Richtung wir stammen, sehr gelassen und ausgeglichen werden lassen! Nichts und niemand kann uns unsere Götter, unsere Kräfte und Spiritualität nehmen: Denn solange es irgendwo Natur gibt, solange es in uns klare Geister gibt, solange können wir alles jederzeit wiedererwecken, das in schweren Zeiten schlief. Nichts ist verloren.

Und darum ist es schlichtweg unsinnig ein totes Denkmal eines unehrenhaften Mannes, der erst eine Axt brauchte, um Aufsehen zu erregen, in irgendeiner Form zu schädigen! 
Wer hier ebenso vorgehen muss, kann nur bedauert werden...

Samstag, 11. Oktober 2014

Mythomagie (und Lyrik: Ymirs Schädel)



Mythomagie (auch Mythodmagick) ist Magie, die auf Basis der Kraft von Mythen, Sagen, Geschichten, ja sogar Fantasyliteratur, reale Wirkungen im Hier und Jetzt entfaltet. Dabei werden mit Hilfe von Vergleichen und Verknüpfungen zum aktuellen Geschehen sympathiemagische Verbindungen aufgebaut und mythische Zustände umgesetzt. Das Vergangene wird, unabhängig davon, ob einst grobstofflich, feinstofflich oder in Gedankenwelten geschehen, immer und immer wieder erneut mit gebündelter Gedankenkraft durch die Träger einer Mythologie belebt. Darin enthaltene natürliche (z.B. Götter und Heroen, Hilfsgeister) oder künstliche Wesenheiten (Egregore) erhalten durch diese Belebung neue Energien und können damit ihren Aktionsradius, deren Vielfalt und Wirkkraft erweitern. Eine typische Umsetzung von Mythomagie erfolgt seit Alters her durch lyrische oder, zumindest den mythischen Umständen nahekommende, Rezitation, Schauspiel und Maskentänze.
Da Mythomagie eine Unterart der Sympathiemagie darstellt, wird die größte Wirkkraft erreicht, desto Ähnlicher die Nachahmung dem Orginal wird. Natürlich spielt auch die Quantität der Anhängerschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle. 
Also man sieht hierbei: Es spielt kaum eine Rolle, ob eine magisch umgesetzte Mythologie tatsächlich geschehen ist oder einfach einer lebendigen Massenfantasterei entsprungen ist. Das erklärt auch, warum Rezitation aus der Bibel oder Rituale um Christus überhaupt eine Wirkung entfalten können, trotz enormer Widersprüche in Handlung und Geschichte.
Der Vorteil polytheistischer Mythomagie ist dabei, dass vergleichbare und sogar stärkere Wirkungen auch ohne Massen an Gläubigen zu erreichen sind, weil diese Mythen auf Wahrheiten beruhen und zugleich einstmals eine ebenso eine große Anhängerschaft innehatten.
Besonders überwältigend finde ich die Wirkung kemetischer (ägyptischer) Mythomagie... Aber, um hier auch mal Asatru, u. Ä. oder einfach Magietreibende mit einer gewissen Begeisterung für germanische Mythologie anzusprechen, möchte ich, als selbst vielseitig arbeitender Magier, ein an der Edda orientiertes mythomagisches Gedicht vorstellen, das nur im Aufbau Anregungen von kemetischen Rezitationen aufgenommen hat:


Ymirs Schädel - eine Bannrezitation

Die Söhne Bors, sie ziehen aus:
Den Riesen Ymir, sie erschlugen,
trugen, in das Ginungagab,
erhoben in sein Himmelsgrab.

Ein Aug' wird Sol, in brennend Weltenwacht. (rechte Hand erheben)
Ein Aug wird Mani, schützend in der Nacht. (linke Hand erheben)
Die Zwergenhand hält beid' mit Macht,
den Schädel Ymirs, fest und sacht.
Der Erste heißt Oster, bewachend den Osten, (Blick nach Osten)
stark der Blick, voll Zaubergeschick!
Der Zweite heißt Wester, bewachend den Westen, (Blick nach Westen)
stark der Blick, voll Zaubergeschick!
Der Dritte heißt Norder, bewachend den Norden, (Blick nach Norden)
stark der Blick, voll Zaubergeschick!
Der Vierte heißt Süder, bewachend den Süden, (Blick nach Süden)
stark der Blick, voll Zaubergeschick!

