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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Dienstag, 16. August 2016

Die Dimension der Zeit - ein Erkenntsnisbericht

Die Meditation über dem Objekt der "Leere" führt immer wieder zu erstaunlichen und faszinierenden Einblicken in die wahre Natur dieser Welt, in eine profunde Wirklichkeit. Um die grundlegende Realität zu erfahren, ist oft ein anderer Blickwinkel, ein nichtalltäglicher Bewusstseinszustand  nötig, der einen in die Lage versetzt eine scheinbar alltägliche Situation mit anderen Augen zu sehen. Ein Paradoxon, wie die Wahrnehmung des "Nichtseins", dient dabei als Zugang. Denn erst, wenn man nicht mehr der Welt, der normalen Existenz angehört, ist man wirklich in der Lage sie objektiv zu betrachten. Es folgen entweder zutiefst erfüllende und beglückende Momente oder auch erschreckende und bestürzende Erkenntnisse, die einen jedes Mal verändern. 

Letzteres erlebte ich, als ich in meiner Meditation sah und fühlte, wie unzählige Zellen meines Körpers in jedem Augenblick in roten Flammen verbrannten und als schwarzer-Aschestaub davongeweht wurden. Mein Körper war erfüllt von Hitze und ich spürte keinerlei Kälte mehr. Ich erlebte, wie ich und alle Lebewesen in jedem Moment abermillionenfach vergehen und damit im nächsten Bruchteil einer Sekunde schon nicht mehr dieselbe Person sind. 
Anschließend sah ich, wie Wasser als Blaues Nass mich überall um- und durchströmt und vermischt mit Asche neues Leben ebenfalls abermillionenfach in mir wachsen lässt. Nur deshalb zerfalle ich nicht augenblicklich zu Staub.

Das rote Feuer Bal entbrennt im Lebendigen und verwandelt es in tote Asche. Das blaue Wasser Gor nimmt diese tote Substanz auf und lässt neues Leben entstehen. Leben und Tod bedingen einander untrennbar. Die Zeit lässt alles vergehen und entstehen.

In einer weiteren Meditation der angenehmeren Art sah ich, die Zeit als tausende kleine und große Zahnräder, die teilweise ineinander griffen, manchmal aber auch unabhängig voneinander waren. Menschen, die ich sah, bestanden in Wirklichkeit aus unzähligen kleinen Rädern verschiedenster Größe, die sich unterschiedlich schnell drehten und auf diese Weise ein großes Rad, in dem die Person selbst steckte, bewegten. Die Menschen stecken in ihrer eigenen persönlichen Lebenszeit, in ihrem Hamsterrad und ihrer Zeitwahrnehmung fest, das aus der Gesamtheit der Lebenszeiten ihrer Teile besteht, aber auch hier und da durch Lebenszahnräder aus ihrer Umwelt beeinflusst wird. Alles bewegte sich. Alles Tote drehte sich gegen den Uhrzeigersinn, alles Lebendige im Uhrzeigersinn. Absolut alles, mit dem die Menschen in Kontakt standen, hatte Einfluss auf ihre Lebenszeit. 

Diese Meditationen stellten mir die Relativität von (Lebens-) Zeit und Existenz des Menschen vor. Wir sind wahrhaft nichtig in der Dimension der Zeit. Und doch sind wir und werden sein, wenn wir das Gleichgewicht von Tod und Leben wahren und auf ein gesundes Umfeld achten.






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