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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Freitag, 13. Mai 2016

Ein mesopotamisches Schutzritual für Reisen


Damals noch viel mehr als heute stellten Reisen eine ernstzunehmende Hürde dar. Gerade in den Steppen des Zweistromlandes lauerten so manche fatale Widrigkeiten, von wilden Löwen, über sengende Hitze, bis zu tödlichen Krankheiten. Unsere postmodernen Reiseschwierigkeiten sind glücklicherweise von weitaus weniger schwerwiegender Natur und kosten uns hauptsächlich Zeit und Nerven, seltener aber das eigene Leben. Nichtsdestotrotz sind es Übel, die man mit einem geeigneten Ritual abwenden kann.
Dafür werde ich im Folgenden meine originalgetreue Übersetzung eines Schutzrituals für die "Durchquerung der Steppe" aus der Altbabylonischen Periode einer auf aktuelle Probleme gemünzten Fassung gegenüberstellen.
Gleichermaßen möchte ich dazu anregen eigene Versionen zu kreieren, denn nicht anders hätten es die Menschen im alten Babylon getan. Ganz davon absehen, würde es uns heutzutage kaum nützen, würden wir Rituale praktizieren, die nicht auch irgendwo unserer alltäglichen Lebensrealität entsprächen. 


Version 1: Reise durch die Wildnis
Fertige vor Antritt deiner Reise 4 Tonfiguren (von Südwind, Nordwind, Erde und Himmel). [Da die Anweisung nicht konkret wird, wie die Figuren auszusehen haben, sondern das Wissen darum voraussetzt, schlage ich vor menschliche Figuren mit einfachen Hörnerhelmen als Zeichen für göttliche Wesenheiten zu fertigen.]

Rezitiere über ihnen 7 Mal:
" Ich hebe einen Stein auf, alle Angreifer zu besiegen,
Ich wurde inmitten der Tiere der Wildnis aufgehalten.
So sei es für den Löwen: Lass den Pfad für ihn versperrt sein.
So sei es für den Wolf: Lass den Pfad für ihn versperrt sein.
Der Pfad ist der Weg des Menschen: Lass ihn mit Lehm ausgestrichen sein. 
Jedes wilde Tier sei unfähig ihn zu beschreiten,
denn der Morgen gehört zum Menschen und die Nacht den wilden Tieren.
Südwind, vernachlässige deine Wacht nicht!
Nordwind, vernachlässige deine Wacht nicht!
Erde und Himmel, vernachlässigt eure Wacht nicht,
bis der Sonnengott in seinem Aufstieg erscheint!"

Stelle deinen mobilen Altar auf und gib dem Südwind, dem Nordwind, Erde und Himmel Opfer mit der Bitte für eine gute Reise ohne Widrigkeiten.

Nimm die Figuren und wirf jede von ihnen in eine der vier Himmelsrichtungen. [Den Südwind in den Süden, den Nordwind in den Norden, die Erde in den Osten und den Himmel in den Westen.]
Dann kannst du deine Reise antreten.


Version 2: Für die Autofahrt am Tage
Fertige vor Antritt deiner Reise 4 Symbole aus Modelliermasse (z.B. Fimo) (von Südwind, Nordwind, Erde und Himmel). [Siehe Bild oben]

Rezitiere über ihnen 7 Mal:
"Ich schnalle mich an, auf dass ich sicher fahre.
 Ich halte das Lenkrad fest, auf dass ich Herr meiner Wege bin.
Und doch wurde ich im Verkehr aufgehalten.
Für den Raser: Lass jede Ampel für ihn rot sein.
Für den Bummler: Lass ihn zu Hause bleiben.
Die Straße ist der Weg des Menschen: Lass sie ordentlich asphaltiert sein.
Jeder Idiot sei unfähig auf ihr zu fahren.
denn der klare Tag gehört den Menschen mit Verstand und die neblige Nacht den Falschfahrern.
Südwind, lass mich schnell mein Ziel erreichen!
Nordwind, lass alle Hindernisse verschwinden!
Erde und Himmel, gebt mir Schutz und Hilfe,
solange der Sonnengott den Tag erhellt!"

Stelle deinen mobilen Altar auf und gib dem Südwind, dem Nordwind, Erde und Himmel Opfer mit der Bitte für eine gute Reise ohne Widrigkeiten.

Nimm die vier Symbole und halte jede von ihnen in eine der vier Himmelsrichtungen. [Den Südwind in den Süden, den Nordwind in den Norden, die Erde in den Osten und den Himmel in den Westen.] Platziere das Südwindsymbol im Kofferraum oder an der Heckscheibe deines Autos, das Nordwindsymbol im Handschuhfach oder am Spiegel, das Erdsymbol unter dem Beifahrersitz oder im Fach einer rechten Tür, sowie das Himmelssymbol unter dem Fahrersitz oder im Fach einer linken Tür.
Dann kannst du deine Fahrt antreten.