So bin ich geschützt durch Ymirs Opfer,
des Bor's Söhne Werk,
Sonne und Mond
vier uralt' Zwerg!

von Poeta Immortalis frei gedichtet nach der Edda


Ihr könnt dieses kleine Werk zum Beispiel als einleitende Bannung vor einem größeren Ritual oder auch einzeln, wenn Bedarf besteht, einsetzen. Viel Erfolg!


Sonntag, 5. Oktober 2014

Die Götter erwecken - ein persönlicher Kommentar



Ja, ich bin voller Ehrgeiz. Ich bin voller Zuversicht und sehe die Kraft, das Potential, das noch schlummert, langsam erwachend aus einem warmen Schlummer, der Müdigkeit des Tatenlosen, des Müßiggängers, des gelangweilten Langweilers von nebenan, des Querdenkers von der letzen Bank und ja auch des hinterfragenden Esoterikers und des Neuheiden, der seine Wurzeln vergebens sucht... Ich sehe das Potential, das in absolut Jedem steckt, der dies aufmerksam liest, eine bessere Zukunft zu schaffen; eine Zukunft, für die es wert ist, zu kämpfen, mit Zauberwort und der Götter Hilfe, nicht jedoch mit Waffengewalt! Es geht um viel mehr, als je zuvor. Es geht um JEDES EINZELNE WESEN... Sie alle, wir alle, sind bedroht: Vom Ungleichgewicht aller Kräfte und Dinge, von Lüge und Verrat, Unnatürlichkeit, Zerstörung der Mutter Natur, ja der GROßEN DISJUNKTION.

Nichts, was du je gelernt hast, hat zu irgendeinem anderen Zweck gedient, als dich auszunehmen. Es wurde eine Pseudorealität um dich erbaut, die dich als ein handlungsunfähiges Rad im großen Machtgetriebe abstempelt. VERGISS, WAS DU GELERNT HAST UND FANG VON VORNE AN MIT ALLEN SINNEN NEU ZU ERLERNERN, ZU PRÜFEN UND ZU VERIFIZIEREN, WAS WIRKLICH WAHR IST.
Unbemerkt, von aller weltlichen Augen, unbemerkt von jeder Kamera, jedem Abhörgerät, in einer nicht alltäglich wahrnehmbaren und doch immer und überall uns umgebenden absoluten, ja allem zugrundeliegenden REALITÄT, laufen stets und jederzeit Konflikte und Kämpfe unvorstellbaren Ausmaßes ab... Kräfte kollidieren... Kräfte, die durch unsere, ja DEINE TATEN gelenkt, durch jedes Wort, gar jeden Gedanken beeinflusst werden. Kräfte, die dir entströmen, deine Aura bilden; Kräfte die dein Schicksal besiegeln. DU KANNST SIE VERÄNDERN! DU KANNST DEIN SCHICKSAL SELBST IN DIE HAND NEHMEN! JA, DU SELBST KANNST DEINE EIGENEN GÖTTER AUS DEM FLECKEN WELT, das einst Natur war, ERWECKEN! DU kannst unvorstellbare, ja scheinbar wundersame Kräfte entfesseln! Und alles, was du dazu brauchst, HAST DU BEREITS! 
Du musst dich nichts und niemanden je wieder unterwerfen! Es geht um Arbeit auf ein und derselben Ebene... Gute Arbeit, die dir und deiner Umwelt Lohn bringt! Arbeit, die du nur beginnen brauchst! 

Es ist nicht nötig in der Vergangenheit oder bei fremden, naturbelassenen, eingeborenen Kulturen zu suchen, was uns westlichen Menschen in den letzten zwei Jahrtausenden systematisch genommen wurde. In WIRKLICHKEIT LIEGT ALLES VOR UNS: UNSERE ALTE KULTUR, ALL UNSERE ALTEN WUNDERKRÄFTE SIND VOR UNS AUFGEBAHRT. LASST SIE UNS ERWECKEN!


