NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

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Du bist neu hier? Eine erste Einführung hilft dir weiter!


Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Freitag, 30. Mai 2014

Die Technik der Rückreise zu früheren Inkarnationen

Skizze einer Szene aus einer früheren Inkarnation
An dieser Stelle möchte ich einmal meine Technik der Rückreise zu den eigenen früheren Inkarnationen, wie wir sie sie bei RePoKult anwenden, in wenigen Punkten erläutern.

Es geht bei dieser spirituellen Technik um eine sogenannte "Innenreise", also eine Geistreise innerhalb des eigenen Selbst. Dabei ist das Ziel die eigene Zeitlinie, bzw. Inkarnationslinie, die freilich unter bestimmten Umständen auch verästelt sein kann. Verästelungen zeigen an, dass fremde Seelenteile hinzugekommen sind, wodurch man erstaunlich stark historisch verwoben sein kann. Aber in aller Regel sollte man von einer relativ geraden Zeitlinie ausgehen, die man definitiv erkennt, wenn sie vor einem ist, selbst wenn unser Verstand sie, in Unverständnis ihres tatsächlichen Aussehens als Filmband darstellen sollte. Vorbereitend sollte man sich eine Fragestellung, einen eineindeutigen Willenssatz, zurechtlegen, den man auf ein Blatt aufschreibt und vor sich legt. Mit Hilfe dieses Willenssatzes sucht man die eigene Inkarnationslinie ab und falls man sich nicht mehr an ihn erinnern sollte, denke man einfach an das Blatt, bzw. gebe dem eigenen Fokus die Aufgabe dem Willen auf diesem Folge zu leisten.

Kommen wir nun zum Technischen: Wie macht man eine Rückreise zu früheren Inkarnationen?
  1. Augen schließen
  2. In das eigene Innere schauen: Man visualisiere in sich einen schwarzen Raum, in dessen Zentrum sich ein weißer Punkt befindet (vergl. Negativer Zustand). Ich persönlich nutze statt des weißen Punktes ein Auge, das nach innen schaut. Dann geht man mit Hilfe seines Willens auf das Zentrum des Punktes, bzw. die Iris, zu und durchschreitet sie wie ein Portal.
  3. Suchen der eigenen Zeit-/Inkarnationslinie: Nach dem Durchschreiten suchen wir unsere Zeitlinie, indem wir sie in Gedanken rufen oder uns sagen "Zeige dich, meine Zeitlinie.". 
  4. In die Zeitlinie eintauchen: Man geht auf die Zeitlinie zu und tauchen in sie ein, um in ihr wie auf einer Datenautobahn zu reisen.
  5. Den Willenssatz sprechen: Nun setzt man sich mit Hilfe des eigenen Willens und ggf. etwas energetischen Nachdruck zur Beschleunigung/Intensivierung in Bewegung und rast zum gewünschten Punkt. An dieser Stelle kann man möglicherweise schon schnell wechselnde Bilder aufblitzen sehen.
  6. Die Reise hält durch den eigenen Willen an der richtigen Stelle der Zeitlinie an und man taucht in seine eigenen Erinnerungen ein. Zuerst wird man das Große und Ganze wahrnehmen. Es gilt alle Wahrnehmungskanäle zu öffnen und aktiv zu nutzen, um jetzt entscheiden zu können was man genauer erleben möchte und was nicht
  7. Man folgt dem Erleben und kann das Geschehen auch hin und wieder beschleunigen, Vor- und Zurückspulen oder genauer hinschauen, gerade wenn es um Feinheiten wie Gesichter geht, die erst verschwommen erscheinen. Sollte man merken, dass eine Erfahrung zu unangenehm wird, versucht davon wegzuspulen oder brecht ab, gerade, wenn es um einen Tod eurer Inkarnation geht. Das Durchleben kann sehr starke negative Auswirkungen auf den aktuellen grobstofflichen Körper haben.
  8. Hat man ein Leben in Teilen angeschaut, kann man die Zeitlinie erneut absuchen oder aus ihr heraustreten
  9. Zurückkehren, wie man gekommen ist

