NebelALLraunen ist...

eine Fülle an Seiten und Artikeln voller vielfältigster, ungeschönter Realitäten jenseitiger, wie diesseitiger Natur... wissenschaftliche Klarheit und Offenbarung wird eins; und das ganz ohne dogmatische, monistische Absichten oder gar Absolutheitsansprüche.

Rekonstruktionalismus und Technismus lösen hier mystische Geheimniskrämerei ab.

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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Sonntag, 26. Oktober 2014

Germanische Waffenausstattung - mit Speer, Schild und Runen

Innerhalb der Bewaffnung der germanischen Stämme können Offensiv- und Defensivwaffen unterschieden werden. Typische Angriffswaffen waren die Spata, wie auch andere Wurfspieße, Speere und Lanzen, sowie Schwerter als Waffen gehobener Krieger, Sax und Messer, die Franziska, wie weitere Äxte. Selten in und eher nach der römischen Kaiserzeit kamen auch Pfeil und Bogen zum Einsatz. Als Verteidigungswaffen dienten zumeist Schilde mit metallernen Schildbuckel. Dabei konnte gerade dieser auch offensiv eingesetzt werden. Im Kampf gegen die Römer waren es, wie in der gesamten Kaiserzeit oftmals hölzerne Rundschilde, wie sie auch Tacitus in Kapitel 6 der Germania beschreibt. Ihre, dem Gegner zugewandte, Front wies eine individuelle Bemalung auf, die auch Runeninschriften als spirituelle und magische Unterstützung der Kriegsführung tragen konnte. Funde von runenbeschrifteten Waffen fanden sich sowohl in Moorfunden, wie Thorsberg, mit einer Datierung auf etwa 200 n. Null, sowie zahlreichen Waffengräbern der späten Kaiserzeit. Neben Besitzbekundungen fanden sich auch Eigennamen der Waffen, die besondere Treffeigenschaften zum Ziel haben. So um Beispiel „Zielreiter“. Hinzu traten kurze Sprüche und Willenssätze, die sich gegen Feinde richteten. Ausgenommen von solchen Runenbeschriftungen blieben stets Äxte, Bögen und Helme.
Rüstzeug neben dem Schild war eher der Ausnahmefall und wurde vor allem in späteren Auseinandersetzungen von der germanischen Elite getragen. Kettenrüstungen waren dabei insbesondere ein keltisches Importgut und können damit nicht zur typischen Ausstattung germanischer Truppenverbände gerechnet werden. Eine eigene Rüstungsproduktion gab es erst ab dem 4. Jh. u. Z..

Dienstag, 21. Oktober 2014

Kommentar: Fritzlar und der Heidenlärm

Mit Sicherheit bin ich nicht der Erste und nicht der Letzte, der etwas, zu dem so künstlich aufgebauschten, Thema des Vandalismus am Bonifatiusdenkmal (2014) in Fritzlar schreibt. Aber es geht mir gar nicht darum hier wiederzukäuen, was Andere bereits tausendfach ausdiskutiert haben... Viele unsinnige Debatten wurden geführt, mit dem Ergebnis, dass man keine Ahnung habe, aus welchem Kontext der Täter komme, außer der möglichen Parallele zur Beschmutzung der Externsteine. Ein wirklicher Verehrer der alten Götter und der Natur hätte mit Sicherheit einen solch heiligen Ort nicht geschändet... schon gar nicht mit Lackspray...  Unwissen, Unverständnis und blinde Angst stehen im Gesicht der krakeeleneden Medien.

Wem es vielleicht noch nicht aufgefallen sollte: Unter das Begriffsmonster des Paganismus fallen solche Unmengen an einzelnen Richtungen mit noch abermillionenfachen kleinen und großen Gruppierungen, ja, nie gezählten Einzelpersonen, dass man auf keinen Fall allgemein über diesen urteilen kann, sofern man sich nicht auf die an einer Hand abzählbaren Ähnlichkeiten bezieht.

Trotz dieser Unähnlichkeit, die weitaus größer ist, als die zwischen Judentum, Christentum und Islam, können wir uns vertragen und einen, wenn wir doch alle völlig unabhängig von einander agieren.
 