Nur wie?
    1. Schau in dich selbst! Meditiere und überlege dir ein Konzept, ein paar perönliche Richtlinien oder finde dich selbst in einem Ideenwerk wieder, nach dem DU leben möchtest. Ein Konzept, das dich und deine Umwelt ausgeglichener, friedlicher und auch erfolgreicher macht.  Ziel ist ein persönliches, inneres Gleichgewicht, zu Beginn der Reise Frieden mit sich selbst zu schließen.
    2. Schau dich um! Beobachte deine Umwelt! Nimm jedes kleinste Detail wahr! Realisiere, dass ALLES von Bedeutung ist und lerne aus der Beobachtung von Ursache und Wirkung! Lerne aus der Natur! Sei aufmerksam!
    3. Erwache! Nachdem du dich nun selbst und deine Umwelt viel besser kennst, als je zuvor, dir Dinge aufgefallen sind, die niemanden sonst auffallen, auch die kleinen Dinge im Leben, die Schönheit und die Hässlichkeit in unterschiedlichen Maßen, die vereint ein Gesamtbild ergibt (...), erspüre deine inneren Kräfte! Nutze deine subtilen Organe! Schöpfe voll aus deiner inneren Kraft!
    4. Visualisiere deine kleinen und großen Ziele! Realisiere deine perönliche neue Wirklichkeit! Finde eigene Wege dich auszudrücken, deine Wege zu gehen!
    5. Nimm Kontakt auf! Erforsche die Realitäten! Mache Geistreisen, um erste Einblicke in die feinstoffliche Realität zu erhalten. Suche hier deine persönlichen Wesenheiten auf und erwecke die Götter deiner Ahnen!
    6. Bringe Opfer! Sei dankbar gegenüber den Wesen, die dich unterstützen, fördere deine Götter, auf dass sie zu alter oder neuer Kraft gelangen und mit Ihnen, mit dir Equilibrium, pure Natürlichkeit wieder Einzug in diese Welt nimmt! Entscheide den Kampf ohne Waffen. Denn du hast die Macht ALLES zu ändern! Du kannst die Welt heilen! Lass die Götter wissen, dass du ihr Werk fortführst, würdig bist einer von Ihnen zu werden!


    Mittwoch, 1. Oktober 2014

    Römische Reliefkunst als Zeugnis germanischer Bewaffnung

    Siegessäule des Marc Aurel, Rom
    Kriege waren immer schon Thema medialer Aufmachungen, wie dieses Beispiel der römischen Reliefkunst darlegt... der Kult um Kaiser und Sieg... heute nur mit anderen Rollenverteilungen, aber stets aktuell... die MAGIE DER MACHT...