Überprüfen kann man die Korrektheit der eigenen Erfahrung dadurch, dass man versucht die erlebte Szenerie zu verändern. Gelingt dies nicht, so kann man sicher sein, alles richtig gemacht zu haben. Der Betrachterstandpunkt kann natürlich innerhalb des Erlebens früherer Inkarnationen im Rahmen der seelischen Erinnerungen frei gewechselt werden. Trotzdem bleibt man immer nur ein Zuschauer.
Weiterhin werden sich mit der Zeit auch Ergebnisse zeigen, zu denen man recherchieren kann, ob es im Bereich des Möglichen liegt, dass dem so war. 
Eine echte Rückführung ist stets, im richtigen Bewusstseinszustand ausgeführt, sehr klar und realistisch.

Freitag, 23. Mai 2014

Das pagane Gebet



Nicht nur im Monotheismus, nein auch im Polytheismus spielt das Gebet eine wichtige Rolle. Im Folgenden soll ein allgemeines Muster vorgestellt werden, wie man sich selbst so ein paganes Gebet zusammenbasteln kann.

Doch zu Allererst: Was ist eigentlich ein Gebet? 
Ein Gebet ist generell erstmal eine sakrale Bittstellung an eine oder mehrere besondere Entitäten.
Dabei können wir also darum ersuchen, dass unsere Wünsche von Gottheiten erfüllt werden.
Solch eine Bitte sollte nach gewissen Normen ablaufen, die von den Göttern akzeptiert werden, damit es nicht zu unschönen, unerwünschten Konsequenzen kommt. Denn ein falsch ausgeführtes Gebet kann womöglich sogar einzelne Götter, die dafür bekannt sind, in Zorn versetzen, ja es könnte sogar dem Equilibrium durch ungeschickte, unschöne Wortwahl entgegengewirkt werden, was letztlich auch wieder auf einen selbst zurückfallen würde. Gerade unsere indoeuropäischen Vorfahren waren auf die exakte und rechte Ausführung von Ritualen, sowie Formulierung bedacht, aus deren Tradition auch das Gebet hervorgeht. Das heißt auch, dass wir im Kult den Göttern unsere rechte und damit lichte und glückbringende Körperseite zuwenden und Aktionen, die mit einer Hand auszuführen sind, mit eben dieser rechten Hand ausführen. 
Wollt ihr jedoch zu Toten, mit dem Tod verbundenen oder feinstofflich energieziehenden, kalten Wesenheiten beten, so nutzt stets die linke Körperseite, sowie linke Hand. Eine weitere bekannte Funktion der Magie der linken Körperseite ist die Nutzung für Bannungen oder Flüche.
Diese Körperseitenbeseitzung ist eine uralte sympathiemagische Verbindung, die auf der magischen Praxis annähernd aller Völker der Welt über tausende von Jahren beruht, weshalb wir sie nicht ignorieren sollten. Mit aktuellen oder vergangenen politischen Richtungen hat solch eine Einteilung absolut nichts zu tun und muss in der Bewertung klar hiervon abgetennt werden, auch wenn möglicherweise indirekte Verbindungen bestehen mögen. Ich empfehle die Nutzung des traditionellen Körperseitensystems, besonders wenn es um alte Wesenheiten geht, die genau das erwarten. Auch in meiner magischen Praxis hat sich die Weiterführung jenes Systems sehr bewährt.
Falls ihr euch unsicher sein solltet, welche Körperseite ihr nehmen sollt, fragt am Besten die Wesenheit, für die ihr agieren wollt!


