NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 29. April 2014

Meldung: 1. Mai - Götterhochzeit und nächtliche Jagd

Der 1. Mai ist der Tag der gemanischen Götterhochzeit von Odin und Frigg. Traditionell gab es für diesen Tag natürlich ein Götterfest mit Festzug und Gelage. Dem Zug rannte ein bunt gekleideter und auch ab und an tanzender Hochzeitsbote voraus, der die freudige Nachricht verkündete.
An diesem Tag ist auch Zeit für Fruchtbarkeitsriten, wie man sie auch von Ostara kennt. So wurden zum Fruchtbarmachen der Felder auch blau gefärbte Holleeier gegessen und die Schalen auf dem Feld verteilt. Denn die holde Holle bringt, neben ihrer Verbindung mit dem Tod, auch Reichtum, Glück, Fruchtbarkeit, sowie Kinder und ist gerade den Frauen und häuslicher Arbeit zugeneigt. Des Weiteren zieht sie, laut zahlreichen Sagen und Legenden, die später zu Märchen wurden, des Nächstens aus, um die Fleißigen zu belohnen und die Faulen zu strafen. Und selbst wilden Jagden ist sie sehr zugetan. So wurde selbstens ich eines Nachts im Mai, vor einigen Jahren, Ohrenzeuge einer solchen Geisterjagd mit Schüssen und lautem Hundegebell. Nachdem eiskalter Wind am Lauchaer Galgenberg, nahe des Drachenwinkels, aufgezogen war, der an sich schon ein schöner und dennoch recht umspukter Ort ist, spielte sich dieses angsteinflößende Schauspiel ab, während ich am Waldesrand saß und ins nächtliche Unstruttal schaute. Doch als ich in den Wald trat, war niemand zu sehen und alles war wieder still. Selbst der Wind war vorüber. Noch wenige Augenblicke zuvor war es, als ob Reiter und ein Wagen unterwegs wären, es gab laute Jagdrufe, Geräusche kleiner und großer Hunde, die Laute gehetzter Tiere, die ihren Weg gen Hel antreten würden... gespenstisch.
Diese Verbindung fiel mir bei der Lektüre einiger modernerer Sagen zur Göttin Holle auf. Die Übereinstimmung hat mich regelrecht überwältigt... 

Mögen die alten Götter am 1. Mai und das ganze Jahr über mit euch sein, euch Glück, Segen und Fruchtbarkeit bringen, so wie ihr es wünscht!

Sonntag, 20. April 2014

Ritual: Ägyptischer Exorzismus des Atum-Ra


Exorzismen bzw. Extraktionen gibt es weltweit, sowohl in schamanistischen, als auch in Tempel-Kulturen mit einer fest organisierten Priesterschaft. Das Herauslösen fremder, schadhafter Einflüsse und Geistwesen ist dabei das zentrale Thema, das nicht unbedingt einen Dualismus von Gut und Böse voraussetzt. Denn Schaden kann der menschliche Seelenapparat nicht nur durch ominöse dämonische Mächte, sondern, was viel häufiger zutrifft, durch das eigene Fehlverhalten in feinstofflich extremen Situationen, erhalten. Doch Extrahieren kann man nicht nur aus Menschen, sondern auch aus Tieren, Pflanzen, Gegenständen, Zimmern und Häusern, sofern sich hier parasitäre oder einfach störende Kräfte manifestiert haben.
Im Folgenden soll dabei eine mögliche Variante eines ägyptischen Exorzismus beleuchtet werden.
Achtung: In der Praxis kann es während eines Exorzismus zu unerwarteten Phänomenen bis hin zur Gefährdung von Personen kommen. Deshalb ist das Praktizieren eines Ebensolchen nur erfahrenen Magietreibenden anzuraten.