    Reliefs, insbesondere, öffentlich präsentierte Staatsreliefs, hatten für die Römer einen ähnlichen Stellenwert, wie die Literatur, ja wurden direkt an diese angelehnt. Die, bis heute erhaltenen, Bilder der großen spiralreliefierten Säulenmonunente der Kaiserzeit in Rom erzählen solch eine Idealgeschichte der „Res Gestae“ von als Kriegshelden verehrten Kaisern.
    Als besonders aussagekräftiges Beispiel für die Betrachtung der germanischen Bewaffnung, soll kurz die Siegessäule des Marcus Aurelius vorgestellt, Verbindungen erläutert und mögliche Interpretationen behandelt werden. Der zukünftige Kaiser Marcus Aurelius wurde 121 n. Chr. in Rom geboren, in einer Zeit, als Hadrian noch über das römische Imperium regierte. Sein Leben endete, wie er es so oft verbrachte, in der Schlacht bei Vindabona des Jahres 180 n. Chr., dem heutigen Wien. 19 Jahre war er selbst Herrscher, von 161, bis an sein Lebensende. Für diesen Herrscher der Kriegszüge wurde der berühmte dekorierte Spiralfries auf dem Forum Trajanum als ein Herzstück errichtet. Doch an diese Stelle werfen sich quellenkritische Fragen auf: Wer war der Auftraggeber und in welchem zeitlichen Verhältnis, welchen Quellen heraus wurde die freistehende Säule mit ihren prächtigen Reliefzügen gestaltet? Darauf soll nun Antwort folgen: Der Sohn des Aurelius, Commodus, ließ diese Siegessäule zu Ehren und Ruhm seines Vaters errichten. Dabei wurde eine große Anlehnung an die, 113 n. Chr. geschaffene, Trajanssäule, die erste ihrer Art in Rom, mit Darstellungen der Dakerkriege, hergestellt. Ältere, indirekte Vorbilder, bildet der Typus der Jupitersäulen, die zum Beispiel im späteren Mainz unter Kaiser Nero bereits um 58 bis 67 n. Chr. errichtet worden sind. Diese Zeugnisse leiten sich von der griechischen Tradition der freistehenden Säulen, sowie den ägyptischen Obelisken als königliche Monumente ab. Inhaltlich jedoch fällt eine große Differenz zwischen dem direkten Vorgänger auf selbigem Platz, der Trajanssäule und der des Marcus Aurelius auf. Beide stellen dabei keine historischen Ereignisse, sondern rhetorische Werke, die hinter den Bildwerken stecken, in heroisierender quasidokumentarischer Kunst dar. Ziel ist auch der Aufbau eines Barbarenfeindbildes, sowie die Triumpfdarstellung über deren Lande. Es war ein langer Krieg, den Marcus Aurelius gegen die Germanen nördlich der Donau im sogenannten „bellum germanicum“ führte, der direkt auf das Ende des Partherkrieges folgte. Die Säule als unchronologische Darstellung, wirkt wie ein Puzzle aus dem Leben des Kaisers, das dem Werk eines Topographen gleichkommt. Die Datierung findet sich auf dem Monument selbst und verweist auf 176 n. Chr., also wenige Jahre vor dem Tod des römischen Heerführers. Inhaltlich finden sich in der Darstellung, der zu untersuchenden Bewaffnung bei römischen Truppen historisch sehr korrekte Bilder, mit fein ausdifferenzierten Rüstungsunterschieden, die auf unterschiedliche Legionen hinweisen. Jedoch finden sich grobe Fehler bei der germanischen Waffenausstattung, da die „Barbarentruppen“ hier, angelehnt an die Trajanssäule, mit der Falx, einem typisch dakischen, meist beidhändig geführten Schwert abgebildet werden; eine Waffe, für die die Daker gefürchtet waren. Diese Ableitung folgt der Literatur der Zeit, jedoch nicht der archäologischen Wirklichkeit. Auch die Reiter sind in den Abbildungen auf Seiten der Germanen klar überrepräsentiert, tragen jedoch auch meist die typischen Waffen, Speer und Schild, die wiederum der Realität nahe kommen. Als wichtigste Szenen der Säule des Marc Aurel seien die Donauüberquerung und das Regenwunder genannt. Die Siegesgöttin Viktoria bestimmt über alle Szenen hinweg Sinn und Inhalt: Den Sieg über die germanischen „Barbaren“.
    Ein Sieg, der de facto weit mehr in seiner Darstellung wiedergibt, als tatsächlich hätte errungen werden können. 

    Samstag, 27. September 2014

    Hellsicht - Eine praktische Einführung

    Wie bereits unter leichtem Lächeln, bei meinen Erklärungen über die Technik des Hellsehens aufgefallen ist, bedarf es dazu, entgegen dem Wortinhalt doch eher der Dunkelheit oder zumindest des Dämmerlichts, um auch als Anfänger gute Erfolge zu erzielen. 
    In diesem Artikel soll es um "echtes Hellsehen" und nicht um Steinorakeln gehen, das streng genommen, auch Verwandtschaft aufweist, jedoch technisch eher eine Omendeutung ist, als wahre Hellsicht. Die Kunst der Hellsicht bedarf Geduld. Wer diese nicht besitzt, sollte sie entweder erlernen, trainieren oder die Finger, oder eher die Augen, vom Hellsehen lassen.

    Die Hellsicht ist, wie alle magischen Techniken, aus der Naturbeobachtung entstanden. Ihr Ursprung ist natürlich, ja vielleicht könnte man ihn damit schamanisch nennen... vielleicht auch nicht. Zu lange sind die ersten Seher und Seherinnen unter die Götter gegangen...

    Auch Karl Brandler-Pracht, teilt in seinem Buch "Lehrbuch zur Entwicklung der okkulten Künste", das mir, wie so oft, als Anregung diente, die Meinung, dass Sensitivität und Hellsicht naturgegebene, allen Wesen innewohnende, aber durch falsche Erziehung, verkümmerte Fähigkeiten seien. Fähigkeiten, deren Natürlichkeit wir besonders an unseren Haustieren erkennen können, wenn diese auf unsichtbare Wesenheiten reagieren.
    Brandler-Pracht nimmt dabei die Hellsicht, also die Fähigkeit mit offenen Augen, in der grobstofflichen Umgebung das Feinstoffliche wahrzunehmen, als eine Art evolutionären Schritt aus der Technik der Innenschau wahr.
    Und tatsächlich ist es schon etwas anstrengender eine solche Konzentration und Willenskraft aufzubringen durch unablässiges Starren ohne Blinzeln und gleichzeitigem starkem Gedankenstrom auf die Frage auf den Moment zu harren, wenn die Nebelschleier der Hellsicht sich zeigen und erst in groben Umrissen, geister-, ja schemenhaft, dann aber immer deutlicher, sich die Antworten als Bilder, als wildes Form- und Filmspiel, vor dem offenem Auge, zeigen. Es ist anstrengend... ja, darauf sei vorbereitet. Und die Bilder müssen nicht unbedingt befriedigend sein... Sie können, und das tun sie oft!, noch mehr Fragen aufwerfen, also zuvor!!!