Das Modell zum paganen Gebet

Bevor ihr anfangt euer persönliches oder anlassgemäßes paganes Gebet zusammenzustellen solltet ihr einige Vorbereitungen treffen: Reinigt euch und den Ort der Praxis mindestens rituell, entzündet eine Kerze oder ein Feuer, als ein seit Alters her heiliges und reinigendes Götterlicht, sowie Portal zur Anderswelt  und stellt dieses zusammen mit ein paar Opfergaben vor euch auf. Zusätzlich können Symbole/Zeichen der anzusprechenden Wesenheiten aufgestellt werden.
So sollte euer eigenes Gebet zusammengesetzt werden:
  1. Anrede der Gottheit/Wesenheit(en) z.B. "Ich bete zu dir/euch [Name der Gottheit/Wesenheit] (,[Name der Gottheit/Wesenheit] und [Name der Gottheit/Wesenheit]) ,..."
  2. Mythologische/historische Ehrenumschreibung oder persönliche Erlebnisse mit der Gottheit/Wesenheit (am Besten je Wesenheit 3 Verse) z.B. "Herr von Ewigkeit, der du wohnst in der heiligen Höhle von Rosetau, du Vertreiber dunkler Träume,..."  - die Eigenschaften, Erlebnisse und Umschreibungen sollten am Besten einen Bezug zum persönlichen Wunsch haben!
  3. Unterbreitung einer Gabe/eines Opfers an die Gottheit/Wesenheit z.B. "... nimm dieses Rauchopfer, voll von Reinheit..." - das optimale Opfer besteht aus Libation (=Trankopfer), Speiseopfer und Rauchopfer
  4. Bitte/Wunsch an die Gottheit/Wesenheit z.B. Gib mir Schutz vor furchterregenden Träumen,...
  5. Anbieten eines oder mehrerer weiterer Opfer im Falle des Erfolgs z.B. "... so werde ich dir jeden Abend ein Rauchopfer darbringen." - dieser letzte Punkt regt die Wesenheit etwas stärker dazu an euren Wünschen Folge zu leisten, kann jedoch auch weggelassen werden, wenn euer einmaliges Opfer schon zur Gegengabe führt


Sonntag, 11. Mai 2014

Schiffsmodelle im Mittleren Reich: Von Sicherung bis Verzicht

Zum vorangegangenen Artikel

In keiner Zeit der ägyptischen Geschichte war das Dienerfigurenreportoire so ausgeprägt, wie im Mittleren Reich und so verwundert es nicht, dass der Großteil der sich derzeit in Museen befindlichen Schiffsmodelle aus ebendieser Zeit, der Blüte und Erweiterung Kemets bis in das goldreiche Nubien, stammen. Über zwei Dynastien, die 11. und 12. Dynastie, lässt sich die weiteste Verbreitung der Schifssmodelle, unter zeitgleicher Ersetzung zahlreicher Motive aus der Grabausmalung, besonders deutlich fassen. Die 11. Dynastie begann als Zeit nach einer Krise, als Zeit des wiedervereinigten Ägypten, nach der sich die Menschen nach Sicherheit sehnten. Diese Sicherheit musste selbstverständlich auch im Nachleben umso stärker hervotreten. Eine dauerhafte Kultversorgung kam durch die Modelle von Opferträgerinnen, Kornspeichern und natürlich versorgenden kleinformatigen Booten in die Schachtgräber, die ein oder andere verborgene Kammer an königlichen Gängen oder in der privaten Mastaba als Sonderfall. Es reichte nicht mehr eine einzige Figur, um das Leben im Jenseits zu erleichtern. Nein, es waren ganze Werkstätten, die das Nachleben für Ober- und Mittelschicht magisch versüßen sollten. All das Versäumte in der schweren Entbehrungen der ersten Zwischenzeit konnte nun aufgeholt werden: Ob die Pilgerfahrt nach Abydos, Reise oder Freizeit; es fehlte nicht an Einfallsreichtum. Demokratisierung zog ein. Viele einstige Grenzen durften nun überschritten werden. Durch das Schiffsmodell rückte der private Kult viel näher an den Königlichen. Und die Könige sicherten sich ab. Der Sohn wurde zum Mitregent und es wurden Expditionen unternommen, Festungen errichtet. Ein Puzzleteil passte in das Andere und so wurde die 12. Dynastie zur Hochzeit der Kunst des Mittleren Reiches, die vielfältigste Zeit des Schiffsmodells, deren Ende eine neue kultische Hochzeit besiegelte. Die Kunstfertigkeit wandte sich ab von den Schiffsmodellen, hin zu den abydenischen Werken des nun siegreichen Osiriskultes. Entsagung des Weltlichen wurde wieder wichtiger als die Absicherung und so verblasste langsam die Bedeutung der Schiffsmodelle, deren Dasein sich jedoch noch lange fortsetzen sollte. Als noch beständiger, jedoch von geringerer Häufigkeit, zeigten sich auch die geschmückten Kultbarken für die unzähligen Götterfeste des Mittleren Reiches und darüber hinaus. Parellel zu den Schiffsmodellen im Grab, gab es bei den sogenannten „Sonnenbarken“ ebenfalls zwei: Die Tag- und die Nachtbarke in ihrer Funktion als Träger der Sonne, des Sonnengottes, dem sich magisch Eliten des Mittleren Reiches anzuschließen versuchten. Genau diese Höherstellung und besondere Befähigung im Nachleben hatten alle Schiffsmodelle als Zweck gemein.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Rituale: Solare Horus-Weihungen