Vorbereitungen: 
  1. Erfolgreiches Wahrnehmen und Prüfen einer schadhaften Besessenheit unter dem Schutz von angemessen erscheinenden geisterabwehrenden Mitteln und Objekten
  2. Sicherung der Räumlichkeit(en)/des Ortes durch Salz, geweihte Wasser, Öle, Essenzen und Räucherungen, sowie zusätzliche und unterstützende Schutzmaßnahmen aller Beteiligten
  3. Kontaktaufnahme und erneutes Wahrnehmen mit Hilfe einer anderen Technik (zum Beispiel Geistreise oder Automatisches Zeichnen), sowie Erkennen der Problemstellung, des Namens und ggf. Überreden des Geistwesens den Körper ohne Gewalt zu verlassen



Hauptritual: 

Der Exorzist rezitiere die Beschwörung mit Verehrungsgestus:
"Iiu im hotep, Atum.
Iiu im hotep, Ra.
Iiu im hotep, Atum-Ra.
Iiu im hotep, Atum-Ra, neb neheh."

Der Exorzist opfere Brot und Wasser an Atum-Ra:
"Oh, Atum-Ra, der aus sich selbst entstand, schwimmend im ewigen Wasser, Leben gebärend, Ma'at gebärend aus seinem Munde!
Dies sei dein Wasser, groß an Reinheit! (deosil mit der Hand über dem Wasser kreisen)
Dies sei das Brot, von dem der Erste unter den Göttern lebt! (deosil mit der Hand über dem Brot kreisen)"

Der Exorzist drohe dem besetzenden Geistwesen:
"Atum-Ra, der Herr aller Welt, erscheint am Himmel, seine Feinde zu richten und Ma'at  zu bringen!
Mit seinem mächtigen Sonnenauge erblickt dich Atum-Ra! Er erblickt dich und sieht Isfet in dir!
Erzittere, erzittere, denn Gericht kommt über dich! (Stimme erheben)
Erzittere, erzittere, denn Mafdet wird dich erlegen! (Stimme erheben)
Erzittere, erzittere, denn Ammit wird dich verschlingen! (Stimme erheben)

Der Exorzist spreche lauter werdend und unter Rasseln/Trommeln zum besetzenden Geistwesen:
"Atum-Ra, der da thront in den Zwillingshorizonten,
starker Herrscher auf strahlender Barke,
dessen mächtiger Speer auf dich zeigt,
dessen Blick seine Feinde verschlingt,
voll Zorn schreitet er gegen dich aus, [Name der Wesenheit, falls bekannt]!
Voll Zorn nimmt er dich gefangen, zerschlägt deinen unreinen Namen!
Voll Zorn richtet er dich, [Name der Wesenheit, falls bekannt] und die Strafe lässt die Horizonte erschauern!
Atum-Ra, ergreift dich und du bist verloren:

Ra erschlägt dich in der ersten Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der zweiten Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der dritten Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der vierten Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der fünften Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der sechsten Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)Ra erschlägt dich in der siebten Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der achten Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der neunten Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der zehnten Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der zwölften Stunde des Tages! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)

Atum-Ra, der da thront in den Zwillingshorizonten, er zerschlägt dich, [Name der Wesenheit, falls bekannt], auch in jeder Stunde der Nacht:

Ra erschlägt dich in der ersten Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der zweiten Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der dritten Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der vierten Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der fünften Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der sechsten Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)Ra erschlägt dich in der siebten Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der achten Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der neunten Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der zehnten Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)
Ra erschlägt dich in der zwölften Stunde der Nacht! (kräftig in seine Richtung schlagen ohne die Person zu verletzen oder den Gegenstand zu beschädigen)


Das Gericht des Atum-Ra wurde gehalten und er hat mit Ma'at gesiegt! (Siegesgestus)
Sieg, Sieg, der Feind des [Name des Exorzierten oder Exorzierenden] liegt danieder!
Der Kampf gegen Isfet ist gewonnen!"



Wahrnehmen und Prüfen ob noch Reste der Wesenheit vorhanden sind und ggf. das Hauptritual wiederholen




Nachbereitungen:
  1. Rituelle Reinigung des frisch Exorzierten
  2. Bannung schadhafter Kräfte
  3. Auffüllen des feinstofflich-energetischen Loches mit möglichst passendem Od (zum Beispiel durch das Übertragen der lichten Odalkräfte einer Kerzenflamme an die geschädigte Stelle), um eine Genesung zu erreichen, sowie eine erneute Besessenheit zu verhindern



Donnerstag, 10. April 2014

Funktion und Interpretation der Schiffsmodelle im Mittleren Reich

Totenschiff mit Mumie und Trauernden als Würfelhocker

Zum vorangegangenen Artikel...