    Meiner Erfahrung nach macht sich ein weißes Blatt Papier für Anfänger recht gut. Merkt ihr, dass es zu hell ist, so könnt ihr mit den  Händen eine "Fischblase" formen und in den abgedunkelten Zwischenraum starren.

    Vorgehen/Technik
    • Dämmerlicht oder gedämpfter Lichteinfall im Rücken (nie bei vollem Sonnenlicht – schädigt die Augen!)
    • Einfarbige oder spiegelnde Fläche
    • Starren + Frage stellen
    • Alle Gedanken auf das Ziel
    • viel Geduld

    Gegenstände zum Hellsehen
    • weißes glattes Papier ohne Linien
    • Spiegel, vor allem Schwarzspiegel
    • alle spiegelnden Flächen von mindestens 2 x 2 cm
    • glatte Wasserobeflächen
    • alle einfarbigen Flächen, am besten ohne Musterung

    Merke: Erwarte keine Wunder oder sofort klare Bilder, sondern schärfe deinen Verstand! Registriere die kleinste Veränderung und merke sie dir, um sie anschließend niederzuschreiben. Die Antwort zeigt sich meist als kurz auftauchende, sich wandelnde graue oder nebulöse Linien, die anschließend zu interpretieren sind. Nur in den seltensten Fällen zeigen sich gleich klare oder gar farbige Bilder (, was vor allem auch nicht nötig ist)!
    Beende deine Sitzung, wenn deine Augen schmerzen!

    Dienstag, 23. September 2014

    Lyrik: Der Huluppu-Baum


    Die Lyrik nimmt mit diesem Artikel auf NebelALLraunen eine ganz neue Kategorie ein: Der sumerische Epos. Ein ganz besonders schönes davon möchte ich hier in meiner persönlichen, sehr freien und lyrisch überführten Übertragung ins Deutsche, unter Wahrung und Ehrung der Macht des Orginals, vorlegen. Wiederholungen sollen keineswegs langweilen, sondern sind ein wichtiges Element des enthaltenen Zaubers.

    Der Huluppu-Baum

    Einst, in den ersten,
    den allerersten Tagen.
    Einst, in den ersten,
    den allerersten Nächten.
    Einst, in den ersten,
    den allerersten Jahren, 

    als alles, was man brauchte,
    was man wirklich brauchte,
    vorhanden war;
    als alle, die da waren,
    die da wirklich waren,
    wohlgenährt waren;

    als man reichlich buk,
    gutes Brot für die Götter,
    als man reichlich aß,
    gutes Brot für die Menschen;

    als der Himmel sich von der Erde,
    die Erde vom Himmel entfernt hatte;
    als der Name des Menschen Schrift wurde;
    als der Himmelsgott An die Himmel,
    als der Windgott Enlil die Erde
    mit sich fortgerissen hatte;
    als der Königin der Großen Tiefe, 
    Ereshkigal,
    die Unterwelt als Land Ihrer Herrschaft gegeben wurde, 1

    setzte Er Segel,
    setzte der Vater Segel,
    Enki, Gott der Weisheit,
    setzte Segel
    und fuhr hinab,
    fuhr hinab zur Unterwelt.

    Kleine Kiesel wurden ihm entgegengeworfen,
    große Steine wurden ihm entgegengeschleudert.
    Wie angeschwemmte Schildkröten
    schlugen sie gegen  den Kiel von Enki's Schiff.
    Die Meeresfluten fielen den Bug des Schiffes an wie Wölfe.
    Die Meeresfluten schlugen das Heck des Schiffes wie Löwen.  
    Doch keine Planke brach, kein Holz ward beschädigt. 2

    Zu dieser Zeit ward ein Baum,
    ein einzelner Baum,
    der Huluppu-Baum,
    der heilige Weltenbaum,
    gepflanzt an den Ufern des Euphrats,
    genährt durch seine Wasser.
    Der wirbelnde Südwind zog auf,
    zog an seinen Wurzeln,
    riss an seinen Ästen,
    bis die Wasser des Euphrats ihn fortführten.