Neben Atum-Ra und Osiris ist Horus DER mächtige dämonenabwehrende Weihgott des alten Ägypten, der vielgestaltig und mit unzähligen Namen magisch bewaffnet auftreten kann. Horus ist dabei zudem noch DER Inbegriff des Staates mit Ma'at. Denn durch seinen Triumph über den mächtigen Seth hatte erstmals der Schwache über den Starken gesiegt und das nur durch gerechtes, wahrhaft gerechtfertigtes Handeln: Ein wahrlich strahlendes Vorbild, dem wir auch gerne nahe sein wollen, ihm nachzustreben und natürlich, damit er uns vor denen schütze, die voll Isfet sind, wie es Seth einst war. Doch das Besondere am ursprünglichen Staatskonzept, an der Ma'at, ist gerade, dass es und sie die Ungerechten richtet, sie auf eine bessere Bahn führt und schließlich integriert, anstatt bis in alle Ewigkeit ohne einen Lerneffekt zu strafen, wie man es von den Abrahamiten kennt...

Große Horusweihe

Mit dieser Technik ist ein beliebiger Gegenstand auf Horus zu weihen. Ich selbst habe diesen Zauber genutzt meinem Edelsteinarmband besonders warme, lichte Kraft  und damit auch einen weiteren Schutzaspekt zu verleihen.

Entzünde  dazu eine gelbe, goldene oder rote Kerze mit einem Horusauge darauf.
Spüre die Kraft des Lichtes, nimm es in dir auf.
Besprich nun den Gegenstand deiner Wahl mit folgenden Worten (berühre ihn dabei):

"Komm in Frieden, leuchtendes Auge des Horus, komm in Frieden.
Empfange das Licht.
Das Auge des Horus scheint, wie Ra in den Zwillingshorizonten und das Böse versteckt sich vor ihm.
Empfange das Licht.
Das Auge des Horus zerstört die Feinde des Ra in all ihren Wohnstätten.
Das Auge des Horus erscheint und ich bin mit ihm rein. Empfange das Licht!

Ehre sei dir, göttlicher Sohn eines Gottes!
Ehre sei dir,  Heir, Sohn eines Heir!
Ehre sei dir, Stier, Sohn eines Stieres
Ehre sei dir, Horus, erhoben von Osiris, oh du Isisgeborener!

Horus, strahlender Sohn der Isis,
Herr aller Lande, Auge des Himmels,
DU BIST DAS LICHT (/ Abwandlung beim Fädeln eines Perlenarmbandes oder einer Kette: DU BIST DAS LICHT, DAS MIT JEDER PERLE DIESES BAND IN REINHEIT BINDET)!

Erstrahle, erstrahle, erstrahle, Horus!
Lass dein Licht, das deine Feinde in all ihren Wohnstätten vernichtet,
in [Name des Gegenstandes] einziehen, ja mit voller Macht wirken!(...)
(Anfügung beim Fädeln eines Perlenarmbandes oder einer Kette:
... in die 1. Perle! Erstrahle!
... in die 2. Perle! Erstrahle!
... in die 3. Perle! Erstrahle! 
... usw.
 Das Band sei geschlossen und...)
Dein leuchtendes Auge tue sich auf,
Ma'at zu bringen,
Isfet zu zerschlagen,
in all den Wohnstätten deiner Feinde.

