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Rekonstruierte/Experimentelle Kulte

Freitag, 21. Oktober 2016

Buddha als Maß der Welt

In den drei "Fahrzeugen" (also etwas wie "Richtungen") des Buddhismus, Hinayana, Mahayana und Vajrayana, besteht eine große Gemeinsamkeit: Buddha ist DIE perfekte Seele und damit das IDEALmaß aller Dinge. Er hat es als Erster geschafft in seiner Lebenszeit das Nirvana zu erlangen; ein nachahmenswerter Erfolg! Doch nicht nur das. Durch das Erreichen seines Ziels hat er sich selbst in das Zentrum der Welt transzendiert. Er ist de facto der Mittelpunkt der buddhistischen Welt, die Essenz ihres Paradigmas. 

So ist es kaum verwunderlich, dass die Maße des Buddha zum Idealmaß für Architektur und Kunst wurde (Letzteres als bedienendes Medium). Gebäude, ob heilig oder profan, bilden seit Urzeiten unseren Kosmos, unsere Wahrnehmung und Erkenntnis von der Welt ab. Die Architektur ist ein Spiegelbild der Welt, die uns umgibt. Und auch die Natur spiegelt von sich aus den Makrokosmos im Mikrokosmos, bzw. den Mikrokosmos im Makrokosmos. Der Mensch, ja jeder von uns, ist damit das ALL und kann die Probleme der Welt in erster Linie durch die Arbeit an sich selbst lösen. Darum erscheint es nur logisch den Menschen von diamantengleicher Perfektion, den Buddha zum Vorbild der Architektur und der ganzen Existenz zu machen.

Der meditierende Buddha im Lotossitz wurde zur Grundlage architektonischer und künstlerischer Proportionen. Besonders auffällig ist dieser Zusammenhang bei der Stupa. Aus ihm werden die harmonischen Formen Kreis, Dreieck und Viereck (bzw. Quadrat) abgeleitet, die durch alle Zeiten hinweg maßgeblich für Bauplanung und Statik waren und sind. Gerade die Statik ist etwas, das dem buddhistischen Streben hin zur Mitte und zum Gleichgewicht entspricht, denn es geht dabei um den Ausgleich von Kräften. Die dem entsprechende spirituelle Praxis ist die Meditation. So könnte die Wahl dieses Idealmaßes nicht treffender sein.

Fazit: Als erster Buddhist, Meister der Meditation und des Weges zum Nirvana, ist Buddha ein Idealmensch, das Zentrum der Welt (ein Kosmogramm) und Maß für die Architektur. 


Prinzipien
  • Der Kreis - als Schwellenform zwischen Linie und Mehreck - Initiation, Hürde, Abgrenzung, Schutz
  • Das Dreieck und die Dreiheit als ausgleichendes und stabilisierendes Element - erzeugt Festigkeit im Bau
  • Das Viereck als raumerzeugendes Element - hat keine eigene Stabilität, sondern benötigt dafür den Kreis oder das Dreieck