Schiffsmodelle, als typische Funktionsfiguren, können eine Vielzahl von Zwecken im Grab ausführen, wobei diese jeweils Szenen der Ausmalung und andere Dienerfiguren ersetzen können. Ein Beispiel dafür wäre der Fischfang mit Netzen und Boot, sowie das Fischestechen. So stellen die Fischerboote bereits die erste zu nennende mögliche Funktion dar. Neben den, schon genannten Objekten im Boot, können hierbei noch weitere, für das Fischen im Mittleren Reich typische, Gegenstände, wie Fischkorb, Angel, Gabelnetz, Reuse und Wasserflasche vorkommen. Fischestechen und Vogelfang tauchte auch im Zusammenhang mit Reise- und Freizeitbooten auf. Als Ersatz für Küchenszenen traten, vor allem in der 11. und 12. Dynastie, Küchenboote auf, die diese Szenen gleichzeitig aufs Wasser versetzen und zur dauerhaften Versorgung im Jenseits dienten. Eine weitere Funktion des Schiffsmodells war die der Inspektionsfahrt mit dem Grabherrn. Die Abydosfahrt ist eine ähnliche Darstellung des Grabinhabers in einem Reiseschiff, die, diese in den Osirismysterien wichtige Pilgerfahrt, unabhängig von deren Ausführung zu Lebzeiten, absichert. Wie bereits in den vorangegangenen Artikeln beschrieben, bildete der Herr auch als Verstorbener in vollständiger Einbalsamierung das zentrale Thema des Totenschiffes mit hockenden Trauernden, die jeweils sichere Merkmale dieses Typus sind. Dazu kommen auch gelegentlich Holzfiguren der Priester für die hierbei teilweise dargestellte Bestattungszeremonie. Solch ein Modell sichert folglich dem Grabbesitzer magisch eine ordentliche Beisetzung mit vorhergehendem Zeremonial. Zur Sicherung der Verteidigung im Jenseits könnten Kriegsschiffe und Truppentransporte gedient haben. Doch auch auf die Lebzeiten können sich derartige plastische Darstellungen beziehen, wenn es die Aufgabe des Modellbesitzers war das Land zu verteidigen oder gar neue Eroberungen, wie Expeditionen nach Nubien, anzustellen. Ein solches Modell könnte seine Schuldigkeiten magisch und hinsichtlich des Nachlebens abgegolten haben, unabhängig davon, ob die angeleiteten militärischen Aktionen nun tatsächlich so erfolgreich waren oder nicht.
Wichtige Unterschiede zur flachbildlichen Ausgestaltung von Gräbern sind, dass im Schiffsmodell für den Gebrauch im Dienerfigurenreportoire keine Boote mit Darstellungen von Wettkämpfen, wie dem Fischestechen auftauchen, sowie keine Herdenbegleitboote oder gewöhnliche Transportboote für Waren. 
Breasted interpretiert die meisten Schiffsmodelle als Möglichkeiten für Vergnügungen im Jenseits. Dies wird durch Boote belegt, die typische Freizeitbeschäftigungen des Grabherrn und dessen Familie, falls ersichtlich, zeigen. Auch die Verpflegung bei Küchenbooten kann als eine solche Freizeitaktivität gesehen werden, sowie auch Reisen den Nil stromauf- oder abwärts, die an sich erst durch das Schiffsmodell ermöglicht wurden. 
Für die Schiffsmodelle im Grab ist auch eine Darstellung bedeutender Lebensbereiche des Verstorbenen zu erkennen. Sie waren damit ein Bestandteil der umfassenden Selbstrepräsentation im Grab durch Schrift, Bild und Modell. Die Dienerfiguren, zu denen auch die hier vorgestellten Schiffsmodelle gehören, zeigen einen Wandel auf, der von der Hinnahme und Fortführung der Verhältnisse zu Lebzeiten, die im Alten Reich üblich war, hin zu einer Verbesserung mit dem Schritt ins Nachleben im Mittleren Reich führte. 
Einen weiteren, von den, in Schachtgräbern für gewöhnlich mitgegebenen Schiffmodellen abgehobenen Typus, stellen Götterbarken dar. Ihre Funktion war im alten Ägypten kultischer Natur. Sie dienten, in reich geschmückter Aufmachung, zum Beispiel mit einem Antilopenhaupt am Bug und reicher Ausstattung, als Transportmittel der Götterstatuen in Prozessionen, sowohl zu Wasser, als auch an Land auf einem Schlitten. Auch im Pharaonenkult fanden Götterbarken beim Horusgeleit Anwendung. Im Grabkontext traten diese Barken nur gelegentlich bei leitenden Personen der Götterfeste, wie dem Sokarfest, auf. So zum Beispiel in der Mastaba des Djehuti in Lisht aus der 12. Dynastie, wo sich in einer Nische am Zwischenraum zwischen der Ostfassade und der Begrenzungsmauer der Anlage eine solche Götterbarke befand . Der übliche Aufstellungsort waren jedoch nicht Mastabas, sondern Tempel, worauf nicht weiter eingegangen werden soll. 
Im weiterführenden Kontext besteht bei allen Götterbarken eine enge Verbindung zur Sonnenbarke des Re, die zum Beispiel in den Pyramidentexten des Alten Reiches den Sonnengott als Sonne selbst mit dem Einbrechen der Dunkelheit durch die Unterwelt reisen und zahlreiche Kämpfe, nicht zuletzt gegen Apep, bestreiten lässt. Im Königskult war es Ziel des Herrschers Ra, als einer unter den göttlichen Beschützern der Sonne, auf seiner Fahrt zu begleiten. 
Im Mittleren Reich wurde, darauf basierend, im Bereich von El Bersheh von einer höhergestellten Personengruppe das Zweiwegebuch entwickelt und in die Sarkophage mit eingebracht. Auch hierbei spielte das Reisen mit Schiffen eine bedeutende Rolle, die sich in Ägypten in vielfältigsten Bereichen manifestierte. Gerade die Ober- bis Mittelschicht nahm sich zunehmend Teile des, im Alten Reich dem Königshaus vorbehaltenen, Kultensembles, in eigener Abwandlung, an.