Niedergeschmettert ist der Aufstand.
Der Sieg ist dein, Hor, oh Strahlender! Siegesgestus
Auf Ewig mögest du thronen!
In'un ma'a."






Pendelweihe durch das Licht des Horus


Das magische Pendel ist ein besonders feines und darum auch umso empfindlicheres Instrument, das man für die unterschiedlichsten okkulten Praktiken nutzen kann. Ob nun als Messinstrument feinstofflicher Energien, zum Such- oder Geistpendeln; es handelt sich hierbei um ein Werkzeug, das durch seine umfangreichen Zusammenhänge mit, uns umgebenden, Umwelteinflüssen, und nicht zuletzt Wesenheiten, einer besonderen Pflege und Reinigung bedarf, bei der Wasser allein nicht immer ausreichen kann... Eine solche Pflege, sowie dauerhaften Schutz vor schadhaften Einflüssen kann dieses kleine Ritual geben.

Entzünde wieder eine Kerze, erspüre die Wärme und die Wohligkeit der Flamme. Lass sie in dir leben. 
Halte dein Pendel und besprich es (mit unterstützender Handbewegung im Uhrzeigersinn):

"Komm in Frieden, leuchtendes Auge des Horus, komm in Frieden.
Empfange das Licht.
Das Auge des Horus scheint, wie Ra in den Zwillingshorizonten und das Böse versteckt sich vor ihm.
Empfange das Licht.
Das Auge des Horus zerstört die Feinde des Ra in all ihren Wohnstätten.
Das Auge des Horus erscheint und ich bin mit ihm rein. Empfange das Licht!

Leuchte mein Pendel.
Sei rein, denn das Auge des Horus wohnt in dir.
Sei rein, durch den göttlichen Stier, Sohn eines Gott-Stieres.!
Sei rein, denn das Licht der Ma'at wohnt in dir.
Keine Lüge kannst du sprechen.

In un Ma'a."
 (bei Bedarf wiederholen, um den Zauber zu stärken)


Sonntag, 4. Mai 2014

Entwicklung der Schiffsmodelle im Mittleren Reich

Zum vorangegangenen Artikel


Als Fortsetzung meiner Abfassungen über die ägptischen Schiffsmodelle soll nun eine kleine Chronologie und Entwicklungsgeschichte dieser herausragenden Fundgattung folgen:


In der ersten Zwischenzeit ließ die anhaltende Unsicherheit zu Lebzeiten die Kemeter Schutz im Jenseits suchen. Dadurch verbreiteten sich preiswertere Nachahmungen königlicher Ausstattung unter der Bevölkerung, beginnend mit der Oberschicht. Dies führte zu Beginn des Mittleren Reiches mit zunehmenden Wohlstand der Bevölkerung zur schrittweisen Ausweitung und der qualitaiven Verbesserung des Dienerfigurenreportoires, wobei sich die Schiffsmodelle als besonders bedeutend herausstellten.
In großer Anzahl entstanden Schiffsmodelle im Bereich der Gauhauptstädte. Besonders Theben, Asyut, Meir, El Bersheh, Beni Hassan und Sedment traten durch große Produktionen hervor. In der 11. Dynastie war die Ausarbeitung und Kunstfertigkeit der Modelle im thebanischen Bereich besonders weit vorangeschritten. Hervorstechend waren in Anzahl und Qualität ebenso die südägyptische Gegend um Qubbet el-Hawa, sowie den neuen royalen Nekropolen der 12. Dynastie in Lisht, Lahun und Memphis. Die größte Anzahl von Funden ägyptischer Schiffsmodelle gab es bis zur Zeit Sesostris des II. und III. bei zeitgleich einsetzender Limitierung der Dienerfigurenausstattung auf wenige Orte im Umfeld mächtiger Gaufürsten. Diese Entwicklung stand im engen Zusammenhang mit dem aufstrebenden Osiriskult, der erstmalig in der 12. Dyn. einen großen Sieg und Bevorzugung errang. Die Tendenz des Wegfalls großer Teile der Schiffsmodellbeigaben und anderer Dienerfigurengruppen entstand aus dem, nun dominierenden Kult, deren Ausrichtung sich weniger auf materielle Hinterlassenschaften richtete, ja sogar zu einem Wegfall ebendieser führte. Es war von nun an nicht mehr ein Prileg, dass Dienerfiguren die jenseitigen Arbeiten für den Grabherrn übernahmen. Ab der 13. Dynastie ebbte dadurch die einstige Flut an Schiffsmodellen stark ab, was sich deutlich im archäologischen Befund zeigt.