    Eine Frau, die in Ehrfurcht kam
    vor dem Worte des himmlischen An,
    die in Ehrfurcht kam,
    vor dem Worte des windigen Enlil,
    rette den Baum vom Fluss und sprach:

    "So sollte ich bringen,
    diesen Baum, 
    nach Uruk,
    sollte pflanzen, 
    diesen Baum,
    in meinen heiligen Garten, 3
    auf dass er wachsen und gedeihen möge."

    So umsorgte Inanna den Baum
    mit Ihren eigenen Händen,
    breitete die Erde um den Baum,
    mit Ihren eigenen Füßen.

    Da fragte sie sich:
    "Wie lang wird es dauern,
    bis ein strahlender Thron aus ihm geworden,
    auf ihm zu sitzen?
    Wie lang wird es dauern,
    bis ein  leuchtendes Bett aus ihm wird,
    auf ihm zu liegen?"

    Die Jahre vergingen:
    Erst fünf, dann zehn Jahre zogen über Sumer.
    Der Baum wuchs stattlich
    und doch brach seine Rinde nicht auf.

    Da siedelte eine Schlange,
    die nicht besänftigt werden kann,
    im Wurzelgeflecht des Huluppu-Baumes,
    da siedelte der Anzu-Vogel,
    im Astgewirr des Huluppu-Baumes
    und die dunkle Maid Lilith
    baute ihr Heim in seinem Stamm.

    Die Jungfrau, die zu lachen liebte, weinte,
    oh wie weinte sie!
    Nun würden sie den Baum nie mehr verlassen!

    Als die Vögel zum nächsten Morgengrauen sangen,
    als Utu, der Sonnengott, 
    sein königliches Schlafgemach verließ,
    rief Inanna Ihren Bruder Utu:

    "Utu, oh Utu, 
    entsinnst du dich der Tage,
    der allerersten Tage,
    als die Schicksale bestimmt wurden
    und Überfluss das Land bewässerte,
    als der Himmelsgott die Himmel,
    der Windgott die Erde mit sich fortgerissen hatte,
    als Ereshkigal, 
    die Große Tiefe zu Ihrer Herrschaft gegeben wurde,
    der Gott der Weisheit, 
    Vater Enki,
    Segel gen Unterwelt setzte 
    und die Unterwelt gegen ihn aufstand,
    seine Wege durchkreuzte
    und Angriff gebar?
    Zu dieser Zeit ward ein Baum,
    ein einzelner Baum,
    der Huluppu-Baum,
    der heilige Weltenbaum,
    gepflanzt an den Ufern des Euphrats,
    genährt durch seine Wasser.
    Der wirbelnde Südwind zog auf,
    zog an seinen Wurzeln,
    riss an seinen Ästen,
    bis die Wasser des Euphrats ihn fortführten.
    Ich rettete den Baum aus dem Fluss,
    brachte ihn in meinen heiligen Garten,
    pflegte den schönen Weltenbaum,
    wartend auf meinen strahlenden Thron,
    mein leuchtendes Bett.
    Da siedelte eine Schlange,
    die nicht besänftigt werden kann,
    im Wurzelgeflecht des Huluppu-Baumes,
    da siedelte der Anzu-Vogel,
    im Astgewirr des Huluppu-Baumes
    und die dunkle Maid Lilith
    baute ihr Heim in seinem Stamm.
    Die Jungfrau, die zu lachen liebte, weinte,
    oh wie weinte sie!
    Nun würden sie den Baum nie mehr verlassen!"

    Doch Utu, der scheinende Krieger, 4
    wollte seiner Schwester nicht helfen. 