Mir persönlich sieht es nach einem Täter ohne wirklichen paganen Hintergrund aus, der vielleicht mal etwas von Germanen gehört hat, daraufhin oberflächliche Sympathie empfunden  und sich nun derart von dem Bonifatiusdenkmal provoziert gefühlt hat, dass die Lackfarbe her musste... 
Bestenfalls könnte ein möglicher Täter etwas  mit rechts angehauchtem Odinismus zu tun haben und das Rot im Kontext des Blotens sehen... 
Das Rot drückt lustigerweise auch ein Konzept aus, dem meiner Überzeugung nach mit mehr Gor, mit mehr weiblicher Energie, in der westlichen Welt, entgegengewirkt werden muss, damit es zu einem Ausgleich der Kräfte kommen kann.
Von Ausgleich, Equilibrium und angemessenem Verhalten hat der Täter offensichtlich noch nie etwas gehört.
Ein Armutszeugnis, bei dem echte moderne Heiden nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können... 

Gerade WIR versuchen doch schon immer NICHT, WIE BONIFATIUS ZU SEIN! Ich fühle mich jedenfalls nicht als Axt im heiligen Hain, sondern als Erbauer neuer, natürlicher Heiligtümer, als Schöpfer einer Subkultur und Beleber alten Wissens.
Schlimm genug, dass Abrahamiten sich wegen jeder Kleinigkeit in ihren Glauben verletzt fühlen... Solche Schwäche an Verstandes- und Willenskraft sei nicht unser Eigen!

Die Überbauung zerstörter Tempel, hochheiliger Bäume und Quellen mit christlichen Kirchen als offenes Zeichen des Sieges einer, der einst dem Bibelwort entsprechenden, intoleranten Religion, ist in Europa Geschichte und in Drittweltländern Gegenwart. Die Unterbindung unbekannter spirituellen Verrichtung sollte erreicht werden. Offenbar ohne Erfolg. 

Ich finde, allein dieser Fakt, sollte uns, egal aus welcher paganen Richtung wir stammen, sehr gelassen und ausgeglichen werden lassen! Nichts und niemand kann uns unsere Götter, unsere Kräfte und Spiritualität nehmen: Denn solange es irgendwo Natur gibt, solange es in uns klare Geister gibt, solange können wir alles jederzeit wiedererwecken, das in schweren Zeiten schlief. Nichts ist verloren.

Und darum ist es schlichtweg unsinnig ein totes Denkmal eines unehrenhaften Mannes, der erst eine Axt brauchte, um Aufsehen zu erregen, in irgendeiner Form zu schädigen! 
Wer hier ebenso vorgehen muss, kann nur bedauert werden...

Samstag, 11. Oktober 2014

Mythomagie (und Lyrik: Ymirs Schädel)



Mythomagie (auch Mythodmagick) ist Magie, die auf Basis der Kraft von Mythen, Sagen, Geschichten, ja sogar Fantasyliteratur, reale Wirkungen im Hier und Jetzt entfaltet. Dabei werden mit Hilfe von Vergleichen und Verknüpfungen zum aktuellen Geschehen sympathiemagische Verbindungen aufgebaut und mythische Zustände umgesetzt. Das Vergangene wird, unabhängig davon, ob einst grobstofflich, feinstofflich oder in Gedankenwelten geschehen, immer und immer wieder erneut mit gebündelter Gedankenkraft durch die Träger einer Mythologie belebt. Darin enthaltene natürliche (z.B. Götter und Heroen, Hilfsgeister) oder künstliche Wesenheiten (Egregore) erhalten durch diese Belebung neue Energien und können damit ihren Aktionsradius, deren Vielfalt und Wirkkraft erweitern. Eine typische Umsetzung von Mythomagie erfolgt seit Alters her durch lyrische oder, zumindest den mythischen Umständen nahekommende, Rezitation, Schauspiel und Maskentänze.
Da Mythomagie eine Unterart der Sympathiemagie darstellt, wird die größte Wirkkraft erreicht, desto Ähnlicher die Nachahmung dem Orginal wird. Natürlich spielt auch die Quantität der Anhängerschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle. 
Also man sieht hierbei: Es spielt kaum eine Rolle, ob eine magisch umgesetzte Mythologie tatsächlich geschehen ist oder einfach einer lebendigen Massenfantasterei entsprungen ist. Das erklärt auch, warum Rezitation aus der Bibel oder Rituale um Christus überhaupt eine Wirkung entfalten können, trotz enormer Widersprüche in Handlung und Geschichte.
Der Vorteil polytheistischer Mythomagie ist dabei, dass vergleichbare und sogar stärkere Wirkungen auch ohne Massen an Gläubigen zu erreichen sind, weil diese Mythen auf Wahrheiten beruhen und zugleich einstmals eine ebenso eine große Anhängerschaft innehatten.
Besonders überwältigend finde ich die Wirkung kemetischer (ägyptischer) Mythomagie... Aber, um hier auch mal Asatru, u. Ä. oder einfach Magietreibende mit einer gewissen Begeisterung für germanische Mythologie anzusprechen, möchte ich, als selbst vielseitig arbeitender Magier, ein an der Edda orientiertes mythomagisches Gedicht vorstellen, das nur im Aufbau Anregungen von kemetischen Rezitationen aufgenommen hat:


Ymirs Schädel - eine Bannrezitation

Die Söhne Bors, sie ziehen aus:
Den Riesen Ymir, sie erschlugen,
trugen, in das Ginungagab,
erhoben in sein Himmelsgrab.

Ein Aug' wird Sol, in brennend Weltenwacht. (rechte Hand erheben)
Ein Aug wird Mani, schützend in der Nacht. (linke Hand erheben)
Die Zwergenhand hält beid' mit Macht,
den Schädel Ymirs, fest und sacht.
Der Erste heißt Oster, bewachend den Osten, (Blick nach Osten)
stark der Blick, voll Zaubergeschick!
Der Zweite heißt Wester, bewachend den Westen, (Blick nach Westen)
stark der Blick, voll Zaubergeschick!
Der Dritte heißt Norder, bewachend den Norden, (Blick nach Norden)
stark der Blick, voll Zaubergeschick!
Der Vierte heißt Süder, bewachend den Süden, (Blick nach Süden)
stark der Blick, voll Zaubergeschick!

So bin ich geschützt durch Ymirs Opfer,
des Bor's Söhne Werk,
Sonne und Mond
vier uralt' Zwerg!

von Poeta Immortalis frei gedichtet nach der Edda


Ihr könnt dieses kleine Werk zum Beispiel als einleitende Bannung vor einem größeren Ritual oder auch einzeln, wenn Bedarf besteht, einsetzen. Viel Erfolg!


Sonntag, 5. Oktober 2014

Die Götter erwecken - ein persönlicher Kommentar



Ja, ich bin voller Ehrgeiz. Ich bin voller Zuversicht und sehe die Kraft, das Potential, das noch schlummert, langsam erwachend aus einem warmen Schlummer, der Müdigkeit des Tatenlosen, des Müßiggängers, des gelangweilten Langweilers von nebenan, des Querdenkers von der letzen Bank und ja auch des hinterfragenden Esoterikers und des Neuheiden, der seine Wurzeln vergebens sucht... Ich sehe das Potential, das in absolut Jedem steckt, der dies aufmerksam liest, eine bessere Zukunft zu schaffen; eine Zukunft, für die es wert ist, zu kämpfen, mit Zauberwort und der Götter Hilfe, nicht jedoch mit Waffengewalt! Es geht um viel mehr, als je zuvor. Es geht um JEDES EINZELNE WESEN... Sie alle, wir alle, sind bedroht: Vom Ungleichgewicht aller Kräfte und Dinge, von Lüge und Verrat, Unnatürlichkeit, Zerstörung der Mutter Natur, ja der GROßEN DISJUNKTION.