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Samstag, 5. April 2014

Ma'at als Schlüssel einer Kultur(r)evolution

"Der Lohn des Handelnden, liegt darin, dass für ihn gehandelt wird. Das halten die Götter für Ma'at." 
[(1) Inschrift des Neferhotep, Ägypten 13. Dyn.]

Meine Idee ist es neue, und doch eigentlich alte, längst vergessene Gedanken zur aktuellen Situation, zu den Missständen dieser Welt, aufzuzeigen. Dies sei dabei eine Anregung für eigene Gedanken und kein Dogma.
Dazu möchte ich mich auf Ma'at (Prinzip und Göttin zugleich) berufen, sowie dieses uralte Prinzip im Folgenden mit Aktualität untermauern. Es ist Zeit jenseits der gewohnten Grenzen zu denken, die uns immer wieder einengen! Es ist Zeit für die zu handeln, die selbst für uns handeln und gegen die, die dasselbe mehr schlecht als recht vorgeben zu tun! Ma'at heißt für einander handeln, handeln für eine bessere Welt, für einen vertikalen Ausgleich in Zeit und Raum! Stets wird uns vorgehalten wir wären gleich. Doch wir sind besonders denen gleich, die glauben das Recht zu haben über uns zu stehen, obwohl kein Recht und keine Ordnung, keiner von ihnen sich für uns einsetzt! Das wäre es, was eine funktionierende Gesellschaft, einen funktionierenden Staat ausmachen würde: Dass jeder für den Anderen und insbesondere den Schwächeren und Missbegünstigten handelt! Das wäre Ma'at gesellschaftlich gesprochen, deren Errichtung von höchster Dringlichkeit ist. Die Welt zerbricht! Sie schreit vor Ungerechtigkeit Egozentrismus, einer uns alle in den Abgrund steuernden, ausgedienten Elite... und dies alles wohlwissendlich... sie wissen von der Flut und dem Sturm nach ihnen. Sie wissen, dass der Untergang droht und Set (die Nacht der Zeitalter, siehe Liber AL vel Legis I,66) sein muss. Doch sie zögern es hinaus, solange es geht. Sie speisen uns ab mit leeren Worten und noch mehr Ausbeutung... Die Welt vesinkt in in Isfet... nicht das erste Mal:

"Zu wem kann ich heute noch reden? Man erinnert sich nicht des Gestern, man handelt nicht für den, der gehandelt hat, heutzutage."
[(2) Aus: Gespräch des Lebensmüden mit seinem Ba]

Der Schlüssel, den man aus diesem Text lesen kann ist das Ma'at Prinzip, das eingesetzt werden muss, indem wir uns an das Gestern und darüber hinaus erinnern, indem wir uns bewusst machen was war, wer immer an unserer Seite stand und wer uns stattdessen ausgenutzt und betrogen hat, damit wir endlich für die Richtigen handeln! Wir dürfen nicht weiterhin für die arbeiten, die uns hintergehen, die wählen, die voll von Lügen und falscher Machenschaften sind, die bis in eine Wirtschaftsdiktatur kulminieren. Lasst uns endlich erwachen aus dem bösen Traum, lasst uns AKTIV HANDELN, AKTIV EINEN POSITIVEN WANDEL HERBEIFÜHREN! Lasst uns Ma'at errichten, ja lasst uns endlich Ausgleich, Wahrheit und Gerechtigkeit fordern!
Leider gibt es kein Naturgesetz, das uns zu diesen so wichtigen Grundwerten verhilft. Darum liegt es bei uns eine solche Naturgewalt zu werden! Dazu brauchen wir keinen Krieg! Weder in der Ukraine, noch sonstwo! Vielmehr sollten wir standhaft und stark sein, wie die Erde, sanft und doch zermahlend, wie das Wasser! Mit Worten lassen wir neue Winde wehen und wenn wir nur wollen, dann werden Stürme über das Land fegen! 

"Sei ein Meister im Reden, um stark zu sein! Der Schwertarm des Königs ist seine Zunge. Die Rede ist mächtiger als Waffenkampf."  
[(3) Aus: Lehre für Merikare]

All dies könnte man auch modern Solidarität nennen, Solidarität für all die Aktivisten, die schon der Mediendiktatur abgeschworen haben, die sich selbst versorgen, die für Freiheit kämpfen. Doch mir ist das nicht genug und zudem, auf deutsch, zu ausgelutscht und einfach zu stark missbraucht worden...  Ich will viel weiter gehen. Ma'at ist ein WELTKONZEPT, das Grundprinzip des sozialen Handelns, des Miteinander, der göttliche Baustein einer perfekten Gesellschaft in Vielfalt und doch Einheit. Nichts Anderes hat zu der längsten erfolgreichen Staatenbildung der Weltgeschichte geführt. Die Gedanken von Marx und Engels wären in diesem Konzept gelandet, hätten sie es besser gekannt... und hätten sie nicht so ein zerstörtes Bild von jedwedem Spirituellem gehabt... 
Aber Monotheismus ist nunmal Theismus zum Abgewöhnen... und Ma'at existiert unabhängig davon in Gesellschaft und Kult-ur. 

So sprechet die Ma'at und tuet die Ma'at, auf dass Ma'at erhebe euch ewiglich! 
Das heißt: Sprecht so, dass ihr Freude, ja Liebe erweckt in denen, die für euch handeln und handelt ebenso aktiv für jene und alle Unterdrückten, auf dass Erfolg euch strahlend bekrönt! 


"Folge deinem Herzen, solange du lebst, und vermehre nicht die Geschäfte. Verkürze nicht die Zeit des Dem-Herzen-Folgens, ein Abscheu für den Ka ist es, seine Zeit zu schädigen. Lass dich nicht in Anspruch nehmen von den Bedürfnissen des Alltags über das Bestellen deines Haushalts hinaus. Der Besitz dessen, der seinem Herz folgt, wächst, aber nichts gelingt dem, wenn das Herz gekränkt wird."  
[(4) Aus: Lehre des Ptahhotep]