    Als die Vögel zum zweiten Morgengrauen sangen,
    rief Inanna Ihren Bruder Gilgamesh
    mit den alten Worten:

    "Gilgamesh, oh Gilgamesh, 
    entsinnst du dich der Tage,
    der allerersten Tage,
    als die Schicksale bestimmt wurden
    und Überfluss das Land bewässerte,
    als der Himmelsgott die Himmel,
    der Windgott die Erde mit sich fortgerissen hatte,
    als Ereshkigal, 
    die Große Tiefe zu Ihrer Herrschaft gegeben wurde,
    der Gott der Weisheit, 
    Vater Enki,
    Segel gen Unterwelt setzte 
    und die Unterwelt gegen ihn aufstand,
    seine Wege durchkreuzte
    und Angriff gebar?
    Zu dieser Zeit ward ein Baum,
    ein einzelner Baum,
    der Huluppu-Baum,
    der heilige Weltenbaum,
    gepflanzt an den Ufern des Euphrats,
    genährt durch seine Wasser.
    Der wirbelnde Südwind zog auf,
    zog an seinen Wurzeln,
    riss an seinen Ästen,
    bis die Wasser des Euphrats ihn fortführten.
    Ich rettete den Baum aus den Fluss,
    brachte ihn in meinen heiligen Garten,
    pflegte den schönen Weltenbaum,
    wartend auf meinen strahlenden Thron,
    mein leuchtendes Bett.
    Da siedelte eine Schlange,
    die nicht besänftigt werden kann,
    im Wurzelgeflecht des Huluppu-Baumes,
    da siedelte der Anzu-Vogel,
    im Astgewirr des Huluppu-Baumes
    und die dunkle Maid Lilith
    baute ihr Heim in seinem Stamm.
    Die Jungfrau, die zu lachen liebte, weinte,
    oh wie weinte sie!
    Nun würden sie den Baum nie mehr verlassen!"

    Gilgamesh, der strahlende Krieger,
    großer Held von Uruk,
    stand auf für Inanna zu kämpfen.

    Er ergriff seine Rüstung sodann,
    von 50 Minen 5
    und legte sie sich sorgsam an.
    Doch die 50 Minen 
    wogen für ihn so wenig nur, 
    wie 50 Federn.
     Er erhob seine schwere Axt von Bronze,
    seine Axt der Straße,
    deren Gewicht 7 Talente und 7 Minen 6
    auf seiner Schulter wog.
    So bewaffnet zog er aus,
    so bewaffnet betrat er Inannas heiligen Garten.

    Gilgamesh erschlug die Schlange,
    die nicht besänftigt werden konnte.
    Der Anzu-Vogel floh sogleich in die Berge.
    Die dunkle Maid Lilith verwüstete ihr Heim 
    und floh zu wilden unbewohnten Orten. 

    So schlug Gilgamesh die Wurzeln, 
    des einzelnen Baumes,
    des Huluppu-Baumes, 
    des heil'gen Baumes im heil'gen Garten;
    so schlugen die Söhne seiner Stadt die Äste,
    des einzelnen Baumes,
    des Huluppu-Baumes, 
    des heil'gen Baumes im heil'gen Garten;
    zu schnitzen den Thron für seine heil'ge Schwester, 
    zu schnitzen das Bett für Inanna, reine Jungfrau.
    Aus den Wurzeln des Baumes
    formte Sie einen Pukku für Ihren Bruder,
    Aus der Krone des Baumes 
    formes Sie einen Mikku für Gilgamesh, 7
    den Helden von Uruk. 
    Copyright by Poeta Immortalis 2014


    Anmerkungen: 
    Keineswegs beharre oder behaupte ich, dass es sich hierbei um die einzige oder wahre Fassung der Geschichte um den Huluppu-Baum handelt. Entdeckt doch selbst, wie sich die Geschichte zutrug! Eine Geistreise kann euch dabei helfen. 
    Ich persönlich finde es wichtig, dass die Geschichten um die Götter und ihre Kulte lebendig sind und bleiben. Darum bringt euch ein und schreibt vielleicht auch einmal eure Version der Geschichte! Ich würde mich freuen.
    1. Die Wiederholung des Schöpfungsprozesses, wie hier beschrieben, lässt diesen Zustand im Hier und Jetzt erneut eintreten, ermöglicht den Lesern diese paradiesischen Umstände erneut
    2. Abwehr und Schutzzauber gegen schadbringende Untweltsmächte
    3. vergl. heiliger Garten - Paradies
    4. sumerisch Utu = akkadisch Shamash
    5. 50 Minen Gewicht sind etwa 30 kg  
    6. 7  Minen und 7 Talente sind etwa 4,5 kg
    7. Pukku und Mikku sind offenbar wertvolle magische Gegenstände unklarer Übersetzung. Ich vermute dahinter Ring und Stab, heilige Insignien der Gottesherrschaft