Nichts, was du je gelernt hast, hat zu irgendeinem anderen Zweck gedient, als dich auszunehmen. Es wurde eine Pseudorealität um dich erbaut, die dich als ein handlungsunfähiges Rad im großen Machtgetriebe abstempelt. VERGISS, WAS DU GELERNT HAST UND FANG VON VORNE AN MIT ALLEN SINNEN NEU ZU ERLERNERN, ZU PRÜFEN UND ZU VERIFIZIEREN, WAS WIRKLICH WAHR IST.
Unbemerkt, von aller weltlichen Augen, unbemerkt von jeder Kamera, jedem Abhörgerät, in einer nicht alltäglich wahrnehmbaren und doch immer und überall uns umgebenden absoluten, ja allem zugrundeliegenden REALITÄT, laufen stets und jederzeit Konflikte und Kämpfe unvorstellbaren Ausmaßes ab... Kräfte kollidieren... Kräfte, die durch unsere, ja DEINE TATEN gelenkt, durch jedes Wort, gar jeden Gedanken beeinflusst werden. Kräfte, die dir entströmen, deine Aura bilden; Kräfte die dein Schicksal besiegeln. DU KANNST SIE VERÄNDERN! DU KANNST DEIN SCHICKSAL SELBST IN DIE HAND NEHMEN! JA, DU SELBST KANNST DEINE EIGENEN GÖTTER AUS DEM FLECKEN WELT, das einst Natur war, ERWECKEN! DU kannst unvorstellbare, ja scheinbar wundersame Kräfte entfesseln! Und alles, was du dazu brauchst, HAST DU BEREITS! 
Du musst dich nichts und niemanden je wieder unterwerfen! Es geht um Arbeit auf ein und derselben Ebene... Gute Arbeit, die dir und deiner Umwelt Lohn bringt! Arbeit, die du nur beginnen brauchst! 

Es ist nicht nötig in der Vergangenheit oder bei fremden, naturbelassenen, eingeborenen Kulturen zu suchen, was uns westlichen Menschen in den letzten zwei Jahrtausenden systematisch genommen wurde. In WIRKLICHKEIT LIEGT ALLES VOR UNS: UNSERE ALTE KULTUR, ALL UNSERE ALTEN WUNDERKRÄFTE SIND VOR UNS AUFGEBAHRT. LASST SIE UNS ERWECKEN!


Nur wie?
    1. Schau in dich selbst! Meditiere und überlege dir ein Konzept, ein paar perönliche Richtlinien oder finde dich selbst in einem Ideenwerk wieder, nach dem DU leben möchtest. Ein Konzept, das dich und deine Umwelt ausgeglichener, friedlicher und auch erfolgreicher macht.  Ziel ist ein persönliches, inneres Gleichgewicht, zu Beginn der Reise Frieden mit sich selbst zu schließen.
    2. Schau dich um! Beobachte deine Umwelt! Nimm jedes kleinste Detail wahr! Realisiere, dass ALLES von Bedeutung ist und lerne aus der Beobachtung von Ursache und Wirkung! Lerne aus der Natur! Sei aufmerksam!
    3. Erwache! Nachdem du dich nun selbst und deine Umwelt viel besser kennst, als je zuvor, dir Dinge aufgefallen sind, die niemanden sonst auffallen, auch die kleinen Dinge im Leben, die Schönheit und die Hässlichkeit in unterschiedlichen Maßen, die vereint ein Gesamtbild ergibt (...), erspüre deine inneren Kräfte! Nutze deine subtilen Organe! Schöpfe voll aus deiner inneren Kraft!
    4. Visualisiere deine kleinen und großen Ziele! Realisiere deine perönliche neue Wirklichkeit! Finde eigene Wege dich auszudrücken, deine Wege zu gehen!
    5. Nimm Kontakt auf! Erforsche die Realitäten! Mache Geistreisen, um erste Einblicke in die feinstoffliche Realität zu erhalten. Suche hier deine persönlichen Wesenheiten auf und erwecke die Götter deiner Ahnen!
    6. Bringe Opfer! Sei dankbar gegenüber den Wesen, die dich unterstützen, fördere deine Götter, auf dass sie zu alter oder neuer Kraft gelangen und mit Ihnen, mit dir Equilibrium, pure Natürlichkeit wieder Einzug in diese Welt nimmt! Entscheide den Kampf ohne Waffen. Denn du hast die Macht ALLES zu ändern! Du kannst die Welt heilen! Lass die Götter wissen, dass du ihr Werk fortführst, würdig bist einer von Ihnen zu werden!


    Mittwoch, 1. Oktober 2014

    Römische Reliefkunst als Zeugnis germanischer Bewaffnung

    Siegessäule des Marc Aurel, Rom
    Kriege waren immer schon Thema medialer Aufmachungen, wie dieses Beispiel der römischen Reliefkunst darlegt... der Kult um Kaiser und Sieg... heute nur mit anderen Rollenverteilungen, aber stets aktuell... die MAGIE DER MACHT...