Zum Folgeartikel

Freitag, 2. Mai 2014

Rückführung - Der führende Priester der Prozession des Karnak-Tempels

Künstlerische Umsetzung des in der Rückführung gesehenen Pektorals durch Poeta Immortalis

Am 1. Mai 2014 habe ich in kleiner Gruppe eine erneute Rückführung zu meinem bereits schon einmal bereisten Leben als führender Priester des Amun-Re in Karnak durchgeführt, um noch mehr Details zu erfahren... Diese meine frühere Inkarnations ist eine, die mich besonders fasziniert. Selbstverständlich hatte ich in der langen Kette meiner Leben nicht nur herausragende Positionen. So bin ich in meinem letzten Leben als deutscher Soldat tief in den eisigen Wäldern Russlands nach Ringen um mein Leben in einem Messerkampf mit einem russischen Soldaten mit brauner Fellmütze und rotem Stern mit einer Pistole per Kopfschuss sehr schmerzvoll verstorben. Bedauerlicherweise erlebt man bei einer Rückführung auch das Sterben noch einmal, was mir sehr langanhaltende sich äußert real im Hier und Jetzt manifestierende kopfzerreißende Schmerzen brachte... Niemand kann mir jetzt noch erzählen ein Kopfschuss wäre ein schneller schmerzloser Tod. 
Meine normaleren Vorleben möchte ich an dieser Stelle einfach mal aussparen, weil sie sicherlich weniger spannend wären. Aber ich möchte niemanden glauben machen ich hätte nur herausragende Positionen besetzt. Das wäre purer Schwachsinn und völlig unrealistisch. Ich kenne niemanden, der so etwas zur Recht von sich behaupten könnte. Mit Sicherheit kann man auch nicht auf alle seine Vorleben mit Stolz zurückblicken. Darum gehe es jetzt mal um eines, auf das ich stolz bin... auch wenn ich hier erstmal eine kleine Szene beleuchten möchte, die darin besonders hervorsticht. Das gesamte Leben zu beschreiben wäre dann auch zu viel und könnte ganze Buchbände füllen.

Meine Rückführung beginnt in einer herausragenden Festtagsprozession vor dem Amun-Bezirk der mächtigen ägyptischen Tempelstadt Theben, der ich voranschreite. Der Weg führt die singende und musizierende Prozession die Sphingenallee vor den Pylonen des Amun-Re Tempels entlang. Mein Gemüt ist freudig-erregt und ich befinde mich in einer tiefen Trance und Konzentration, während ich ein Räuchergefäß vor mir schwenke und in der anderen Hand einen Räucherarm halte, mit dem ich den deutlich für mich hervorstechenden Widderspingen am Wegrand Weihrauch spende, ja segnend voranschreite. Hinter mir folgen zwei Schirmträger, die mir Schatten spenden und mit Palmwedeln fächern und so auch den Weihrauch verteilen. Sie unterstützen mich gut in meiner Rolle und sind eifrig bei der Sache. Dahinter wird eine golden und blau verzierte Lade von vier weiteren festlich bekleideten Männern getragen. Auf ihr befindet sich eine goldene Statue des Amun-Re mit Widderkopf, weshalb ich meine Erfahrung in die Nach-Amarna-Zeit einordne. Danach folgen Tänzerinnen, Standartenträger und Opferträger bei denen die Farben Gold und Blau ebenso dominieren. Die Standarten zeigen Amun-Re mit doppelter Federkrone. Die gesamte, langsam und würdevoll voranschreitende Prozession wird von wunderbarem Gesang und Instrumentenspiel, vor allem Trommeln und Sistren, begleitet, in den alle, auch ich selbst, einstimmen.
Auf diesen Gesang habe ich sehr genau gehört und ich möchte, die Ägyptologen mögen es mir verzeihen,  nun das Gehörte genau so, wie verstanden, wiedergeben:

"E-ach ha-num pa
Du-uch Amun anch
Tech a-ah-a (das letzte A wurde deutlich höher gesungen) me-hem-oho-a-aah
Di-i alam tu-i-ah mu-hir
Di-u-i te si-a-aha-mu
Aha-mu schem-le-chu (ruhig)
Ta-am ma-si Amun"

Der Zug ist bereits am Pylonentor angekommen und steht nun still. Der Gesang hat aufgehört. Ich lege anbetend meine flachen Hände auf meine Beine, die von einem edlen weißen Stoff bedeckt sind. Über meine rechte Schulter ist ein, fein mit weißem und blauen Stoffen umspieltes, Leopardenfell gelegt, das unter den, bis über meinen Bauchnabel reichenden Untergewand mit breitem dunkelblauem Gürteltuch, verschwindet. Auf meiner Brust liegt ein prachtvolles, goldfarbenes Pektoral mit einem zentralen, senkrecht liegenden Auge in der oberen Hälfte und blauen Einlegearbeiten, sowie davon abgehenden Strahlen und Bögen. Meinen linken, ansonsten unbedeckten Arm, ziert ein verschlungener Spiralarmreif aus Gold. Ich sehe hager aus und habe einen üppigen schwarzen  Vollbart ohne Schnauzer, der jedoch gepflegt wirkt. Kein Haupthaar ist zu sehen und es fühlt sich auf meinem Kopf eher nach einer Glatze an, über der ein weißes, volles Kopftuch mit edlen blau-goldenen Ornamenten krönt. Feierlich spreche ich (Betonungen sind unterstrichen):

"Wer a-noth bar sem te iih
Ne-em lac tu mir-nan Ra
Sut mi-ni kan-tun
metsch wem Ra-li-un
Amun"

Die ganze Prozession antwortet laut rufend:

"Amun! Amun! Amun! Amun! ..."

Nach Verstummen der Rufe rezitiere ich weiter:

"Ra sem-jet wochmi ha-uri Set schem Ra
Tar ui sa-lam-u ti!
Ti mi Ra-Amun men hop!
Tir le-op!"

Das riesige Tor mit seinen goldenen Beschlägen öffnet sich langsam und die Prozession tritt, von mir angeführt, ein. Gleichzeitig beginnt das Spiel der Instrumente von Neuem.
Ein weitläufiger Hof in prachtvoller Ausführung wird überschritten und mehrere Tore werden durchschritten, die bereits offen stehen. Ein leichter Treppenaufgang führt in den Tempel. Die Prozession bleibt an seinem Fuße stehen. Ich dagegen treten schnelleren Schrittes ein, mache mit meinen Armen eine wie ein Widdergehörn drehende Bewegung, an deren Ende meine Hände nach oben zeigen und meine Hände unheimlich stark kribbeln. Blaue Funken steigen von ihnen zu den Seiten und gen Decke auf. Vor mir thront das wundervoll anzusehende Götterbild des Amun-Re, dessen blau geschminkte Augen mich anschauen. Doch noch wohnt die Gottheit nicht in ihm. So lasse ich den Höchsten mit folgenden Worten einziehen:

"Am-du mach-bi
Sher rem mi her ti-ma-du
Sach-char dim-mi ref-scha
Ta-dir-mer-ii ni-fu
Amun dar-ag-si-ni-ob
Dasch-scheschen wi-irem dog
Ra der ha mi lem
Di ha mi dorom-sa
Sher-wi hara-ke-ne
Da-lu-ini Re schem-ma
Schem dara ma-schir!
Ra dura he!
Amun dura he!
Atum me hor sa-ten!
Schalam mi-hi!
In-un-ma'a, ta du ihla!"

Ich sprach dies und das Bildnis des Amun-Re ward belebt, was sich durch ein tiefes Strahlen äußerte [...]