    Reliefs, insbesondere, öffentlich präsentierte Staatsreliefs, hatten für die Römer einen ähnlichen Stellenwert, wie die Literatur, ja wurden direkt an diese angelehnt. Die, bis heute erhaltenen, Bilder der großen spiralreliefierten Säulenmonunente der Kaiserzeit in Rom erzählen solch eine Idealgeschichte der „Res Gestae“ von als Kriegshelden verehrten Kaisern.
    Als besonders aussagekräftiges Beispiel für die Betrachtung der germanischen Bewaffnung, soll kurz die Siegessäule des Marcus Aurelius vorgestellt, Verbindungen erläutert und mögliche Interpretationen behandelt werden. Der zukünftige Kaiser Marcus Aurelius wurde 121 n. Chr. in Rom geboren, in einer Zeit, als Hadrian noch über das römische Imperium regierte. Sein Leben endete, wie er es so oft verbrachte, in der Schlacht bei Vindabona des Jahres 180 n. Chr., dem heutigen Wien. 19 Jahre war er selbst Herrscher, von 161, bis an sein Lebensende. Für diesen Herrscher der Kriegszüge wurde der berühmte dekorierte Spiralfries auf dem Forum Trajanum als ein Herzstück errichtet. Doch an diese Stelle werfen sich quellenkritische Fragen auf: Wer war der Auftraggeber und in welchem zeitlichen Verhältnis, welchen Quellen heraus wurde die freistehende Säule mit ihren prächtigen Reliefzügen gestaltet? Darauf soll nun Antwort folgen: Der Sohn des Aurelius, Commodus, ließ diese Siegessäule zu Ehren und Ruhm seines Vaters errichten. Dabei wurde eine große Anlehnung an die, 113 n. Chr. geschaffene, Trajanssäule, die erste ihrer Art in Rom, mit Darstellungen der Dakerkriege, hergestellt. Ältere, indirekte Vorbilder, bildet der Typus der Jupitersäulen, die zum Beispiel im späteren Mainz unter Kaiser Nero bereits um 58 bis 67 n. Chr. errichtet worden sind. Diese Zeugnisse leiten sich von der griechischen Tradition der freistehenden Säulen, sowie den ägyptischen Obelisken als königliche Monumente ab. Inhaltlich jedoch fällt eine große Differenz zwischen dem direkten Vorgänger auf selbigem Platz, der Trajanssäule und der des Marcus Aurelius auf. Beide stellen dabei keine historischen Ereignisse, sondern rhetorische Werke, die hinter den Bildwerken stecken, in heroisierender quasidokumentarischer Kunst dar. Ziel ist auch der Aufbau eines Barbarenfeindbildes, sowie die Triumpfdarstellung über deren Lande. Es war ein langer Krieg, den Marcus Aurelius gegen die Germanen nördlich der Donau im sogenannten „bellum germanicum“ führte, der direkt auf das Ende des Partherkrieges folgte. Die Säule als unchronologische Darstellung, wirkt wie ein Puzzle aus dem Leben des Kaisers, das dem Werk eines Topographen gleichkommt. Die Datierung findet sich auf dem Monument selbst und verweist auf 176 n. Chr., also wenige Jahre vor dem Tod des römischen Heerführers. Inhaltlich finden sich in der Darstellung, der zu untersuchenden Bewaffnung bei römischen Truppen historisch sehr korrekte Bilder, mit fein ausdifferenzierten Rüstungsunterschieden, die auf unterschiedliche Legionen hinweisen. Jedoch finden sich grobe Fehler bei der germanischen Waffenausstattung, da die „Barbarentruppen“ hier, angelehnt an die Trajanssäule, mit der Falx, einem typisch dakischen, meist beidhändig geführten Schwert abgebildet werden; eine Waffe, für die die Daker gefürchtet waren. Diese Ableitung folgt der Literatur der Zeit, jedoch nicht der archäologischen Wirklichkeit. Auch die Reiter sind in den Abbildungen auf Seiten der Germanen klar überrepräsentiert, tragen jedoch auch meist die typischen Waffen, Speer und Schild, die wiederum der Realität nahe kommen. Als wichtigste Szenen der Säule des Marc Aurel seien die Donauüberquerung und das Regenwunder genannt. Die Siegesgöttin Viktoria bestimmt über alle Szenen hinweg Sinn und Inhalt: Den Sieg über die germanischen „Barbaren“.
    Ein Sieg, der de facto weit mehr in seiner Darstellung wiedergibt, als tatsächlich hätte errungen werden können.